Düsseldorf

Heine-Preisverleihung an Rachel Salamander

Rachel Salamander habe »couragiert maßgeblich zum Wiederaufbau des jüdischen intellektuellen Lebens nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland beigetragen«, heißt es in der Begründung der Jury. Foto: dpa

Der Termin für die wegen der Corona-Pandemie verschobene Verleihung des Düsseldorfer Heine-Preises 2020 an die Literaturwissenschaftlerin Rachel Salamander steht nun fest.

Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) werde die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung am 29. August im Düsseldorfer Schauspielhaus überreichen, teilte die Stadt Düsseldorf am Mittwoch mit. Die Laudatio auf die Preisträgerin hält Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

wiederaufbau Mit der Ehrung Salamanders werde ein nachdrückliches Zeichen für jüdisches Leben und Kultur gesetzt, hieß es. Die Publizistin habe »couragiert maßgeblich zum Wiederaufbau des jüdischen intellektuellen Lebens nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland beigetragen«, heißt es in der Begründung der Preis-Jury. Mit ihren Buchhandlungen habe sie »all die jüdischen Autorinnen und Autoren, deren Bücher einst verbrannt worden waren, in den Kanon deutscher Literatur zurückgeholt«.

Rachel Salamander wurde 1949 in einem Camp für Überlebende des Holocausts in Deggendorf geboren. Sie studierte in München Germanistik, Philosophie und Romanistik und beschäftigte sich intensiv mit deutsch-jüdischer Literatur und Geschichte. 1982 eröffnete sie in München eine Fachbuchhandlung für Literatur zum Judentum, mittlerweile gibt es Zweigstellen in anderen deutschen Städten.

bundesverdienstkreuz Salamander war unter anderem Herausgeberin der »Welt«-Literaturbeilage »Literarische Welt« und arbeitete für die »Frankfurter Allgemeine Zeitung«. Sie ist Aufsichtsratsmitglied im Suhrkamp Verlag und Autorin dieser Zeitung. Für ihr Schaffen wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem erhielt sie 2009 das Bundesverdienstkreuz.

Der Heine-Preis zählt zu den bedeutendsten Literaturpreisen in Deutschland und wird seit 1972 verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Carl Zuckmayer, Sebastian Haffner, Walter Jens, Max Frisch, Richard von Weizsäcker, Wolf Biermann, Hans Magnus Enzensberger, Elfriede Jelinek, Amos Oz und Jürgen Habermas. epd/ja

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