Gastromomie

Gruß aus der koscheren Küche

Auf die Teller, fertig, los: 60 Köche sorgen fürs Kulinarische beim Gemeindetag. Foto: Marco Limberg

Shiriaschi Sushi, Hähnchen-Schawarma im Pitabrot, Fenchelsalat mit gebeiztem Lachs und Safrancreme, Winter-Tiramisu von der Birne, ein Clafoutis mit Waldfrüchten oder zwischendurch vielleicht einen Teller mit Cake Pops, Rugelach oder Gummibärchen? So schnell wird wohl keiner der mehr als 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Essen auf dem Gemeindetag vergessen.

Um die vielen zufriedenen Gesichter, die »Hmmms« und die Komplimente auch schon im Vorfeld zu garantieren, begann die Planung für die vier Tage im Dezember bereits vor gut einem Jahr, erzählt Henning Drenkhahn, Küchenchef des Hotels InterContinental Berlin. »Wir müssen natürlich immer im Hinterkopf haben, dass die Speisen auch koscher sind«, sagt der 40-Jährige.

LACHS Fürs Kulinarische sorgen in der fast 300 Quadratmeter großen Küche 60 Köche. Und die haben allerhand zu tun. Konzen­triert legen sie Lachs auf kleine Cracker, jemand bereitet Rote Bete vor, ein anderer schneidet frisches Gemüse. Davon gibt es reichlich, denn mehr als 1000 Gäste, das bedeutet Mengen, die von den üblichen »Vier Personen«-Dimensionen doch deutlich abweichen.

Die Lebensmittel beim Gemeindetag sind allesamt koscher und kommen hauptsächlich aus Belgien und Frankreich.

So hängen an den großen Schränken Rezepte mit »zehn Kilo Paprika, zehn Kilo Gurken, zehn Granatäpfel«. Apropos beeindruckende Zahlen: Für rund 15.000 Essen werden 1,5 Tonnen Fleisch verarbeitet. Das ist – wie alle anderen Lebensmittel auch – koscher und kommt hauptsächlich aus Belgien und Frankreich. »Wir haben natürlich auch koscheren Fisch im Menü, denn Fisch ist immer toll«, sagt Thorsten Hoeck, der Culinary Strategy Manager des InterConti. Der 42-Jährige erinnert sich übrigens noch gern an die Vielfalt der Produkte auf dem Tel Aviver Carmel-Markt.

Sein Kollege Henning Drenkhahn war bislang noch nicht in Israel, geht aber, wenn es denn mal israelisches Essen sein soll, gern ins »Layla« von Meir Adoni.

ANSPANNUNG Am Abend ist die konzentrierte Ruhe in der Küche einer konzentrierten Anspannung gewichen. »Dann geht alles husch, husch«, beschreibt Hoeck. Denn die Zubereitungstische können hochgeklappt und zu einem Fließband umfunktio­niert werden. Wenn dann der Service in einer Reihe steht, alles angerichtet ist, ein Teller nach dem anderen von der Küche durch einen kleinen Vorraum in den Saal getragen und serviert wird, dann ist es wieder da, das zufriedene »Hmmm«.

Das Ganze dauert übrigens keine Ewigkeit: 1000 Essen gehen in 25 Minuten raus, erläutert Hoeck. Das Verspeisen geht selbstredend noch schneller. Was bleibt, sind die vielfältigen Aromen, die durchdachte Menüfolge und das Schwelgen in Kokoscreme, bretonischem Pflaumenkuchen oder Mandelmilchpudding.

»Tage des Exils«

Zirkuskunst, Klezmer und Theater: »Tsirk Dobranotch« kommt nach Frankfurt

Ein außergewöhnliches Zusammenspiel aus Zirkuskunst, jiddischem Theater und Klezmermusik erwartet Besucher im August

 26.06.2026

Aufgegabelt

Sommerfrisch: Melone und Gurke auf Labneh

Rezepte und Leckeres

 26.06.2026

Dresden/Gohrisch

Sächsische Schostakowitsch Tage eröffnet

Das Festival widmet sich bis Sonntag jüdischen Einflüssen auf das Werk des russischen Komponisten

 26.06.2026

Bachmannpreis

250 Mal A und ein Abgang

Die Autorin Slata Roschal las aus ihrem Text »Es ist die Leichtigkeit, die den Herrn am Tisch von der Putzfrau unterscheidet«, aber diskutiert wurde über etwas ganz anderes

von Katrin Richter  26.06.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  25.06.2026

Essay

Licht und Schatten

Unser Autor hat vor 38 Jahren die Videoskulptur »Menora/Inventur« geschaffen. Warum sein Kunstwerk demnächst in Prag zu sehen ist – nicht aber in einer Ausstellung in Karlsruhe

von Michael Bielický  25.06.2026

Kulturkolumne

Jenseits der Schlagzeilen – mit Davidstern in der U8

Wie mein Anhänger und ich in der berüchtigten Berliner U-Bahn-Linie auf dem Weg zur Arbeit ignoriert wurden

von Ayala Goldmann  25.06.2026

Welttournee

Ein Jahr nach seinem Tod: Lalo Schifrins letztes Werk geht auf Welttournee

In Erfüllung von Schifrins letztem Wunsch bringt der Komponist und Pianist Rod Schejtman eine Welttournee auf den Weg. Auch im deutschsprachigen Raum soll die Sinfonie »Long Live Freedom« live erklingen

 25.06.2026

Zwickau

Ausstellung zu jüdischen Lebensgeschichten

Im Jahr 2022 ist in Zwickau eine alte Torarolle wiederentdeckt worden. Die Schrift der früheren jüdischen Ortsgemeinde bildet nun das Herzstück einer Ausstellung

 24.06.2026