Erklärung

»Gefährliche Mischung«

Gegen anwachsenden Judenhass in der Bundesrepublik: das PEN-Zentrum der Schriftstellerinnen und Schriftsteller im Exil deutschsprachiger Länder Foto: dpa

»Mit großer Beunruhigung« verfolgt das PEN-Zentrum der Schriftstellerinnen und Schriftsteller im Exil deutschsprachiger Länder den anwachsenden verdeckten und offenen Antisemitismus in der Bundesrepublik.

Vor dem Hintergrund des militärischen Konflikts zwischen Israel und der Hamas sei es zu »antisemitischen Äußerungen, Positionen und Manifestationen« gekommen, »in denen sich rechtsradikale und linke Positionen mit der offenen Judenfeindlichkeit in muslimischen Kreisen verbünden«, heißt es in einer Presseerklärung des Autorenverbands.

Sorge Eine »gefährliche Mischung aus abstrusen Vorurteilen, historisch bedingter Feindschaft und wirren Vorstellungen über die staatliche Existenz Israels« heize eine antisemitische Grundeinstellung an, die das PEN-Zentrum mit umso größerer Sorge beobachte, weil zahlreiche seiner Mitglieder auf der Flucht vor dem Antisemitismus in anderen Staaten nach Deutschland geflüchtet seien. Die Organisation fordert die anderen Schriftstellerverbände in Deutschland auf, sich ihrem Appell anzuschließen.

Das P.E.N. Zentrum der Schriftstellerinnen und Schriftsteller im Exil deutschsprachiger Länder wurde 1948 von dem spanischen Schriftsteller Salvador de Madariaga gegründet. Ihm gehören Autoren an, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz Zuflucht vor Verfolgung gefunden haben. Mitglieder sind unter anderem György Dalos, Ota Filip und Boris Schapiro. ja

www.exil-pen.de

Länger leben

Forscher drehen die biologische Uhr zurück

Israelischen Wissenschaftlern gelingt es, Alterungsprozesse in Lebern alter Mäuse umzukehren. Der Traum von der Verjüngung erscheint damit zumindest auf molekularer Ebene denkbar

von Sabine Brandes  23.06.2026

Social Media

Von Saftpäckchen und Zahlencodes

Auf der Online-Plattform TikTok versteckt sich Judenhass häufig hinter Zahlencodes, Emojis und Hashtags. Eine neue Studie untersucht die Besonderheiten des digitalen Antisemitismus

von Leon Stork  23.06.2026

Los Angeles/New York

Hitler-, Grusel- und Helden-Parodien: Mel Brooks wird 100

Nur wenige haben einen Oscar, Emmy, Tony und Grammy gewonnen. Das jüdische Multitalent Mel Brooks zählt dazu. Jetzt wird der Komiker und Regisseur 100 - und zeigt, dass er noch immer Menschen zum Lachen bringt

von Barbara Munker  23.06.2026

Kommentar

Wer kann das noch ernst nehmen?

Immer mehr zeigt sich: Anmoderation und Exekution von Unwahrheiten und falschen Fakten vor einem Millionenpublikum sind kein ärgerlicher Ausrutscher, sondern gezielte Agitation

von Daniel Killy  23.06.2026

Essay

Fallstricke des Wokeismus

Gegenerzählungen zur westlichen Kolonialgeschichte bilden ein berechtigtes Korrektiv, aber was über Israel verbreitet wird, bedarf grundlegender Korrekturen

von Richard Blättel  22.06.2026

Hören

»Amalie’s Cosmos«

Die in Paris geborene Harfenistin Anne-Sophie Bertrand stellt eine deutsch-jüdische Salonnière ins Zentrum ihres neuen Albums

von Claudia Irle-Utsch  22.06.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  22.06.2026

Jubiläum

Mit diesen prominenten Weggefährten feiert Wolf Biermann seinen 90. Geburtstag

Der legendäre Liedermacher wird am 15. November 90 Jahre alt

 22.06.2026 Aktualisiert

Kulturkolumne

Warum ich bei Fußball im Fernsehen besonders gut einschlafe

Hinter dem Phänomen steckt eine lange Familiengeschichte – unsere Autorin nimmt Sie mit auf eine Zeitreise

von Maria Ossowski  22.06.2026