Berlin

Friedman wünscht sich mehr Empathie für Juden

Michel Friedman Foto: picture alliance / Panama Pictures

Der Publizist Michel Friedman hat kritisiert, dass es zu wenig Solidarität mit Juden in Deutschland gebe. »Ich unterstelle den Eliten größtenteils ein Verhalten, das sehr eindeutig ist, seit Tagen. Und selbst obwohl das eindeutig ist, zündet es nicht in diese Gesellschaft hinein, einfach mal aufzustehen und zu sagen: «Das geht gar nicht»«, sagte der 67-Jährige am Donnerstag bei einem Gesprächsabend zum Thema »Judenhass« im Berliner Ensemble.

Zu Gast waren der Verfassungsschutzchef Thomas Haldenwang und der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein. Die meisten Juden seien wegen antisemitischer Parolen auf der Straße verzweifelt, betonte Friedman, der in Paris als Sohn polnischer Juden geboren wurde.

Zurecht habe es im vergangenen Jahr Empathie für die Frauen im Iran und die Menschen aus der Ukraine wegen des russischen Angriffskriegs gegeben. »Aber jetzt passiert etwas mitten unter uns«, sagte der frühere Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Friedman räumte ein, dass sich viele Menschen auch engagiert hätten.

Das Theater in Berlin-Mitte hatte am Donnerstag anlässlich des 85. Jahrestags der Pogromnacht zu einer Zusatzveranstaltung der Gesprächsreihe »Friedman im Gespräch« geladen. Es ging unter anderem um die Frage, was im Kampf gegen Judenhass in Deutschland unternommen werden muss. dpa

Rezension

Wie wurden wir, was wir wurden?

Der Judaist Peter Schäfer erzählt in seinem neuen Buch die Geschichte des aschkenasischen Judentums – faktengesättigt, klar gegliedert und mit einer provokanten These zu Mutterland und Diaspora

von Michael Wolffsohn  18.10.2026

Aufgegabelt

Salat mit gerösteten grünen Bohnen

Rezept der Woche

von Yotam Ottolenghi  18.10.2026

Ausstellung

Hinweise auf Hamas-Symbol - Museum Friedland verschiebt Schau

Bundespräsident Steinmeier war schon angekündigt, um die erweiterte Ausstellung des Museums Friedland bei Göttingen neu zu eröffnen. Nun verschiebt sich der Termin. Hintergrund ist ein antisemitisches Symbol

 18.10.2026

Großbritannien

Wegen Unterstützung von Palestine Action: Britischer Verlag nimmt Sally Rooneys Bücher vom Markt

Die irische Bestsellerautorin ist für ihre Unterstützung der in Großbritannien als Terrorgruppe eingestuften Organisation bekannt. Sie sei bereit, die Konsequenzen zu tragen, sagt Rooney

 16.10.2026

Wolf Biermann

»Israel ist mir näher als alle übrigen Länder dieser Welt«

Der Liedermacher wird 90 Jahre alt. Ein Gespräch über den Krieg gegen Unterdrückung, seine Eltern, den 7. Oktober und über neuen Faschismus

von Tobias Kühn  16.10.2026

Boca Raton (Florida)

Billy Joel kann derzeit weder Auto fahren noch auftreten

Der jüdische Sänger, Pianist und Komponist leidet unter einer Gehirnerkrankung

 16.10.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Warum ich keine Flugangst mehr habe

von Katrin Richter  15.10.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der Jüdischen Welt

von Katrin Richter  15.10.2026

»The Social Reckoning«

Empörungsköder

Der Whistleblower-Thriller zeigt die neue Weltordnung à la Facebook – und was Menschen nicht dagegen tun

von Sophie Albers Ben Chamo  15.10.2026