London

Trauer um Frank Auerbach

Frank Auerbach (1931–2024) Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Der deutsch-britische Maler Frank Auerbach ist tot. Der Künstler sei im Alter von 93 Jahren am Montag in London gestorben, teilte die Galerie Frankie Rossi Art Projects mit.

»Wir haben einen lieben Freund und bemerkenswerten Künstler verloren, aber es tröstet uns, dass seine Stimme noch mehrere Generationen lang nachhallen wird«, sagte Direktor Geoffrey Parton. Auerbachs Karriere erstreckte sich über sieben Jahrzehnte, seine Werke wurden weltweit in bekannten Galerien ausgestellt.

Geboren 1931 in Berlin, flüchtete Auerbach 1939 in einem sogenannten Kindertransport vor der Nazi-Herrschaft nach London. Dort studierte er unter anderem am Royal College of Art. Seine Eltern wurden während der Schoa ermordet. Auerbach war ein Verwandter des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki.

Gewinner des Goldenen Löwen

Er habe seit 1954 im selben Studio in Nordlondon gelebt und gearbeitet, teilte Frankie Rossi Art Projects weiter mit. Seine erste Retrospektive fand 1978 in der Hayward Gallery statt, 1986 wurde Auerbach bei der Biennale in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Noch in diesem Jahr fand eine Ausstellung mit dem Titel »The Charcoal Heads« in der Londoner Courtauld Gallery statt.

Auerbach war bekannt für seine Porträts und Straßenszenen aus Camden im Norden Londons, wo er lebte. Die Zeitung »Telegraph« nannte ihn »einen Künstler von bemerkenswerter Intensität, dessen Verwendung dicker Farbe seinen Werken die Qualität einer Skulptur verlieh«.

Auerbach galt neben Francis Bacon, Henry Moore und Lucian Freud als einer der bedeutendsten Künstler der Nachkriegszeit, wie die BBC schrieb. Er hinterlässt einen Sohn. dpa/ja

Lesen Sie mehr in der kommenden Printausgabe der Jüdischen Allgemeinen.

Heidelberg

Hüter des Gedächtnisses

Im Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden liegt alles, was jüdische Gemeinden seit 1945 in Deutschland an Dokumenten produziert haben. Jens Hoppe, der Leiter der Einrichtung, sichert die Zukunft der Bestände

von Eugen El  19.08.2026

Programm

Ein Moped-Gottesdienst, Kaffee, Kuchen und ein Zirkus-Koffer in Frankfurt: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 20. August bis zum 27. August

 19.08.2026

Orlando (Florida)

Harrison Ford wird erneut zu Indiana Jones

Diesmal wird der jüdische Darsteller kein Abenteuer auf der Leinwand erleben. Aber worum geht es dann?

 19.08.2026

Film

25 Jahre »A.I.«: Odyssee eines Roboter-Jungen

Ein Vierteljahrhundert ist Spielbergs Film »A.I. – Künstliche Intelligenz« jetzt alt. Das Werk ist extrem rührselig, aber dennoch sehenswert. Und es wirft Fragen auf, die auch 2026 sehr relevant sind

von Gregor Tholl  19.08.2026

Film

Überraschend witzige Geschichte über Begehren und Scham

In der Slasher-Satire »Teenage Sex and Death at Camp Miasma« von Jane Schoenbrun spritzt Blut, Gillian Anderson flirtet und eine junge Regisseurin versucht, ihre eigene Lust zu verstehen

von Shireen Broszies  19.08.2026

Frankfurt am Main

Friedenspreis: Mirjam Zadoff hält Laudatio auf Philipp Sands

Der Menschenrechtsanwalt Philippe Sands erhält eine der angesehensten Auszeichnungen Deutschlands. Nun wurde die Laudatorin bekanntgegeben

 19.08.2026

Rezension

Antidot gegen Lüge und Vernebelung

Richard Herzinger war ein lebenslanger Streiter gegen Antisemitismus jeglicher Couleur. Ein Auswahlband seiner Texte zeigt ihn nun einmal mehr als einen wortmächtig-analytischen Solitär

von Marko Martin  19.08.2026

Kino

»Hiddensee« - Ein Inselparadies, nicht frei von Widersprüchen

Punk am Strand, Kunst und Politik im Laufe der Zeit - eine Doku über die Ostseeinsel Hiddensee und ihre wechselvolle Geschichte

von Kira Taszman  18.08.2026

Filmpreis

Sophie von der Tann übernimmt Partnerschaft für »Deutschen Menschenrechts-Filmpreis«

Die umstrittene ehemalige ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann übernimmt die Patronage für die aktuelle Ausgabe des »Menschenrechts-Filmpreis«

 18.08.2026