Kino

»Fauda«-Macher arbeiten an Film über den 7. Oktober

Die »Fauda«-Macher Avi Issacharoff, links, und Lior Raz Foto: picture alliance/AP Photo

Wer, wenn nicht sie. Avi Issacharoff und Lior Raz, die Erfinder des »Fauda«-Universums, dem größten Serienhit Israels über eine Antiterroreinheit der israelischen Armee, arbeiten gerade am Drehbuch für einen Film über die Ereignisse des 7. Oktober 2023, als die Hamas im Süden Israels einfiel, fast 1200 Menschen massakrierte, Tausende verletzte und 240 Geiseln in den Gaza-Streifen verschleppte. Der Spielfilm soll auf der wahren Geschichte von Noam Tibon basieren. Das meldet die US-Website »Deadline«.

Der Großvater und pensionierte General der israelischen Armee gehört zu den vielen Helden des Schwarzen Schabbat. Der 61-Jährige hat damals eigenständig seine Familie vor den Terroristen gerettet, die unter anderem den Kibbuz Nahal Oz überfallen hatten, wo der Sohn mit seiner Familie wohnte.

Held des Schwarzen Schabbat

Nachdem dieser seine Eltern in Tel Aviv telefonisch informiert hatte, was los war, und dass er mit Frau und Kindern im Schutzraum festsitze, während draußen Terroristen auf Menschenjagd gingen, waren die Eltern ins Auto gesprungen und in den Süden gefahren. Auf dem Weg retteten sie Überlebende des Massakers auf dem Nova-Festival und halfen verwundeten israelischen Soldaten. Schließlich schloss sich der Vater, nur mit einer Pistole bewaffnet, anderen Soldaten an und half dabei, Nahal Oz von den Terroristen zu befreien.

»Als Noam Tibon mit den Schrecken dieses schicksalhaften Tages konfrontiert wurde, begab er sich sofort in Gefahr, um seine Familie zu schützen«, werden Lior Raz und Avi Issacharoff zitiert. »Seine ergreifende Geschichte – die in allen Religionen, Ländern und Konflikten Gültigkeit hat – spiegelt auf wunderbare Weise die Opfer wider, die wir für die Menschen, die wir lieben, zu bringen bereit sind. Wir sind stolz darauf, dazu beizutragen, Noams Mut noch bekannter zu machen und in diesen schwierigen Zeiten etwas Hoffnung und Inspiration zu vermitteln«, zitiert »Deadline« die Filmemacher.

Menschliche Geschichten

Issacharoff und Raz wurden als Co-Autoren der erfolgreichen Polit-Thriller-Serie »Fauda« bekannt, die 2015 beim Sender Yes Premiere feierte und seitdem in vier Staffeln auf Netflix ausgestrahlt wird. Die Serie mit Raz in der Hauptrolle des Doron Kabilio, die auf den Erfahrungen des Duos in einer Sondereinheit der israelischen Armee basiert, liefert neben brachialer Action immer wieder auch die menschlichen Geschichten auf beiden Seiten des israelisch-palästinensischen Konflikts.

Raz und Issacharoff waren am 9. Oktober 2023 mit der Reservistenorganisation »Brothers in Arms« nach Sderot gefahren, um unter Raketenbeschuss zwei Familien aus der Stadt zu evakuieren, die während des Massakers zwei Tage zuvor von Hamas-Terroristen schwer getroffen worden war. »Es war nichts im Vergleich zu den anderen Helden in unserem Land«, sagte Raz damals den israelischen Sender Channel 12.

Düsterer Ton

Über die neue Staffel von »Fauda« sagte er, dass sie nach dem Hamasangriff komplett überarbeitet werden musste und der Ton deutlich düsterer werde. »Es war unmöglich, die Geschichte so zu erzählen, wie wir dachten, dass wir es könnten.«

Der Film über Noam Tibon wird von Leviathan Productions realisiert. Noam Tibon und sein Sohn Amir werden als Berater an dem Projekt mitarbeiten.

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