Jüdisches Museum Franken

Erweiterungsbau eröffnet

Nach drei Jahren Bauzeit wurde der Museumsanbau mit einer Fläche von 900 Quadratmetern offiziell eröffnet. Foto: dpa

Im Jüdischen Museum Franken in Fürth ist zukünftig viel mehr Platz für Sonderausstellungen, Veranstaltungen und für museumspädagogische Projekte gegen Antisemitismus und Rassismus. Am Sonntag wurde mit einem Festakt der 5,2 Millionen Euro teure Erweiterungsbau eröffnet, von heute an ist das neue Museum auch für das Publikum geöffnet.

Mit dem Erweiterungsbau gehört das Jüdische Museum Franken nun zu den drei wichtigsten jüdischen Museen in Deutschland, sagte die Fürther Kulturreferentin Elisabeth Reichert. Sie verwies auf die lange Geschichte der Juden in Fürth seit dem 14. Jahrhundert und auf die umfangreiche Sammlung des Hauses. Außerdem sei das Jüdische Museum an einem historischen Ort untergebracht.

Verbindung Auf 900 Quadratmetern, verteilt auf fünf Geschosse eines großen modernen Gebäudes, hat Architekt Ulrich Manz Räume für Wechselausstellungen, die Bibliothek, Veranstaltungen und die Verwaltung geschaffen. Das Haus ist durch eine Glaspassage mit dem Altbau verbunden.

Alexander Küßwetter vom Trägerverein Jüdisches Museum Franken versprach, das neue Haus werde ein Anziehungsort für junge Leute sein. Man werde sie »aus den schlimmen Erfahrungen der deutschen Geschichte heraus festigen«. Das Museumsteam wolle »wichtige Zeichen gegen Antisemitismus, Rechtsradikalismus und gegen weltweiten religiösen Wahn setzen«.

Museumsleiterin Daniela Eisenstein nannte als Beispiel für die neuen Schwerpunkte der Museumsarbeit einen Antisemitismus-Workshop für Lehrer und Schulklassen. Außerdem setze man auf kreativ-partizipative Projekte, für die im Erdgeschoss des Altbaus Räume frei geworden seien, und die Erforschung der Geschichte der Fürther Juden in der frühen Neuzeit.

festakt Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, brachte in seiner Rede zum Festakt seine Freude zum Ausdruck, dass das Museumsteam auch Bildungsangebote und Lernmöglichkeiten schaffen wolle. Projekte wie der Erweiterungsbau in Fürth gehörten zu »vielen kleinen Schritten« im Kampf der Gesellschaft gegen Antisemitismus, so Schuster.

Der Zentralratspräsident wies zugleich darauf hin, wie wichtig die Etablierung eines niederschwelligen Meldesystems für antisemitische Vorfälle in Deutschland sei. Erst eine solche Statistik würde ein Gesamtbild der Situation widerspiegeln, in der sich die Juden in Deutschland tatsächlich befinden. Die deutsche Gesellschaft stehe derzeit vor der Herausforderung, Antisemitismus zu bekämpfen.

Judenhass gebe es in verschiedenen Erscheinungsformen und Gesellschaftsschichten, »und keinen gilt es zu verharmlosen«. Deutschland sei zwar immer noch ein Staat, in dem Juden gerne lebten, allerdings gebe es ein »Gefühl der Bedrohung«, das sich breitgemacht habe.

Das Jüdische Museum Franken war 1999 in Fürth im ehemaligen Wohnhaus einer Fürther Familie eröffnet worden, in dem sich ein Ritualbad von 1651 und eine später hinzugebaute Laubhütte befanden. 2008 wurde ein Wettbewerb für den Erweiterungsbau ausgelobt, 2013 beschloss die Stadt das Projekt. epd/ja

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