Los Angeles

Donald Sterling lebenslang gesperrt

Donald Sterling (r.) mit seiner Freundin Foto: dpa

Donald Sterling, der jüdische Besitzer des Profi-Basketball-Clubs Los Angeles Clippers, wurde von der US-Profiliga NBA lebenslang gesperrt. Grund sind rassistische Äußerungen, die dem 80-Jährigen zugeschrieben werden.

NBA-Commissioner Adam Silver zeigte sich auf einer Pressekonferenz am Dienstag in New York entsetzt über die Äußerungen Sterlings und verhängte eine Geldstrafe in Höhe von 2,5 Millionen Dollar gegen Sterling. Außerdem darf dieser weder die Spiele der NBA besuchen noch das Clippers-Vereinsgelände betreten.

Kritik Abraham Foxman, Chef der Anti-Defamation League, nannte die angeblichen Aussagen »verwerflich«. Zuvor hatte bereits US-Präsident Barack Obama von Bemerkungen gesprochen, die »unglaublich rassistisch und beleidigend« seien.

Auch Rabbiner Marvin Hier und Abraham Cooper vom Simon Wiesenthal Center kritisierten Sterlings Äußerungen scharf und kündigten an, jede Maßnahme des NBA-Commissioners zu unterstützen.

Der Verein selbst setzte am Dienstag ein Zeichen und ließ seine Homepage mit schwarzem Hintergrund und dem Satz: »We are one« erscheinen.

Tonband Auf Tonaufzeichnungen soll einem Bericht des Internetportals »TMZ« vom 25. April zufolge der 80-jährige Sterling zu hören sein, der im Gespräch mit seiner jungen Freundin, einem Model, rassistische Bemerkungen macht.

Die Stimme der männlichen Person auf dem Band erklärt laut dem Bericht: »Du kannst mit Schwarzen schlafen, du kannst sie mitbringen, du kannst tun, was immer du willst. Das wenige, was ich von dir verlange, ist, dass du das nicht öffentlich präsentierst.« Und weiter: »Es stört mich wirklich sehr, dass du dich mit Schwarzen abgibst.«

Instagram Auslöser des aufgezeichneten Dialogs war ein gemeinsames Instagram-Bild von Sterlings Freundin, die selbst afroamerikanische Wurzeln hat, und dem schwarzen Basketball-Star Magic Johnson (54).

In einer Stellungnahme zu den Berichten sagte Abraham Foxman: »Falls eine Untersuchung der Nationalen Basketball Association (NBA) zu dem Schluss kommt, dass Herr Sterling tatsächlich diese rassistischen und intoleranten Bemerkungen gemacht hat, dann erwarten wir eine schnelle und energische Reaktion.« Auch das American Jewish Committee verurteilte die Bemerkungen und appellierte an die NBA, angemessene Schritte gegen Sterling zu unternehmen.

Sterling, ein Rechtsanwalt und Immobilienmakler, kam als Donald Tokowitz zur Welt. Er hatte die Los Angeles Clippers 1981 gekauft und gilt als der am längsten amtierende Clubbesitzer in der Geschichte der NBA. jta/ja

Ein Mitschnitt des Tapes ist hier zu hören: www.youtube.com/watch?v=YhT6d5fMhzI

Sachbuch

Der Kampf jüdischer Gemeinden für den Synagogen-Aufbau nach dem Krieg

Durch die Nationalsozialisten zerstört, wollten jüdische Gemeinden viele Synagogen in Deutschland nach dem Krieg wieder aufbauen. Doch sie hatten mit Widerständen zu kämpfen - und mit Parkplätzen und Einkaufszentren

von Thomas Klatt  04.11.2026

New York

Nach Paul Simon wird auch Art Garfunkel 85

Mit Songs wie »The Sound of Silence« wurden Simon & Garfunkel weltberühmt – aber auch die Streits der beiden Schulfreunde aus New York sind legendär. Jetzt steht der nächste große Geburtstag an

von Christina Horsten  04.11.2026

Frankfurt am Main

Rote und blaue Fäden

Mit der Installation »A Sky Full of Hope« will die Künstlerin Janet Echelman globale Vernetzung sichtbar machen – und eckt in der Stadt damit an

von Eugen El  03.11.2026

Fernsehen

»Doitscha« erzählt vom Leben deutscher Juden nach dem 7. Oktober

Im Mittelpunkt der pointierten Tragikomödie steht eine Familie, in der unterschiedliche Identitäten, Ängste und Lebensentwürfe aufeinanderprallen

 03.11.2026

Frankfurt

Jüdische Akademie soll »Haus der Zukunft« sein

In der ersten Diskussionsrunde der neuen Jüdischen Akademie in Frankfurt stieß ein Wunsch angesichts von Antisemitismus und innerjüdischer Differenzen auf große Zustimmung: Die Akademie soll ein »Haus der Zukunft« sein

 03.11.2026

Kino und Literatur

»Holocaust im Film« - Eine Spurensuche von 1946 bis heute

Im November kommt der Essayfilm »Holofiction« ins Kino: Regisseur Michal Kosakowski untersucht die filmische Ikonografie des Holocaust. Zur Geschichte des Holocaust-Films gibt es auch schon das gleichnamige Sachbuch

von Marcus Stiglegger  03.11.2026

Lesen!

Existenzialistische Suchbewegungen

In Benjamin Steins »Tiferet« geht es um die letzten Dinge, um alles und nichts – und vor allem um Abschied und Verlust

von Tobias Prüwer  02.11.2026

Interview

»Gemeinsam nach der Wahrheit suchen«

Carlos Fraenkel, der neue Leiter des Potsdamer Einstein Forums, will unterschiedliche Denktraditionen miteinander ins Gespräch bringen – und die Philosophie stärker in der Gesellschaft verankern

von Ayala Goldmann  02.11.2026

Aufgegabelt

Frühstückskartoffeln

Rezepte und Leckeres

 02.11.2026