Kino

Dokumentarfilm »Colette« über Mittelbau-Dora gewinnt Oscar

Die Verleihung würdigt das Schicksal der vielen Zehntausend Widerstandskämpfer in ganz Europa, die in das KZ Mittelbau-Dora verschleppt wurden. Foto: imago

Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora haben der Produktion »Colette« zum Gewinn eines Oscars gratuliert.

»Die Verleihung würdigt nicht nur das Schicksal der Geschwister Colette und Jean-Pierre Catherine, sondern auch die vielen Zehntausend weiteren Widerstandskämpfer in ganz Europa, die in das KZ Mittelbau-Dora verschleppt wurden«, sagte Stiftungsdirektor Jens-Christian Wagner am Montag in Weimar.

Der von der englischen Zeitung »The Guardian« produzierte Film hatte sich bei den Academy Awards als bester Dokumentar-Kurzfilm durchgesetzt. Ein britisch-französisches Filmteam um Regisseur Anthony Giacchino hatte die französische Résistance-Kämpferin Colette Marin-Catherine (93) auf der Reise ins thüringische Nordhausen zum ehemaligen KZ Mittelbau-Dora begleitet.

Dort war Jean-Pierre Catherine eingesperrt gewesen. »Er wurde Ende 1943 in das KZ Natzweiler eingewiesen und im Januar 1945 nach Mittelbau-Dora überstellt«, erklärte Wagner. Am 27. März 1945 sei er im Außenlager Boelcke-Kaserne in Nordhausen, dem zentralen Siechen- und Sterbelager des KZ, gestorben. Als Todesursache habe die SS »Herzversagen« angegeben.

Das KZ Dora war am 28. August 1943 als Außenlager Buchenwalds eingerichtet und im Herbst 1944 als KZ Mittelbau reorganisiert worden. In ihm waren etwa 60.000 Häftlinge aus 48 Nationen inhaftiert. Ein Drittel starb wegen der inhumanen Arbeits- und Lebensbedingungen etwa bei der Produktion von V2-Raketen in unterirdischen Stollen.

»Ihnen und den Menschen, denen die Brüder, Väter und Ehemänner genommen wurden, setzt der bewegende Film ein Denkmal«, sagte Wagner. epd

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