Eurovision Song Contest

Die Szenen von Malmö dürfen sich nicht wiederholen

Tritt beim ESC für Israel an: Yuval Raphael (24) Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

»Ein neuer Tag wird anbrechen / Das Leben wird weitergehen / Alle weinen / Weine nicht allein.« Eigentlich ein harmloser Text über Schmerz, Liebe und Hoffnung. Doch der Song, mit dem Yuval Raphael Israel beim Eurovision Song Contest (ESC) im Mai in Basel vertreten wird, ist mehr als ein herkömmlicher ESC-Beitrag.

Die junge Frau konnte während des Massakers am 7. Oktober 2023 dem Tod entkommen, weil sie sich unter Leichen versteckte. »New Day Will Rise« enthält aber keine expliziten politischen Botschaften, weshalb das Lied die Grundsätze der Europäischen Rundfunkunion (EBU) nicht verletzt, die jeglichen politischen Inhalt verbieten. Text und Clip wurden von der EBU ausgewertet und vor der offiziellen Veröffentlichung in Israel am Sonntag zu Recht genehmigt.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Das von Songwriter Keren Peles geschriebene Lied enthält Passagen auf Englisch, Französisch und Hebräisch – Letzteres ein Auszug aus dem Hohelied. Peles sagte dem öffentlich-rechtlichen Sender Kan: »Egal, wie viel Feuer sie gegen uns richten, unser Wasser ist stärker, unsere Liebe ist stärker. Sie können uns nicht auslöschen oder verbrennen.« Für Raphael bedeutet das Lied »Heilung, die wir alle brauchen, und Optimismus für die kommenden Tage – unsere Zukunft«. Sie wolle »alles geben, damit ganz Israel stolz sein kann«.

Die roten Anemonen im Video sind ein Symbol für den Süden Israels

Im Video ist Raphael mit einer Gruppe junger Menschen auf einer Wiese mit roten Anemonen zu sehen, dem Symbol für den Süden Israels. Die jungen Leute tanzen, wirken glücklich. Szenen, die an das Nova-Musikfestival erinnern, als 364 Menschen von den Hamas-Terroristen massakriert wurden. Kennt man die Hintergründe der Interpretin, die als Jugendliche drei Jahre mit ihrer Familie in Genf lebte und damit auch eine Verbindung zur französischen Sprache hat, ist verständlich, dass sie ihre persönlichen Erlebnisse wie die Erfahrung ihres Landes teilen möchte.

Die EBU und die ESC-Organisatoren tragen nun die Verantwortung dafür, dass sich Szenen wie in Malmö, als Eden Golan angefeindet und ausgebuht wurde, im Mai nicht wiederholen. Positiv ist übrigens nicht nur die Botschaft der wunderschön-hymnischen Ballade, in den Wettbüros kletterte sie hinter Schweden und Österreich bereits auf Platz drei.

Zahl der Woche

14

Funfacts & Wissenswertes

 01.04.2026

Aufgegabelt

Mazze-Granola

Rezept der Woche

von Katrin Richter  31.03.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Neues aus der Jüdischen Welt

von Katrin Richter  31.03.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Pessach im Klassenzimmer oder Was Freiheit bedeutet

von Nicole Dreyfus  31.03.2026

Kolumne

Shkoyach!

Warum Schläge mit der Frühlingszwiebel am Sederabend nicht völkerrechtswidrig sind

von Ayala Goldmann  31.03.2026

»Imanuels Interpreten« (19)

Bette Midler: Das Energiebündel

Sängerin, Comedienne und Schauspielerin mit Persönlichkeit: »The Divine Miss M« ist ein Unikum

von Imanuel Marcus  31.03.2026

München

Urys »Interieur mit Kindern« werden restituiert

Ein Bild mit einer spannenden Geschichte kehrt nun aus Bayern in den Schoß der rechtmäßigen Erben zurück. Vorausgegangen ist eine umfangreiche Provenienzforschung zur Herkunft des Gemäldes

von Barbara Just  30.03.2026

Programm

Führung, Erinnerung und Vorträge: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 2. April bis zum 16. April

 30.03.2026

Quedlinburg

Feininger-Museum mit Jubiläumsausstellung zur »Blauen Vier«

Quedlinburg bietet mehr als Stiftskirche und Fachwerk: Am Montag wird im Museum Lyonel Feininger eine Sonderausstellung mit Werken der Künstlergruppe »Die Blaue Vier« um Paul Klee und Wassily Kandinsky eröffnet

 30.03.2026