Antisemtismus

documenta-Geschäftsführer irritiert mit Aussagen zur Kunstschau

War das mit mutig gemeint? Antisemitisches Werk »People’s Justice« auf der documenta Foto: picture alliance/dpa

Der designierte documenta-Geschäftsführer Andreas Hoffmann will, dass die Ausstellung »auch zukünftig so mutig bleibt, wie sie es bisher gewesen ist«. Dem Magazin »Monopol« sagte der Kulturmanager, der am 1. Mai sein Amt antritt, er begegne dieser Aufgabe »mit viel Respekt, aber auch mit Enthusiasmus und Vorfreude«.

Dem Eindruck, die alle fünf Jahre stattfindende Kunstschau in Kassel habe sich seit den zahlreichen Antisemitismus-Skandalen 2022 überlebt, »muss man widersprechen«, sagte Hoffmann.

»Grundsätzlich glaube ich, das ist meine wirklich tiefste Überzeugung, dass wir eine solche Betrachtung unserer Gesellschaft im Spiegel der Kunst einfach brauchen, und dass auch das Publikum das so sieht.«

Die documenta sei in einer Phase, in »der es auch um grundsätzliche Weichenstellungen geht«, sagte Hoffmann. Dabei gehe es neben organisatorischen Veränderungen auch »um die Festlegung von Standards im Umgang mit Kunstfreiheit und ihren Grenzen«.

Das Gutachten des Juristen Christoph Möllers zeige, wie hoch der Wert der Kunstfreiheit in Deutschland ist. »Auf der Basis dessen, was wir da lesen, kann man stärkeren Einfluss von der Politik auf den kuratorisch-künstlerischen Bereich nicht erwarten. Das ist eine gute Nachricht.« dpa/ja

Sehen!

»Doitscha – Alles geht vorüber«

Die Tragikomödie »Doitscha – Alles geht vorüber« in der ARD beruht auf einem Buch von Adriana Altaras

von Pascal Beck  04.11.2026

Fernsehen

»Doitscha« erzählt vom Leben deutscher Juden nach dem 7. Oktober

Im Mittelpunkt der pointierten Tragikomödie steht eine Familie, in der unterschiedliche Identitäten, Ängste und Lebensentwürfe aufeinanderprallen

 04.11.2026

TV-Tipp

Viele Jahre bis zum großen »Hallelujah«: Arte zeigt Porträt von Leonard Cohen zum zehnten Todestag

Es ist wohl das bekannteste Lied des kanadischen Sängers Leonard Cohen. Und so steht »Hallelujah« auch im Zentrum eines so unterhaltsamen wie inspirierenden Porträts über diesen modernen Minnesänger

von Jan Lehr  04.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  04.11.2026

Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 4. November bis zum 12. November

 04.11.2026

Sachbuch

Der Kampf jüdischer Gemeinden für den Synagogen-Aufbau nach dem Krieg

Durch die Nationalsozialisten zerstört, wollten jüdische Gemeinden viele Synagogen in Deutschland nach dem Krieg wieder aufbauen. Doch sie hatten mit Widerständen zu kämpfen - und mit Parkplätzen und Einkaufszentren

von Thomas Klatt  04.11.2026

New York

Nach Paul Simon wird auch Art Garfunkel 85

Mit Songs wie »The Sound of Silence« wurden Simon & Garfunkel weltberühmt – aber auch die Streits der beiden Schulfreunde aus New York sind legendär. Jetzt steht der nächste große Geburtstag an

von Christina Horsten  04.11.2026

Frankfurt am Main

Rote und blaue Fäden

Mit der Installation »A Sky Full of Hope« will die Künstlerin Janet Echelman globale Vernetzung sichtbar machen – und eckt in der Stadt damit an

von Eugen El  03.11.2026

Frankfurt

Jüdische Akademie soll »Haus der Zukunft« sein

In der ersten Diskussionsrunde der neuen Jüdischen Akademie in Frankfurt stieß ein Wunsch angesichts von Antisemitismus und innerjüdischer Differenzen auf große Zustimmung: Die Akademie soll ein »Haus der Zukunft« sein

 03.11.2026