Auszeichnung

Deutscher Kinderhörspielpreis für »Stella Menzel«

Autorin Holly-Jane Rahlens Foto: imago images/POP-EYE

Stella Menzel und der goldene Faden erhält den Deutschen Kinderhörspielpreis 2020. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung wird an die Radiomoderatorin und Buchautorin Holly-Jane Rahlens (70) vergeben, wie die Film- und Medienstiftung NRW am Montag in Düsseldorf mitteilte.

Die Autorin erzähle »beherzt vom Überleben mit Traditionen, Verlusten und frischen Erfahrungen«, hieß es in der Begründung der Jury. Die Preisverleihung im Rahmen der ARD-Hörspieltage muss aufgrund der Corona-Pandemie entfallen.

volkslied Nach Angaben der Autorin geht die Idee zur Geschichte auf ein altes jiddisches Volkslied zurück. Es geht um das Mädchen Stella, das einen verzauberten Mantel aus blauem Seidenstoff besitzt. Ihre Ururgroßmutter hat ihn vor 100 Jahren gestickt.

Die Autorin erzähle »beherzt vom Überleben mit Traditionen, Verlusten und frischen Erfahrungen«, hieß es in der Begründung der Jury.

Nun erzählt ihr die Großmutter anhand des Erinnerungsstücks die Familiengeschichte im Russland der Zarenzeit und im Berlin der Goldenen Zwanzigerjahre. Sie berichtet von der Flucht der jüdischen Familie nach New York, ihrem Leben im Exil und schließlich vom Neuanfang in Deutschland.

Die Erzählung berichte davon auf »kindgerechte und dabei lehrreiche Weise«, erklärte die fünfköpfige Jury. Ein »von Geschichten und Geschichte prall gefülltes Hörspiel« für Kinder und darüber hinaus für die ganze Familie, so ihr Urteil.

hörspieltage Die ARD-Hörspieltage sind das größte Hörspiel-Festival im deutschsprachigen Raum. Alle vom 4. bis 8. November in Karlsruhe geplanten Live-Aufführungen und Diskussionen wurden coronabedingt abgesagt. Sie finden in diesem Jahr ausschließlich digital statt.

Noch bis zum 6. November können die Zuhörer über ein Online-Voting über den diesjährigen Publikumspreis abstimmen. kna

Meinung

Die Juden waren’s!

Claudia Roth und die jüdische Lobby: Eine kleine Chronik der Unschuld

von Andreas Büttner  06.11.2026

Nachruf

Eine Welt voller Wärme

Die jüdische Kinderbuchautorin Myriam Halberstam nimmt Abschied von Janosch, dem Vater von Tiger, Bär und Tigerente

von Myriam Halberstam  06.11.2026

Fernsehen

Biedere Bürgerlichkeit und organisierter Massenmord

Das ZDF zeigt den Oscar-prämierten Spielfilm »The Zone of Interest« über den KZ-Kommandanten Rudolf Höß, der mit seiner Familie unmittelbar neben dem Vernichtungslager Auschwitz lebte

von Josef Lederle  06.11.2026

New York

Nach Paul Simon wird auch Art Garfunkel 85

Mit Songs wie »The Sound of Silence« wurden Simon & Garfunkel weltberühmt – aber auch die Streits der beiden Schulfreunde aus New York sind legendär. Jetzt steht der nächste große Geburtstag an

von Christina Horsten  06.11.2026

TV-Tipp

Viele Jahre bis zum großen »Hallelujah«: Arte zeigt Porträt von Leonard Cohen zum zehnten Todestag

Es ist wohl das bekannteste Lied des kanadischen Sängers Leonard Cohen. Und so steht »Hallelujah« auch im Zentrum eines so unterhaltsamen wie inspirierenden Porträts über den legendären Sänger

von Jan Lehr  06.11.2026

Hintergrund

Claudia Roth und der »unfassbare Druck vom Zentralrat«

Die Ex-Kulturstaatsministerin bezeichnet es als »totalen Fehler«, auf der Berlinale Regisseure wegen ihrer israelfeindlichen Aussagen kritisiert zu haben und sucht dafür die Schuld beim Zentralrat der Juden

von Michael Thaidigsmann  05.11.2026

Interview

»Ich bin von Natur aus kein glücklicher Mensch«

Die Schriftstellerin Nele Pollatschek verrät im Gespräch zu ihrem neuen Buch, wie sie gelernt hat, das Leben bewusster und positiver wahrzunehmen – ohne die Augen vor dem Leid der Welt zu verschließen

von Katrin Richter  05.11.2026

Kulturkolumnne

Bis 120 oder Wie wir doch noch zu Muskeljuden werden

In der heutigen Zeit ziehen körperliche Optimierungstrends nicht spurlos an uns vorbei. Sollen wir uns davon beherrschen lassen?

von Laura Cazés  05.11.2026

Kino

Im Angesicht der Schmerzen, der Angst und Scham

»Block 10« beleuchtet die medizinischen Experimente an Frauen in Auschwitz – und versteht sich auch als eine Antwort auf die Gegenwart

von Chris Schinke  05.11.2026