Finale

Der Rest der Welt

Foto: Getty Images/ Alija

Finale

Der Rest der Welt

Hanteln, Gewichte, Corona: Wieso ich ins Fitnessstudio gehe

von Eugen El  29.10.2020 13:07 Uhr

Nicht nur ich staune. Auch alle, die mich gut kennen, hätten es nicht für möglich gehalten, dass ich so lange dabeibleibe: Seit siebeneinhalb Jahren gehe ich regelmäßig ins Fitnessstudio. Das ist ein wahres Wunder! Denn in der Schulzeit wurde ich immer als Letzter ins Volleyballteam gewählt.

»No Sports« war auch im Studium meine Maxime. 2013 aber überredete mich meine damalige Mitbewohnerin zur Anmeldung in einem Sportstudio. Dessen Mitarbeiter musterte mich ungläubig und fragte freundlich, aber bestimmt: »Wollen Sie das wirklich?«

Bodybuilder Ich muss sehr schmächtig und sehr unsicher gewirkt haben. Aber ich wollte es nun mal ausprobieren! Heute glaube ich, dass sich mein Erscheinungsbild sichtbar gewandelt hat. Doch keine Angst: Ich bin kein Bodybuilder, der seinen täglichen Trainingsfortschritt vor dem Spiegel begutachtet, fotografiert und auf Instagram postet. Ich staune bloß, dass es mit mir und dem Fitnessstudio überhaupt etwas geworden ist! Denn ich gehe wirklich gern hin.

Als ich in den Nuller-Jahren studiert habe, galten sogenannte Muckibuden als eine etwas anrüchige Freizeitbeschäftigung für notorische Pumper. Heute habe ich den Eindruck, dass jeder und jede unabhängig von Alter und Herkunft trainieren geht: Fitness ist des Großstädters liebstes Hobby! Fitnessstudios haben sich zu einem demokratischen Ort entwickelt, an dem Menschen zusammenkommen, die sich sonst nicht über den Weg trauen.

Künstler Ich genieße das Training als eine Auszeit: Im Sportstudio treffe ich selten auf Künstler oder auf Kollegen, die auch »was mit Medien« machen. Dass ich dann aber Menschen begegne, die zwischen zwei Übungen verlautbaren, dass sie »nicht an Corona glauben« oder in der Trainingspause kreative Vorschläge zur Lösung des Nahostkonflikts unterbreiten, ist die Kehrseite der Medaille.

Apropos Corona. Das Virus schmälert nicht nur das Fitnessvergnügen, sondern auch die Muskelmasse – falls Sportstudios pandemiebedingt wieder schließen müssten. Aber der Anblick von in einem Innenraum nebeneinander keuchenden und schwitzenden Männern und Frauen versetzt nicht nur Virologen in Sorge, sondern ganz besonders mich.

Outdoor Die Frage ist ja: Was nun? Es ist ja nicht so, dass wir – wie es in Israel zum Beispiel der Fall ist – »Outdoor-Gyms« hätten. Denn was gibt es Besseres, als unter freiem Himmel Sport zu machen? Noch hat sich dieses Konzept in Deutschland kaum herumgesprochen.

Vielleicht wird sich das ja nach Corona ändern? Und dann, dann werde ich ein richtiger Bodybuilder.

Deutschland

Schoa-Überlebende und Antisemitismusbeauftragte rechnen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Maha El Hissy ab

Die Hintergründe

 09.09.2026 Aktualisiert

Kommentar

Warum der Börsenverein des Deutschen Buchhandels nie wieder »Nie wieder!« sagen sollte

Wer Antisemitismus nur dort bekämpft, wo es bequem ist, bekämpft ihn nicht – und wer wie im Fall Maha El Hissy konkrete Vorwürfe nicht ernsthaft prüfen will, sollte aufhören, zu erklären, wie ernst er diesen Kampf nimmt

von Andreas Büttner  09.09.2026 Aktualisiert

»Von Monet bis Picasso«

Ausstellung in Hamburg würdigt jüdische Kunstsammler

Die Schau versammelt rund 100 Werke unter anderem von Claude Monet, Pablo Picasso, Paul Cézanne, Ernst Ludwig Kirchner, Paula Modersohn-Becker und Vincent van Gogh

 09.09.2026

Mascha Malburg und Joshua Schultheis

In eigener Sache

Mascha Malburg und Joshua Schultheis werden mit dem Georg-Stefan-Troller-Preis ausgezeichnet

Die Redakteurin der Jüdischen Allgemeinen und der freie Mitarbeiter erhalten die Auszeichnung für ihre Interviewreihe mit Juden aus Deutschland

 09.09.2026

Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 10. September bis zum 17. September

 09.09.2026

Zahl der Woche

22.233 israelische Kinder und Jugendliche

Fun Facts und Wissenswertes

 09.09.2026

Musik und Politik

Pink kritisiert Macklemore für Anti-Israel-Auftritt bei Ed Sheeran

Macklemore nutzte seinen Auftritt bei einem Konzert von Ed Sheeran, um Israel Völkermord vorzuwerfen. Das hat offenbar nicht nur jüdische Organisationen verärgert, sondern auch die Sängerin Pink

 09.09.2026

Ausstellung

Der zerbrochene Messias

Utopien, Visionen und eine Frau als Erlöserin: 25 Jahre nach seiner Gründung zeigt das Jüdische Museum Berlin zwölf zeitgenössische Künstler als Kontrast zu den Schrecken der Gegenwart

von Ayala Goldmann  09.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  09.09.2026