Frankfurt/Main

Der erste Spatenstich

»Lernort für die Zukunft«: Oberbürgermeister Peter Feldmann (4.v.l.) mit Museumsdirektor Raphael Gross (M.) und Salomon Korn (4.v.r.) beim ersten Spatenstich für den Erweiterungsbau des Museums Foto: Rafael Herlich

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich hat am Donnerstag in Frankfurt am Main die Erweiterung und Sanierung des Jüdischen Museums begonnen. Der Start der Rohbauarbeiten ist für Anfang April vorgesehen, wie Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) bei der Zeremonie am Donnerstag erklärte. Das Museum ist seit Juli dieses Jahres geschlossen und soll im Frühjahr 2018 zusammen mit dem Erweiterungsbau wiedereröffnet werden.

Für den Erweiterungsbau und die Sanierung des Rothschild-Palais hat die Stadt Frankfurt am Main 50 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Zwei Millionen Euro kommen vom Land Hessen. Weitere 2,5 Millionen Euro hat die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Museums gesammelt.

erinnerung Mit dem Projekt setze die Stadt ein »eindeutiges Zeichen«, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Es gehe darum, die Erinnerung an die jüdische Vergangenheit, an Geistesgrößen wie den Medizin-Nobelpreisträger Paul Ehrlich und den Sozialphilosophen Max Horkheimer zu bewahren, »für die Gegenwart fruchtbar zu machen und gemeinsam einen Lernort für die Zukunft zu schaffen«.

»Der symbolische Spatenstich ist das Resultat einer kontinuierlichen inhaltlichen Arbeit im Jüdischen Museum«, sagte Direktor Raphael Gross. Unter Gründungsdirektor Georg Heuberger und in seiner eigenen Amtszeit seit 2006 seien rund 150 Ausstellungen gezeigt worden, unter anderem über die Dichterin und Malerin Else Lasker-Schüler, die Bankiersfamilie Rothschild und zuletzt über den hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer.

Die Dauerausstellung des Museums nimmt künftig rund 1500 Quadratmeter ein und gliedert sich in drei Teile, verteilt auf drei Ebenen. Beginnend auf der dritten Ebene erkundet sie in einem historischen Überblick zunächst verschiedene Aspekte der Frankfurter jüdischen Geschichte von 1800 bis heute und setzt damit die Ausstellung im Museum Judengasse fort, die die Geschichte und Kultur der Frankfurter Juden vom Mittelalter bis zum Ende des Ghettos um 1800 thematisiert.

Rothschilds Anschließend gelangen die Besucher über das historische Treppenhaus auf die zweite Ebene: Hier zeigt die Ausstellung sowohl die Kunst- als auch die Judaica-Sammlung. Weiter erwartet die Besucher eine Ausstellung zur Geschichte jüdischer Familien, wobei die beiden berühmtesten Frankfurter Familien, die Rothschilds und die Franks, jeweils eigene Abteilungen erhalten werden. Die neuen Räume für die bis zu vier Wechselausstellungen im Jahr liegen dann im Untergeschoss des Neubaus.

Das Frankfurter Museum am Untermainkai ist die erste Neugründung eines Jüdischen Museums nach der Schoa in Deutschland. Es wurde 1988 im früheren Wohnhaus der Bankiersfamilie Rothschild eröffnet und erhielt vier Jahre später mit dem Museum Judengasse eine Dependance. epd

Antisemitismus

»Die Vorgänge um die Documenta erschüttern mich noch immer« 

Zu Beginn des neuen jüdischen Jahres hat der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, die Vorgänge um die Documenta als das erschütterndste Ereignis des vergangenen Jahres bezeichnet

 01.10.2022

Geheimnisse und Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Sophie von Zitzewitz  01.10.2022

New York

Comedy von der Fischtheke

Einst trafen sich Tom Hanks und Meg Ryan im Film »e-m@il für Dich« bei »Zabar’s« an der Kasse - und verhalfen dem New Yorker Delikatessenladen mit ukrainischen Wurzeln zu Weltruhm. Willie Zabar arbeitet dort in vierter Generation - und nutzt das für seine Comedy

von Christina Horsten  30.09.2022

Erinnerung

Versteckt in Bonn

Selbst ihr Ehemann wusste nicht Bescheid. Eine Bonnerin versteckte eine jüdische Familie aus Köln vor den Nazis. Sie traf - im Gegensatz zu vielen anderen - eine Entscheidung für die Menschlichkeit, die Leben rettete

von Leticia Witte  30.09.2022

Berlin

»Fehler der Vergangenheit anerkennen«

Die US-Botschaft präsentierte eine neue Dokumentation zur Rolle der USA während des Holocaust

 29.09.2022

Debatte

Verbotene rechte Geste oder harmlose Aufforderung ans Publikum?

Ein Auftritt der früheren RTL-Dschungelkönigin und Ballermann-Sängerin Melanie Müller in Leipzig hat die Polizei auf den Plan gerufen. Die 34-Jährige wehrt sich gegen Vorwürfe

 29.09.2022

Roman

Jan Faktor erhält Wilhelm-Raabe-Literaturpreis

Das prämierte Buch »Trottel« des jüdischen Autors steht auch auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis

 28.09.2022

Meinung

Gut gemeint?

Unser Autor findet, dass die ARD-Dokumentation »Der Documenta Skandal« den Antisemitismus auf der Kasseler Kunstausstellung verharmlost

von Daniel Killy  28.09.2022

Baden-Württemberg

»Achgut« erzielt vor Gericht Teilerfolg gegen Michael Blume

Verwaltungsgericht Stuttgart rügt Tweet des Antisemitismusbeauftragten

 28.09.2022