Drei Jahre nach den islamistischen Überfällen auf Israel fragen jüdische Gemeinden in Sachsen-Anhalt in Halle (Saale) über die Ursachen für den gestiegenen Antisemitismus und Antizionismus. Die Podiumsdiskussion zum Thema »Modernisierter Judenhass« soll am 7. Oktober um 19 Uhr im Stadthaus Halle stattfinden, teilte der Landesverband Jüdischer Gemeinden am Montag mit. Gesprächsgäste seien der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, die Journalistin Mirna Funk und der Antisemitismusexperte Stephan Grigat von der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen.
Bei dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 waren rund 1.200 Menschen in Israel getötet und mehr als 240 in den Gaza-Streifen verschleppt worden. Infolge des darauf ausgelösten Kriegs Israels mit der Hamas hätten »die Übergriffe auf Juden weltweit zugenommen«, hieß es. Auch in Sachsen-Anhalt würden Jüdinnen und Juden für Handlungen der israelischen Regierung verantwortlich gemacht.
Alte antijüdische Ressentiments
Zugleich würden auf das jüdische Volk und den Staat Israel »Vorstellungen, Motive und Absichten projiziert, deren Nähe zu alten antijüdischen Ressentiments kaum zu übersehen« seien, hieß es. »Wo einst von Ritualmorden an Kindern« oder »von Brunnenvergiftungen« die Rede war, erschienen vermehrt antisemitische Darstellungen von Juden als Kindermörder oder Israels als Völkermörder.
Die Veranstaltung wolle der Frage auf den Grund gehen, woher dieser Hass auf Israel rühre und ob sich Antizionismus und Antisemitismus überhaupt unterscheiden ließen. epd