Auszeichnung

»Das jüdische intellektuelle Leben wieder aufgebaut«

Preisträgerin Rachel Salamander Foto: imago

Rachel Salamander ist Trägerin des diesjährigen Schillerpreises der Stadt Marbach am Neckar. Die Geburtsstadt Friedrich Schillers ehrt die Gründerin der Literaturhandlung und Publizistin für »ihr entscheidendes Mitwirken am Wiederaufbau des jüdischen intellektuellen Lebens in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg«. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird Salamander am Sonntag, den 10. November, überreicht. Die Laudatio hält der FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher.

Rachel Salamander, so die Preisjury in ihrer Begründung, habe es sich seit Anfang der 80er-Jahre zur Lebensaufgabe gemacht, mit ihrer publizistischen Arbeit und dem Aufbau ihrer Buchhandlungen »das Interesse und die Neugierde für das Judentum und die Literatur zum Judentum zu wecken und gleichzeitig den Zugang zur deutsch-jüdischen Kultur vor dem Holocaust zu erschließen«.

literaturhandlung Rachel Salamander wurde 1949 im bayrischen DP-Lager Deggendorf als Tochter von Schoa-Überlebenden geboren. In München studierte sie Germanistik, Romanistik und Philosophie und promovierte als erste jüdische Frau nach dem Zweiten Weltkrieg an einer deutschen Universität im Fach Germanistik. 1982 gründete sie die Literaturhandlung in München, die erste auf Literatur zum Judentum spezialisierte deutsche Fachbuchhandlung nach der Schoa, die mit über 1000 Veranstaltungen und Lesungen zu einem intellektuellen Zentrum der bayrischen Landeshauptstadt geworden ist. Es folgten 1991 eine Filiale in Berlin und weitere Literaturhandlungen in Deutschland.

Von 2001 an war Rachel Salamander Herausgeberin der »Literarischen Welt«, seit Oktober 2013 leitet sie das neu gegründete FAZ-Literaturforum, berät die Literaturredaktion und hat den Juryvorsitz für den ebenfalls neu gegründeten »Marcel-Reich-Ranicki-Preis für literarische Kritik und Essay« übernommen.

Der Schillerpreis der Stadt Marbach am Neckar wird seit 1959 verliehen. Ursprünglich als literaturwissenschaftliche Ehrung konzipiert, wird er seit 2009 alle zwei Jahre an Persönlichkeiten vergeben, »die in ihrem Leben oder Wirken der Denktradition Friedrich Schillers verpflichtet sind«. Zu den bisherigen Preisträgern zählen der Molekularbiologe und DDR-Bürgerrechtler Jens Reich (2009) und die französische Politikerin Simone Veil (2011). ja

Tennessee

Verbot von Art Spiegelmans »Maus« an Schulen

Der Autor hatte in seinem Meisterwerk die Schoa als Fabel erzählt. Das sei nicht gesund, findet eine Schulbehörde

 28.01.2022

Michael Degen

Ein »großartiger Schauspieler«

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gratuliert vorab zum 90. Geburtstag

 28.01.2022

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter  27.01.2022

Provenienzforschung

Archiv vergessener Schicksale

Berlins Staatliche Museen und Bayerische Staatsgemäldesammlungen erstellen Mediathek jüdischer Kunstsammler

 27.01.2022

Lesen

Brücke zwischen den Generationen

Holocaust-Literatur im Wandel

von Eva Krafczyk  27.01.2022

Essay

Gefäße voller Erinnerungen

Esther Safran Foer bewahrt ihr Gedenken in Gläsern auf und fragt, wie zukünftige Generationen zurückblicken werden

von Esther Safran Foer  27.01.2022

#WeRemember

»Das ist immer wie ein kleines Wunder«

Luigi Toscano über sein Fotoprojekt mit Schoa-Überlebenden, deren Porträts in Jerusalem und überraschende Momente

von Katharina Schmidt-Hirschfelder  27.01.2022

Fußballmuseum

Online-Lexikon über jüdische Fußballer veröffentlicht

Das Nachschlagewerk würdigt die Lebensgeschichten heute zumeist vergessener jüdischer Fußballer und Funktionäre

 26.01.2022

Soziale Netzwerke

Der Holocaust auf TikTok

Mit Kurzvideos wollen mehrere KZ-Gedenkstätten ein jüngeres Zielpublikum erreichen - der Zentralrat der Juden lobt die Idee

von Michael Thaidigsmann  26.01.2022