Berlin

Daniel Barenboim ist nun Ehrenbürger

Daniel Barenboim wurde im Roten Rathaus von der Regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey zum Berliner Ehrenbürger ernannt. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Berlin

Daniel Barenboim ist nun Ehrenbürger

Sowohl am Konzertflügel wie auch am Dirigentenpult beweise der Geehrte »jeweils unvergleichliche Meisterschaft«, sagte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey

 21.04.2023 13:51 Uhr

Der Dirigent Daniel Barenboim ist zum Berliner Ehrenbürger ernannt worden. Der 80-Jährige wurde am Freitag bei einem Festakt im Roten Rathaus geehrt. »Unsere Zeit hat wohl kaum einen Künstler hervorgebracht, der sowohl am Konzertflügel wie auch am Dirigentenpult jeweils unvergleichliche Meisterschaft beweist«, sagte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey.

Sie würdigte auch Barenboims gesellschaftspolitisches Engagement, etwa für die Verständigung von Israelis und Palästinensern. »Als Künstler und als Mensch sind Sie wahrhaft eine Jahrhundertgestalt«, sagte Giffey. Barenboim sagte in seiner Dankesrede, er sei zutiefst berührt von der Auszeichnung.

Unter den Linden Barenboim wurde als Enkel jüdischer Einwanderer in Argentinien geboren, später zog die Familie nach Israel. Schon als Kind feierte er musikalische Erfolge. Sein Weg führte ihn später nach Berlin. Dort war er rund 30 Jahre Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden, den Posten gab er vor Kurzem krankheitsbedingt auf.

Barenboim hat auch das West-Eastern Divan Orchestra mitgegründet, das junge Menschen aus Nahost zusammenbringen soll. Auch die Barenboim-Said-Akademie in Berlin fördert Musikerinnen und Musiker.

Barenboim ist der 123. Ehrenbürger Berlins. Auf der Liste stehen zum Beispiel der frühere Kanzler Konrad Adenauer, der Maler Max Liebermann und die Schauspielerin Marlene Dietrich. Zuletzt war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier aufgenommen worden. Zur Ehrung Barenboims kam auch die 101-jährige Margot Friedländer, die den Holocaust überlebt hat und selbst Ehrenbürgerin der Stadt ist. dpa

Glosse

Der Rest der Welt

Es war der Sommer 1987, und fast immer sah ich »Dirty Dancing«

von Margalit Edelstein  30.08.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter  30.08.2026

Hessen

Antisemitismusbeauftragter kritisiert Berufung von Maha El Hissy in Jury des Deutschen Buchpreises

Uwe Becker charakterisiert die Literaturkritikerin als »Multiplikatorin israelfeindlicher Stereotype« und hofft auf ihre Abberufung

 30.08.2026

70 Jahre »Bravo«

Dr. Sommers Vermächtnis

Von 1969 bis 1984 war der Arzt Martin Goldstein »Dr. Sommer«, einer der wohl berühmtesten Ratgeber, den der deutsche Journalismus je hatte

von Hanna Persson  28.08.2026

Musik

Abschied von Berlin

Sharon Brauner über ihr neues Lied » Kind dieser Stadt« und warum die Urberlinerin ihre Heimat verlassen will

von Jan Feldmann  28.08.2026

Musik

Tagebuch in Tönen

In seiner Biografie »Idylle und Vertreibung« über Robert Kahn erinnert Reinhard Wulfhorst an einen außergewöhnlichen deutsch-jüdischen Komponisten

von Maria Ossowski  28.08.2026

TV-Kritik

»Phoenix« - herausragender Film über eine Schoa-Überlebende

Christian Petzolds grandiose Parabel auf Deutschland im »Jahre Null«

von Felicitas Kleiner  27.08.2026

Bremer Kunsthalle

Bremen

Auszeichnung für künstlerische Auseinandersetzung mit NS-Verbrechen

Die Künstlerin Annette Kelm wird mit dem 50. Pauli-Preis geehrt. Ihre Fotoserie »Die Bücher« zeigt Cover von Werken, die von den Nazis verboten und verbrannt wurden

 27.08.2026

MARKK Museum am Rothenbaum

Hamburg

Ausstellung zum Bild vom Judentum

Welches Bild hat das Hamburger Museum MARKK vom Judentum vermittelt? Welche Rolle spielte es in der NS-Zeit? Eine Ausstellung will diese Fragen beantworten

 27.08.2026