Belletristik

Dana Vowinckel ist nominiert

Die Schriftstellerin Dana Vowinckel (28) Foto: Chris Hartung

Belletristik

Dana Vowinckel ist nominiert

Preis der Buchmesse für Romandebüt?

von Ayala Goldmann  21.03.2024 11:35 Uhr

»Im August 2023 habe ich meinen ersten Roman veröffentlicht. Der Epilog, dieser triviale Epilog, spielt an Jom Kippur 2023. Dieser Epilog ist zum Prolog geworden. Er spielt in einer Welt, die es jetzt, wenige Wochen später, nicht mehr gibt. In der neuen Welt bieten fremde Leute auf Instagram an, zu mir nach Hause zu kommen und mir Gesellschaft zu leisten, und meine engen Freunde ghosten mich.«

Nach dem 7. Oktober 2023 meldete sich Dana Vowinckel, Autorin von Gewässer im Ziplock und Preisträgerin des Schreibwettbewerbs LʼChaim zu jüdischem Leben in Deutschland 2022, mit einem Text in der »Zeit« zu Wort. Jetzt ist die 28-Jährige für den Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse nominiert, der an diesem Donnerstag vergeben wird.

Ihr Debütroman dreht sich um den Kantor Avi und seine Tochter Margarita, die zwischen Deutschland, Israel und den USA nach ihrer Identität sucht. Das Buch beginnt mit einem Kiddusch und endet mit dem Jom-Kippur-Gottesdienst.

»Ich fand es immer schon spannend (…), dass Kantoren so schillernde, aber ein bisschen enigmatische Figuren sind. Ich habe immer wieder auch über die Ausdauer nachgedacht, die körperliche Leistung, wenn man an den Hohen Feiertagen in der Synagoge steht, und da singt jemand, der an Jom Kippur wahrscheinlich sogar noch fastet, einen ganzen Tag lang«, sagte sie 2023 in einem Interview der »Jüdischen Allgemeinen«.

In ihrem Text in der »Zeit« vom 27. Oktober schrieb die Autorin, ihr Freundeskreis habe sich nach dem 7. Oktober halbiert. Und sie betonte: »Es geht mir hier nicht um Völkerrechtsbrüche im Gazastreifen. Ich verurteile diese Völkerrechtsbrüche aufs Schärfste. Sie dürften nicht passieren. Sie müssten nicht passieren. Trotz des Massakers müssten sie nicht passieren.«

Ihr gehe es vielmehr darum, »dass es in den zwei Wochen nach dem Massaker in Deutschland mehr als 200 antisemitische Vorfälle gab, und ich trotzdem alleine in meiner dreifach von innen verriegelten Wohnung hocke«.

Dana Vowinckel: »Gewässer im Ziplock«. Suhrkamp nova, Berlin 2023, 362 S., 23 €

Dokumentation

»Sie sollten sich schämen«

Die langjährige ARD-Autorin Rita Knobel-Ulrich übt scharfe Kritik an Sophie von der Tann und den Initiatoren des Katharina-Zell-Preises. Ein offener Brief

von Rita Knobel-Ulrich  23.08.2026

Aufgegabelt

Avocadosalat mit Thunfisch

Rezepte und Leckeres

 23.08.2026

Zahl der Woche

34 Sekunden

Fun Facts und Wissenswertes

 23.08.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  23.08.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Warum Wespen nerven und der Sommer gleich mit

von Katrin Richter  23.08.2026

TV-Kritik

»Phoenix« - herausragender Film über eine Holocaust-Überlebende

Christian Petzolds grandiose Parabel auf Deutschland im »Jahre Null«

von Felicitas Kleiner  23.08.2026

Jüdisches Erbe

Leipziger Stadtrundgang zu jüdischer Musik

Mit dem »Notenbogen« erhält Leipzig einen weiteren musikhistorischen Stadtrundgang. Der Fokus soll dabei auf den Spuren »jüdischer Musik« liegen

von Joris Ufer  23.08.2026

Orlando (Florida)

Harrison Ford wird erneut zu Indiana Jones

Diesmal wird der jüdische Darsteller kein Abenteuer auf der Leinwand erleben. Aber worum geht es dann?

 23.08.2026

Frankreich

»Fick dich, Gisèle, fickt euch, ihr Zionisten«

Gisèle Journo ist Jüdin und betreibt in Paris eine Agentur für Influencer. Jetzt ist sie Zielscheibe antisemitischer Anfeindungen geworden. Auslöser war der Boykottaufruf einer Europaabgeordneten

von Michael Thaidigsmann  21.08.2026