Ausstellung

Chagalls fantastische Welten in Düsseldorf

Die Marc Chagall-Ausstellung war zuvor im Wiener Albertina Museum zu sehen. Foto: picture alliance / CTK

Expressionist, Surrealist, Fantast und Schöpfer bunter Traumwelten: Für Marc Chagall (1887-1985) gibt es viele künstlerische Zuschreibungen. Im 40. Todesjahr des russisch-französischen Malers zeigt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen rund 120 Werke des Juden aus allen Schaffensphasen. Der Schwerpunkt liegt auf den frühen Arbeiten zwischen 1910 und 1923, die die dunkle und gesellschaftskritische Seite Chagalls zeigen.

Die Düsseldorfer Ausstellung »Chagall«, die morgen beginnt und bis zum 10. August andauert, entstand in Kooperation mit der Albertina in Wien, wo sie in anderer Form bis Februar zu sehen war und nach Angaben der Kunstsammlung rund 500.000 Besucher anzog.

Marc Chagall im September 1964 in ParisFoto: picture alliance / brandstaetter images/Votava

Chagall gehöre zu den wichtigsten, aber auch beliebtesten Künstlern des 20. Jahrhunderts, sagte Kunstsammlungschefin Susanne Gaensheimer. Für die Ausstellung seien Schlüsselwerke dieses »Ausnahmetalents der Moderne« aus den großen westlichen Museen ausgeliehen worden. Leihgaben aus Russland waren wegen des Abbruchs der Kontakte infolge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine nicht möglich.

Gewalt und Pogrome

In Chagalls rätselhaften und farbenprächtigen Bildwelten schweben Liebespaare und Engel durch die Luft, tauchen immer wieder russische Dörfer und ländliche Szenen auf, sind die Menschen verbogen oder haben den Kopf buchstäblich verloren. Esel sind grün, Kühe rot und ein blaues Pferd fliegt durch die Luft.

Lesen Sie auch

Chagall wuchs in der Kleinstadt Witebsk (im heutigen Belarus) als ältestes Kind einer armen jüdisch-orthodoxen Familie auf. Seine Bilder erzählen vom Alltag in Witebsk und jüdischen Gebräuchen, aber auch von Gewalt und Pogromen. Es wird geprügelt, getrunken, prostituiert und uriniert.

Das Schaffen Chagalls erstreckte sich über 80 Jahre. Die Kunstsammlung und das Albertina Museum zeigen, dass Chagall viel mehr war als der Maler süßlicher blauer Bilder mit Blumensträußen und schwebenden Brautpaaren. dpa

»Paul-Spiegel-Filmfestival«

Sieben gute Filme

In Düsseldorf beginnen das Festival unter dem Motto »Jüdische Welten« mit einem besonderen Gast vor jedem Film

 16.04.2026

TV-Tipp

Der Elvis der Violine

Ivri Gitlis ist ein Phantom. Er bespielte mit seiner Geige die großen Bühnen und musizierte mit den Stars der Musikbranche. Seinen Namen kennen heute aber nur die wenigsten. Eine Arte-Doku begibt sich auf Spurensuche

von Manfred Riepe  16.04.2026

Paris

Einen Picasso für 100 Euro gewonnen

Das Auktionshaus Christie’s hat ein Gemälde des berühmten Malers für einen wohltätigen Zweck verlost. Gewonnen hat ein 59-Jähriger aus Paris

von Nicole Dreyfus  16.04.2026

»Scrubs«

Die Rückkehr der Anfänger

Nach 16 Jahren Pause geht es weiter mit der amerikanischen Krankenhaus-Serie. Aber funktioniert das Konzept noch?

von Ralf Balke  16.04.2026

Kulturkolumne

Wenn der Moderator nur sich selbst hört

Armin Laschet und die Absicht, ein Interview zu geben: Über Ambiguitätstoleranz im Deutschlandfunk

von Maria Ossowski  16.04.2026

Thriller

Israelische Serie »Unconditional« startet auf Apple TV

Orna reist mit ihrer 23-jährigen Tochter Gali nach Moskau. Kurz vor einem Flug wird Gali festgenommen. Damit beginnt Ornas Kampf für Gerechtigkeit

 16.04.2026

New York

Mehrere Juden auf neuer »Time«-Liste der einflussreichsten Menschen

Zwei jüdische Regierungschefs, drei Unternehmer und neun Künstler genießen nach Ansicht der Magazin-Autoren einen hohen Einfluss

von Imanuel Marcus  16.04.2026

London/Los Angeles

Unerwarteter Ticket-Boom: Royal Ballet bedankt sich bei Timothée Chalamet

Nach kritischen Bemerkungen des Hollywood-Stars steigen Reichweite und Ticketverkäufe in der Oper- und Ballett-Welt deutlich

 15.04.2026

London

Boy George unterstützt Israel online und erntet dafür Hass-Kommentare

»Es ist gerade sehr trendy, Israel zu hassen. Aber ich habe immer gesagt: ›Mode ist für die Zerbrechlichen, Stil für die Mutigen‹«, schreibt das Multitalent. Die Antworten lassen nicht lange auf sich warten

 14.04.2026