Berlin

CDU-Kulturexperte schlägt Wolf Biermann für Nobelpreis vor

Wolf Biermann Foto: picture alliance/dpa


Der Liedermacher und Lyriker Wolf Biermann sollte nach einem Vorschlag aus Berlin den Literaturnobelpreis bekommen. Dafür macht sich der Autor und langjährige CDU-Kulturpolitiker Uwe Lehmann-Brauns (88) stark.

Lehmann-Brauns, der mehr als drei Jahrzehnte Mitglied des Berliner Landesparlaments war, hat dem Nobelpreiskomitee vorgeschlagen, Biermann anlässlich von dessen 90. Geburtstag im November auszuzeichnen. »Biermanns Werk, seine poetische Stimme stehen für die Unantastbarkeit individueller Freiheit als Würde des einzelnen Menschen bis heute«, schrieb er zur Begründung.

»In seinen Gedichten und Liedern hat er mit dichterischer Sprachkraft, Originalität, Dialektik und Humor auszudrücken vermocht, was Millionen Menschen in der DDR und Osteuropa erlebten und heute in Ländern wie China oder Russland erleiden.«

Auf den Spuren von Bob Dylan

Biermanns Persönlichkeit stehe für die Kraft politischer Moral und Kultur, wo immer sie bedroht seien, so Lehmann-Brauns. Auch darin ähnele er Bob Dylan - der Musiker erhielt 2016 den Literaturnobelpreis.

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Biermann wurde am 15. November 1936 in Hamburg geboren. Als 16-Jähriger zog er als überzeugter Kommunist nach Ostberlin. Dort überwarf er sich später mit der Einheitspartei SED und wurde mehr als ein Jahrzehnt mit einem Auftrittsverbot belegt. Nach einem Konzert in Köln wurde er im November 1976 aus der DDR ausgebürgert. In seinen Liedern und Gedichten hat sich Biermann immer wieder wortmächtig mit der Erfahrung politischer Unterdrückung auseinandergesetzt.

Erst Mitte September ist unter dem schlichten Titel »Wolf Biermann« ein Album mit seinen populärsten Liedern erschienen. Im Oktober und November sind mehrere Konzerte geplant.

Bei der Frankfurter Buchmesse tritt er am 7. Oktober bei einer großen Veranstaltung am Publikums-Starttag auf, veranstaltet von der Messe, dem Penguin Verlag und der Deutschen Presse-Agentur. Biermann stellt dann drei neue Bücher vor, darunter »Ihr löscht das Feuer mit Benzin. Tagebücher - Über Verbot, Ausbürgerung und Mauerfall«. Der diesjährige Träger des Literaturnobelpreises wird voraussichtlich am 8. Oktober verkündet. dpa

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