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»Bros«: Zwei Trottel, eine Bar

Hanan Savyon (l). als Pini und Guy Amir als Nisso Foto: Netflix

Was für ein wunderbares, harmloses Vergnügen, welch gelungene Ablenkung in diesen Tagen voller schrecklicher Nachrichten. Wer seit dem iranischen Angriff auf Israel nicht mehr durchschlafen kann, wer sich in jeder Hinsicht Sorgen um die Zukunft des jüdischen Staates macht, sollte zur Beruhigung einfach eine Folge Bros bei Netflix einwerfen.

Am Donnerstag ist die israelische Serie über zwei Jugendfreunde, die eine Bar auf dem Mahane Yehuda betreiben und für den Fußballklub Beitar Jeruschalajim schwärmen, weltweit angelaufen. Die erste von acht Folgen kommt etwas langsam in Schwung, zündet dann aber richtig und macht Appetit auf Binge Watching bis in die Morgenstunden.

Bros, die erste gänzlich hebräischsprachige und israelische Original-Produktion für Netflix, versetzt die Zuschauer in das Jahr 2008, in ein Israel lange vor dem 7. Oktober und dem aktuellen Gaza-Krieg. Auch in der Serie werden Raketen abgefeuert, auch hier gibt es eine schlaflose Nacht – allerdings nur für die Fußballspieler des polnischen Klubs Wisła Krakow, die in Jerusalem zu Gast sind, um gegen Beitar anzutreten.

Denn die beiden Inhaber der Bar »Piniones«, Pini (Hanan Savyon) und Nisso (Guy Amir) – die Darsteller sind auch im echten Leben alte Freunde, haben bei diversen Filmprojekten zusammengearbeitet und betrieben laut der Zeitung »Times of Israel« früher gemeinsam einen Pub in Givatajim –, wollen um jeden Preis für einen Sieg ihres geliebten Klubs sorgen.

Deshalb zielen sie mit selbst gebauten Feuerwerksgeschützen in den Himmel über dem Hotel der polnischen Fußballer in Jerusalem, um den Gästen schon im Vorfeld der sportlichen Begegnung Angst einzujagen. Als die letzte selbst gebaute Rakete nicht startet, wollen Pini und Nisso etwas nachhelfen. Leider lenken sie das Geschoss direkt auf ihr eigenes Auto.

Cannabis und Alkohol sind schlecht für das Spermiogramm

»Es ist nicht einfach, einfach zu sein«, heißt es einmal in der Serie über das Motto der »Piniones«. Die Partnerinnen der beiden Bar-Betreiber haben es definitiv nicht leicht. Pini und Nisso trinken und kiffen maßlos, was vor allem Pinis Freundin stört, denn sie will schwanger werden. Doch Cannabis und Alkohol, warnt der zu Rat gezogene Reproduktionsmediziner, seien schlecht für das Spermiogramm – vor allem in Kombination. Ob Pini trotzdem Vater wird? Und wie wird die Begegnung der beiden Fußballklubs in Polen verlaufen?

Ursprünglich sollte Bros schon im November 2023 anlaufen. Der Starttermin wurde aber nach dem Massaker vom 7. Oktober verschoben, bei dem auch Lior Waitzman, Sound-Designer bei Netflix, in Sderot ermordet wurde.

Doch Bros, im Original Ba’esh Uvamayim (»Durch Feuer und Wasser«), ist nicht politisch und auch kein Porträt einer exklusiven Gemeinschaft. Während israelische Serien-Hits wie Fauda und Teheran vor dem Hintergrund des Nahost-Konflikts spielten und Shtisel in der Welt der Charedim, dreht sich Bros einfach nur um zwei Trottel mittleren Alters, die spät erwachsen werden. Vielleicht, schreibt die »Times of Israel«, sei jetzt »der ideale Zeitpunkt zu zeigen, dass Israelis genauso sind wie alle anderen Menschen«.  

Die Serie läuft am 18. April auf Netflix an.

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