Kulturbetrieb

Bei Nichtgefallen Geld zurück

Deine Sorgen und Rothschilds Geld hätt’ ich gerne», lautet ein geflügeltes Wiener Wort. Womit wir bei Henryk M. Broder wären. Dessen Geld, zumindest 20.000 Euro davon, hätte nämlich gerne die Frankfurter Ludwig-Börne-Stiftung, wie sie am Donnerstag per Presseerklärung kundtat. Broder hatte am Dienstag in der «Welt» mitgeteilt, dass er den ihm 2007 verliehenen Börne-Preis zurückgeben werde, nachdem er erfahren hatte, dass dieses Jahr der Karlsruher Philosoph Peter Sloterdijk die Auszeichnung erhalten wird.

Sloterdijk habe «nach den Anschlägen von 9/11 den Terror und Massenmord kleingeredet», so Broder und zitierte aus einem Interview, in dem Sloterdijk von einem «Zwischenfall in amerikanischen Hochhäusern» gesprochen hatte und von «schwer wahrnehmbaren Kleinzwischenfällen». So jemandem den Börne-Preis zu verleihen, sei, so Broder «unsäglich und unerträglich». Er wolle «keinem Zirkel angehören, der einen Terrorversteher und Massenmordverkleinerer aufnimmt». Das sei «keine Frage der Moral, sondern der sozialen Hygiene».

spöttisch
Die Reaktion der Börne-Stiftung heute auf Broders Preisrückgabe fiel cool, um nicht zu sagen, spöttisch aus: «Wir sind seitens der Börne-Stiftung im Zusammenhang mit einer Preisrückgabe von Henryk Broder nicht kontaktiert worden, obwohl er unsere Telefonnummer und E-Mail-Adresse hat», ließ Stiftungsvorsitzender Michael A. Gotthelf mitteilen. «Insofern sind wir nicht sicher, ob er das ernst meint. Allgemein ist zu der Frage, ob bei einer Preisrückgabe auch das Preisgeld zurückzugeben ist, davon auszugehen, dass dies der Fall ist.» ja

Eröffnung

Museum Zwangsarbeit zeigt Ausstellung zu »unerwünschten Kindern«

Beziehungen zwischen Deutschen und Zwangsarbeitern im NS-Regime waren verboten. Trotzdem gab es diese Kontakte ebenso wie Kinder aus diesen Beziehungen. Eine Ausstellung in Weimar widmet sich den Geschichten der betroffenen Eltern und Kindern

 29.10.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Bettina Piper, Imanuel Marcus  29.10.2026

Auszeichnung

Shimon-Peres-Preis für deutsch-israelische Projekte

Für einen Dialog in Krisenzeiten werden jetzt zwei deutsch-israelische Projekte ausgezeichnet. Der Preis erinnert an den Friedensnobelpreisträger und israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres

 29.10.2026

Kulturkolumne

Tikkun Olam am Abend

Das Geheimnis der Waldschnepfe

von Sophie Albers Ben Chamo  29.10.2026

Frankfurt

Eine Akademie für Deutschland

Am Montag wird die Jüdische Akademie feierlich eröffnet. Sie soll innerjüdische Debatten fördern und jüdische Perspektiven stärker in die Gesellschaft einbringen

von Josef Schuster  29.10.2026

Tel Aviv

Gal Gadot will mit ihrer Familie nach Israel zurückkehren

Die Hintergründe

 29.10.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  28.10.2026

Zahl der Woche

810.000 wahlberechtigte Israelis

Fun Facts und Wissenswertes

 28.10.2026

Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 29. Oktober bis zum 4. November

 28.10.2026