Finale

Ayalas Welt

Denken Sie nicht, ich wollte am geplanten Atomausstieg herumnörgeln – wie sähe das denn aus, wenn ausgerechnet die Juden dagegen wären. Ich persönlich nehme es unserer Kanzlerin sogar ab, dass Fukushima ihre Einstellung zum Restrisiko verändert hat, - »ohne Wenn und Aber«, wie sie vergangene Woche im Bundestag erklärte.

kein rabbi Mein Problem mit dem Atomausstieg ist ein ganz anderes. Halten Sie mich nicht für kleinlich, aber haben Sie mal darüber nachgedacht, wie eigentlich die »Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung« zusammengesetzt war, die der Bundesregierung das Akw-Aus empfahl? In dem Gremium saßen 17 Vertreter »gesellschaftlich relevanter Gruppierungen«, darunter Bischof Ulrich Fischer für die Protestanten sowie Alois Glück, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Und die Juden? Fehlanzeige.

Ich bin verwundert, um nicht zu sagen, empört, dass ausgerechnet wir in einem so wichtigen Gremium nicht repräsentiert waren. Wie können die Deutschen eine so wichtige Frage ohne das Votum eines Rabbiners entscheiden? Wieso hat der Zentralrat sich nicht beschwert? Ich warte bis heute auf die Pressemitteilung.

Aber womöglich lag es gar nicht an der Regierung. Vielleicht war in der Ethikkommission ein Platz für einen Rabbi vorgesehen. Aber als das Bundeskanzleramt seine Fühler ausstreckte, konnten sich die Juden mal wieder nicht einigen, ob sie einen Orthodoxen oder einen Liberalen schicken sollten.

kandidaten Wenn Angela Merkel mich gefragt hätte, wäre mir sofort ein Top-Kandidat für die Ethikkommission eingefallen: Mordechai Vanunu, der israelische Atomtechniker, der sein Detailwissen aus Dimona an die Sunday Times verkaufte und dafür mit jahrelangem Knast büßen musste. Vanunus Votum wäre sicherlich im Sinne der Bundeskanzlerin ausgefallen. Allerdings hat meine Idee, das muss ich zugeben, zwei Haken: Vanunu ist kein Rabbi; außerdem hat er sich taufen lassen.

Egal, die »Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung« hat ihren Job inzwischen erledigt. Das soll aber das letzte Mal gewesen sein, dass Ethik ohne Juden stattgefunden hat. Ich schlage deshalb vor, zur Lösung der leidigen Probleme mit der Berliner S-Bahn eine »Ethikkommission für einen sicheren Hauptstadtverkehr« zu schaffen.

Selbstverständlich muss auch ein jüdischer Vertreter dort sein Votum abgeben, damit die S-Bahn wieder pünktlich fährt – schließlich hat Berlin die größte jüdische Gemeinde Deutschlands. Einen Kandidaten hätte ich schon in petto: Dr. Walter Rothschild, liberaler Rabbiner und promovierter Eisenbahnhistoriker. Eventuelle Gegenkandidaten wenden sich bitte nicht an mich, sondern direkt an den Berliner Senat.

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Cannes

Hüller als Erika Mann, Eidinger als Gestapo-Chef

Das Programm der Filmfestspiele ist vom Zweiten Weltkrieg geprägt. Ein Beitrag außerhalb des Wettbewerbs sorgte für Überraschungen

von Patrick Heidmann  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026

Aufgegabelt

Schawuot: Käse-Bourekas

Rezepte und Leckeres

 21.05.2026

Berlin

Daniel-Ryan Spaulding: Pro-israelischer Comedian aus Kanada in Deutschland

»Wenn wir Freiheit, Demokratie und säkulare Werte verteidigen wollen, dann sollten wir alle an der Seite Israels stehen«, sagt der Künstler, der auch zum Aktivisten wurde

von Imanuel Marcus  21.05.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Bettina Piper, Imanuel Marcus  21.05.2026

Würdigung

»Wo andere laut schweigen, lässt sie sich nicht unterkriegen«

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland würdigt in seiner Laudatio auf die Jüdische Allgemeine die Verdienste der Redaktion - und ihren Mut

von Abraham Lehrer  21.05.2026

Leipzig

Ausstellung zu jüdischem Leben und Bach

Johann Sebastian Bach hat sehr wahrscheinlich keine persönlichen Kontakte zu Jüdinnen und Juden gepflegt. Doch seine Werke wurden schon im 18. Jahrhundert von der jüdischen Community aufgeführt und verbreitet

von Katharina Rögner  20.05.2026

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 21. Mai bis zum 3. Juni

 20.05.2026