Geschichte

42.000 historische NS-Akten werden digitalisiert

Kulturstaatsministerin Monika Grütters Foto: Chris Hartung

Etwa 42.000 historische Nazi-Akten der damaligen NS-Vermögensverwertungsstelle Berlin-Brandenburg sollen in einem Pilotprojekt restauratorisch gesichert und für Forschung und Öffentlichkeit digital zugänglich gemacht werden.

Der Erhalt des historisch bedeutsamen Aktenbestandes beim Brandenburgischen Landeshauptarchiv (BLHA) sowie seine Digitalisierung und wissenschaftliche Auswertung seien ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung und zur Erinnerungskultur, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Dienstag. Ihr Haus fördert das Vorhaben mit 3,3 Millionen Euro.

provenienforschung Die rund 2,4 Millionen Aktenseiten sollen demnach Aufklärung über den Entzug und Verbleib von Kulturgut leisten, das im Zuge der NS-Verfolgung beschlagnahmt wurde. Nach Angaben der Leiterin der Provenienzforschung im Brandenburgischen Landeshauptarchiv, Irene Strelow, enthalten die in Potsdam vorhandenen Bestandsakten oft auch letzte Hinweise zum Verfolgungsschicksal der Deportierten und Ermordeten.

Für die Provenienzforschung seien insbesondere die in den Akten überlieferten Profiteure des nationalsozialistischen Kunstraubes bedeutsam. Sie sollen durch eine elektronische Fallsuche ermittelt werden.

Initiator des insgesamt 3,6 Millionen Euro teuren Pilotprojektes ist die Moses-Mendelssohn-Stiftung. An der Finanzierung beteiligen sich das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste und das Brandenburger Wissenschaftsministerium. Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) betonte, damit werde ein wichtiger Beitrag zur weiteren Aufarbeitung der NS-Diktatur geleistet. epd

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