Ungarn

Zedaka in Budapest

Flüchtlinge am Ostbahnhof in Budapest Foto: László Mudra

Eine Gruppe ungarischer Intellektueller, darunter Zoltán Radnóti, der neue Vorsitzende der Rabbinerkonferenz, kritisiert den Umgang der ungarischen Regierung mit den Flüchtlingen. In einem Offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel schreiben die Unterzeichner: »Für die europäisch gesinnten Ungarn, die 25 Jahre lang stolz darauf sein konnten, den ersten Stein aus der Berliner Mauer geschlagen zu haben, ist diese Situation äußerst beschämend und erniedrigend.«

Die rechtspopulistische Regierung von Viktor Orbán präsentiert die Flüchtlinge als Gefahr für »das christliche Europa« und versorgt sie weder mit Lebensmitteln und Wasser, noch werden sie in menschenwürdigen Unterkünften untergebracht.

Ablehnung Ein Hilfsangebot des UN-Kommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) lehnte die Orbán-Regierung ab. Auch die meisten christlichen Hilfsorganisationen halten sich zurück. Kardinal Péter Erdö, der katholische Erzbischof von Budapest und Esztergom, erklärte, die Kirchen seien »nicht befugt«, den Flüchtlingen Unterkünfte anzubieten. Man dürfe sich nicht zum Schleuser machen, so der wichtigste Geistliche des Landes.

Die Notversorgung erfolgt praktisch ausschließlich durch kleine private Initiativen wie »Migration Aid« und basiert auf dem ehrenamtlichen Engagement vor allem junger Ungarn, die sich über die sozialen Netzwerke organisieren.

Ende vergangener Woche beteiligte sich auch die Jugendorganisation des jüdischen Dachverbands Mazsihisz an den Hilfsaktionen. Im Bálint-Haus, einem Kultur- und Gemeindezentrum, wurden Kleider, Kekse, Wasserflaschen, Duschgel, Ladegeräte für Smartphones, Nahverkehrsfahrkarten und vieles mehr abgegeben. Die Organisatoren gaben die Spenden an Migration Aid weiter. »Es war ein großer Erfolg, unsere Erwartungen wurden weit übertroffen«, teilten sie mit.

In den vergangenen Tagen nahm Mazsihisz im Rahmen einer Sammelaktion an zwei weiteren Budapester Standorten Spenden für die Flüchtlinge entgegen. Nach Medienangaben haben ungarische Juden mehr als 4000 Euro für die Flüchtlinge gesammelt sowie rund 500 Kilogramm Nahrungsmittel und Waren des täglichen Bedarfs. Rabbiner Zoltan Radnoti sagte gegenüber Journalisten, mehr als 100 ungarische Juden kümmerten sich direkt um die Flüchtlinge.

Schweiz

Die gegen den Hass sprüht

Inna E. fühlt sich dem jüdischen Volk verbunden und macht gegen anti-israelische Graffitis mobil. Wenn die Behörden nicht reagieren, auch mit Farbe

von Peter Bollag  14.07.2026

David Baddiel

»Inzwischen kann man Messi in den Griff bekommen«

Der britische Autor über das Halbfinale England vs Argentinien, seinen legendären Fußball-Song »Three Lions« und warum er immer noch glaubt, dass England gegen Argentinien gewinnen wird

von Katrin Richter  14.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  14.07.2026 Aktualisiert

Monaco

Zweitjüdischste Nation der Welt

Die kleine jüdische Gemeinschaft im Stadtstaat wächst. Immer mehr Jüdinnen und Juden entscheiden sich für das luxuriöse und sichere Fürstentum

von Mark Feldon  13.07.2026

New York

Jüdischer Vertreter kritisiert Bürgermeister Mamdani für Stadtkarte

Anlässlich der Fußballweltmeisterschaft in den USA hat New York eine Karte zu unterschiedlichen migrantischen Prägungen seiner Stadtteile herausgegeben. Juden wurden dabei offenbar nicht berücksichtigt

 12.07.2026

Maccabia

Zwischen Medaillen und Menschlichkeit

Für die Schweizer Delegation ist klar, das Spiel ist wichtig, aber neue Freundschaften sind wichtiger

von Nicole Dreyfus  10.07.2026

Niederlande

»Juden ins Gas«-Rufe nach Marokkos WM-Niederlage

In Den Haag kam es in der Nacht zu Ausschreitungen und antisemitischen Sprechchören

 10.07.2026

Einzelbild, Single image: Erling Haaland Norway, 9 FIFA World Cup, WM, Weltmeisterschaft, Fussball 2026: Brazil v Norway 05 July 2026, FIFA World Cup 2026: Brazil v Norway Round of 16 at New York New Jersey Stadium in East Rutherford, New Jersey, USA. *** Single image: Erling Haaland, Norway FIFA World Cup 2026: Brazil vs. Norway, July 5, 2026 FIFA World Cup 2026: Brazil vs. Norway, Round of 16, at New York New Jersey Stadium in East Rutherford, New Jersey, USA Copyright: HMBxMedia/xMarcoxBader

Verschwörungsmythen

Norwegens WM-Star Erling Haaland im Visier von Antisemiten

Samstagabend spielt der Angreifer von Manchester City mit Norwegen gegen England. Die ehemalige Hamas-Geisel Omer Shem Tov wird ihm dabei die Daumen drücken. Israelfeinden gefällt das nicht.

von Elke Wittich  10.07.2026

Brüssel

Autorinnen canceln Auftritt wegen geplantem Konzert von Lahav Shani

Die Kontroverse um den Auftritt der Münchner Philharmoniker unter Leitung ihres israelischen Chefdirigenten hält an: Zwei Französinnen verkündeten nun, dass sie nicht wie geplant im Brüsseler Bozar auftreten wollen

 09.07.2026