Rom

Warten auf die Gäste

Wie in ganz Italien und zahlreichen anderen europäi­schen Ländern ist auch in der Hauptstadt Rom nach dem Lockdown das öffentliche Leben in diesem Sommer nur langsam, ja, fast zaghaft erwacht. Am Kolosseum beispielsweise, einem Wahrzeichen und einer Haupttouristenattraktion der Ewigen Stadt, stehen noch immer ungewöhnlich wenige Busse.

Auch im jüdischen Quartier Octavia, dem ehemaligen Ghetto in der Nähe des Tibers ist es noch nicht wieder so wie vor der Pandemie. Gottesdienste in der Großen Synagoge finden wieder statt, und nun kehren einheimische Geschäftsleute und Passanten, aber auch ausländische Gäste langsam zurück. Sie steigen in einem der Hotels ab, essen in den koscheren Restaurants auf dem Hauptplatz und kaufen in den Läden daneben ein.

Kundschaft Im Ghetto, wie es noch immer genannt wird, werden die meisten Geschäfte seit vielen Jahren von jüdischen Römern betrieben, und die Kundschaft ist so bunt wie eh und je. Hebräisch ist allerdings eher wenig zu hören, Gäste aus Israel sind im Moment noch sehr selten. Allenfalls vier Spiele der Fußball-Europameisterschaft, die in Rom ausgetra­gen wurden, brachten den einen oder anderen jüdischen Fan in die Stadt.

Das Servierpersonal ist erleichtert darüber, dass die komplette Schließung des jüdischen Viertels erst einmal der Vergangenheit angehört. Entsprechend kümmern sich zahlreiche Kellner mit dem gewohnten italienischen Charme vereint um das Wohl der Gäste, sei es bei der Auswahl der Vorspeise, des Weins oder einer der traditionellen Nachspeisen, die in allen koscheren Restaurants im Ghetto angeboten werden.

Die Münchner Fotografin Lydia Bergida hat bei ihrem Besuch die Betreiber von Restaurants und Läden in Porträts festgehalten – als Ausdruck der Hoffnung, die Pandemie möge endlich der Vergangenheit angehören.

Vor 80 Jahren

Von Rhodos nach Auschwitz

1944 wurden 2000 Jüdinnen und Juden von Rhodos nach Auschwitz deportiert. Nur wenige überlebten

von Irene Dänzer-Vanotti  23.07.2024

Jerusalem

Nach Gaza entführter Holocaust-Experte für tot erklärt 

Der Historiker Alex Dancyg ist in der Geiselhaft umgekommen

 22.07.2024

USA

Wird der nächste US-Präsident ein Jude?

Josh Shapiro und J.B. Pritzker sind ernstzunehmende Kandidaten

von Imanuel Marcus  22.07.2024

Gedenktag

Gedenken an die Deportation von Juden auf Rhodos 1944

Eine jüdische Gemeinde habe sich hier seit der Deportation nie wieder zusammengefunden, sagt Claudia Restis

 19.07.2024

Frankreich

Eine Kampagne für die schweigende Mehrheit

Die Licra-Kampagne gegen Antisemitismus appelliert an einen fundamentalen Wert der Grande Nation

von Nicole Dreyfus  19.07.2024

Buenos Aires

Jüdische Gemeinde erinnert an Amia-Anschlag vor 30 Jahren

Die Schiiten-Miliz Hisbollah soll das Attentat vor 30 Jahren auf das Gemeindehaus Amia verübt haben

 18.07.2024 Aktualisiert

Moskau

So viele Russen sind seit Kriegsbeginn nach Israel geflüchtet

Russlands Angriffskrieg hat Millionen Ukrainer zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen. Aber auch Hunderttausende Russen haben das eigene Land verlassen - und die Dunkelziffer könnte noch höher sein

von André Ballin  18.07.2024

Argentinien

Warten auf Gerechtigkeit

Auch 30 Jahre nach dem tödlichen Anschlag auf das Gemeindezentrum von Buenos Aires finden Angehörige und Opfer keine Ruhe

von Andreas Knobloch  18.07.2024 Aktualisiert

Moskau

Masha Gessen in Abwesenheit zu acht Jahren Haft verurteilt

Gessen stammt aus einer jüdischen Moskauer Familie und ist eine langjährige Kritikerin Putins

von Mascha Malburg  17.07.2024