USA

Wall Street im Weißen Haus

Soll Finanzminister werden: Steven Mnuchin Foto: dpa

Steven Mnuchin (53), Chef von Dune Capital Managements, ist ein Mann mit tiefen Wurzeln in der Finanzindustrie. Über diesen Wirtschaftszweig hatte Donald Trump sich kürzlich noch erregt. Doch nun ist der Wahlkampf vorbei, und Mnuchin soll Finanzminister werden.

Vor Dune Capital war Mnuchin nach Angaben des Informationsdienstes Bloomberg Mitarbeiter bei Soros Fund Management, dann Hollywood-Investor und viele Jahre lang Partner bei der Investmentbank Goldman Sachs (schon Mnuchins Vater war dort reich geworden). Während der Immobilien- und Bankenkrise kaufte Mnuchin 2009 für wenig Geld einen bankrotten Hypotheken-Finanzierer. Unter dem Namen »OneWest Bank« und Mnuchins Führung soll dieses wiederbelebte Geldinstitut aggressiv gegen Schuldner vorgegangen sein.

Es überraschte, als Trump im April Mnuchin zum Finanzchef seiner Wahlkampagne ernannte. Politisch war Mnuchin noch nie groß aufgefallen; gesellschaftlich höchstens bei edlen Galas. Wie üblich bei der Finanzelite (und bei Trump selbst), spendete Mnuchin über Jahre hinweg gleichzeitig an demokratische und republikanische Politiker.

Deal Mnuchin habe »auf Trump gesetzt und gewonnen«, schrieb das Wall Street Journal. Finanzminister zu werden, sei der vielleicht größte Deal seiner Karriere. Es sei ein »einzigartiger Moment« der Geschichte gewesen, begründete Mnuchin bei Bloomberg seinen Einstieg in Trumps Wahlkampagne: »eine einzigartige Chance zu helfen«.

Wie sein neuer Chef betreibt auch Steven Mnuchin eine wohltätige Stiftung. Laut online einsehbarer Steuerdokumente hat die Steven and Heather Mnuchin Foundation 2012 rund 587.000 Dollar gespendet, vornehmlich an Krankenhäuser, Kunstprojekte und Kinderhilfsorganisationen. Auch New Yorker jüdische Einrichtungen wurden bedacht wie der Temple Emanu-El, die Park-East- und die Park-Avenue-Synagoge.

Mnuchin ist jüdisch und hat drei erwachsene Kinder. Laut Medienberichten steht er kurz vor seiner dritten Eheschließung. Seit November 2015 ist er mit der schottischen Schauspielerin Louise Linton (35) verlobt.

Südafrika

Verärgerung am Kap

Oberrabbiner Warren Goldstein protestiert dagegen, dass Mitgliedern seiner Gemeinde die Einreise nach Israel verwehrt wurde

von Markus Schönherr  03.12.2021

Chanukka

Lichterzünden in Brüssel und Washington

Auch europäische und amerikanische Politiker beteiligten sich diese Woche aktiv am Entzünden der Menora

von Michael Thaidigsmann  03.12.2021

Brasilien

Samba unterm Leuchter

Wie die jüdische Gemeinschaft an der Copacabana Chanukka feiert

von Oliver Noffke  02.12.2021

UKRAINE

Der Präsident als Serienstar

ARTE zeigt die Erfolgsserie »Diener des Volkes« mit dem heutigen Staatschef Selenskyj in der Hauptrolle

von Denis Trubetskoy  02.12.2021

Frankreich

Ein Ort für »J’accuse«

In Paris erinnert ein neues Museum an den Justizskandal um den jüdischen Offizier Alfred Dreyfus

von Michael Magercord  01.12.2021

Antisemitismus

Mob greift Bus mit jüdischen Fahrgästen an

Männer spuckten und schlugen in London wild auf die Fensterscheiben eines Busses - offenbar, weil sie Juden darin ausmachten

 01.12.2021

Halacha

Israel beschließt Sanktionen für »widerspenstige« Ehemänner

Gerade Frauen in der Diaspora sollen von dem neuen Gesetz profitieren

 01.12.2021

Survivors Night

Licht überwindet Finsternis

Die Jewish Claims Conference ehrte Schoa-Überlebende weltweit mit einer ganz besonderen Initiative

 01.12.2021

Frankreich

Éric Zemmour kandidiert für Präsidentenamt

Er steht weiter rechts als die Populistin Marine Le Pen. Nun hat der umstrittene Publizist Éric Zemmour seine Präsidentschaftskandidatur erklärt

von Michael Evers  30.11.2021