Frankreich

Trauer um Auschwitz-Überlebende Liliane Badour-Esrail

Die französische Auschwitz-Überlebende Liliane Badour-Esrail ist am Freitag im Alter von 95 Jahren in Paris gestorben. Der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees (IAK), Christoph Heubner, würdigte sie am Samstag in Berlin als »außergewöhnliche und mutige Frau«, um die Weggefährten in aller Welt mit Wehmut, Respekt und Dankbarbeit trauerten. »Ohne Liliane Esrail ist die Welt ein Stück dunkler geworden«, sagte Heubner.

Liliane Badour-Esrail wuchs mit ihren Brüdern Rene und Henri in Biarritz bei den Großeltern auf. Getauft und im katholischen Glauben erzogen, war ihnen nicht bewusst, dass sie jüdisch waren. Als im Februar 1944 die Brüder zur Deportation abgeholt werden sollten, bestand die 19-Jährige hartnäckig darauf, sie zu begleiten.

Im Sammellager Drancy bei Paris lernte sie ihren späteren Mann Raphael Esrail kennen, der als jüdischer Angehöriger der französischen Resistance verhaftet worden war.

Nach wenigen Tagen erfolgte der Weitertransport nach Auschwitz, wo ihre Brüder in den Gaskammern ermordet wurden. Raphael Esrail überlebte Auschwitz. Die Hoffnung, Liliane wiederzusehen, hatte ihn am Leben gehalten. Beide heirateten 1948.

Den Verlust ihrer Brüder in Auschwitz habe sie nie verwunden; Auschwitz blieb ein treibender Schmerz in ihrem Leben, so das IAK. Als Zeitzeugin suchte sie nie den Vordergrund der Bühne, aber mutig überwand sie ihr Schweigen immer wieder, um Worte für das zu finden, was sie in Auschwitz erlebt und was man ihren Brüdern angetan hatte.

»Sie berührte junge und alte Menschen in Frankreich und Deutschland mit der Schilderung des Entsetzlichen und durch die Zartheit und Menschenliebe, die sie ausstrahlte, weil sie der Bitterkeit und dem Schmerz öffentlich keinen Raum geben wollte«, so das Auschwitz Komitee.

2012 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Vor kurzem präsentierte Raphael Esrail in Berlin die deutsche Edition ihrer Erinnerungen mit dem Titel »Die Hoffnung auf einen Kuss. Auschwitz, Liliane und ich«.  kna

London

Jüdische Londoner fühlen sich von Aktivisten eingeschüchtert

Rund 40 Personen seien in ein jüdisch geprägtes Wohngebiet gezogen, hätten Parolen wie »Völkermord« skandiert und gefordert, der Staat Israel müsse verschwinden, sagen Augenzeugen

 01.04.2026

Nepal

Sederabend auf Rekordniveau

Wie Kathmandu zur Bühne einer der größten Pessachfeiern der Welt wurde

von Matthias Messmer  31.03.2026

Winnipeg

Jüdischer Anti-Zionist wird Chef der sozialdemokratischen NDP

Avi Lewis delegitimiere einen wesentlichen Teil jüdischer Identität, sagen jüdische Organisationen in Kanada

 31.03.2026

Österreich

Hamas-Narrative im ORF?

Für die Österreichische Medienbehörde ist klar, dass der ORF den Krieg im Gazastreifen in einer ausgestrahlten TV-Dokumentation verzerrt hat

von Nicole Dreyfus  30.03.2026

Porträt

Challa vom Prinzen

Idan Chabasov wurde mit seinen kunstvollen Zopfkreationen auf Instagram berühmt. Sein simples Rezept: Mehl, Wasser, Hefe und Verbundenheit zur jüdischen Gemeinschaft. Seine ersten Challot hat er in Berlin gebacken

von Nicole Dreyfus  29.03.2026

Gesa Ederberg

»Globaler und vielfältiger«

Die Berliner Rabbinerin über ihre neue Präsidentschaft der »Rabbinical Assembly«, amerikanische Kollegen und europäischen Elan

von Mascha Malburg  29.03.2026

Großbritannien

Wegen Hamas-Lob: Polizei nimmt Ärztin zum fünften Mal fest

Immer wieder machte die britisch-palästinensische Medizinerin Rahmeh Aladwan mit antisemitischer Hetze von sich reden. Doch auch dieses Mal wurde sie nicht in Haft genommen

 27.03.2026

Krieg gegen Iran

USA könnten Abfangraketen für die Ukraine nach Nahost umleiten

Schicken die USA für die Ukraine vorgesehene Rüstungsgüter in den Nahen Osten? Ein Bericht der »Washington Post« sorgt Aufsehen - vor allem, weil eine Nato-Initiative betroffen sein könnte

 26.03.2026

Großbritannien

Angriff auf Ambulanzen

Eine iranisch-islamistische Terrorgruppe bekennt sich zu einem Anschlag auf den jüdischen Rettungsdienst Hatzola

von Daniel Zylbersztajn-Lewandowski  25.03.2026