USA

Synagogen-Attentäter droht Todesstrafe

Die Tree of Life-Synagogue im Stadtteil Squirrel Hill in Pittsburgh Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Dem Synagogen-Attentäter von Pittsburgh droht die Todesstrafe. Laut Medienberichten urteilte am Donnerstag (Ortszeit) ein Geschworenengericht, dass der 50-jährige Robert Bowers zum Tode verurteilt werden darf. Er hatte am 27. Oktober 2018 in der »Tree of Life«-Synagoge in Pittsburgh in Pennsylvania acht Männer und drei Frauen erschossen. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess umfangreiches Material über antisemitische Motive vorgelegt.

Das Verfahren ist dreigeteilt. Im Juni hatte das Geschworenengericht befunden, Bowers sei schuldig. In dem am Donnerstag zu Ende gegangenen zweiten Verfahrensteil urteilten die Geschworenen, in dem Fall sei die Todesstrafe zulässig. Bowers habe vorsätzlich und überlegt gehandelt.

Stolz Laut der Aussage eines Sachverständigen äußerte sich der Angeklagte stolz. Man könne ihn töten, doch das Ergebnis sei 11 zu 1, habe Bowers dem Sachverständigen gesagt, berichtete die Zeitung »Pittsburgh Tribune-Review«.

Die Verteidigung brachte vor, Bowers sei wegen Schizophrenie und anderer psychischer Leiden nicht zur rationalen Planung fähig gewesen. In der kommenden Woche beginnt die dritte Verhandlungsphase, in der die zwölf Geschworenen entscheiden, ob sie dem Richter ein Todesurteil empfehlen. Ansonsten bekommt Bowers mehrmals lebenslange Haft. epd

Kommentar

250 Gründe, die USA zu lieben

Am 4. Juli 1776 wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Eine etwas andere Liebeserklärung

von Imanuel Marcus  29.06.2026

Österreich

Rabbiner Yaron Nisenholz wird Wiens neuer Oberrabbiner

Nach einem internationalem Auswahlverfahren übernimmt Rabbiner Yaron Nisenholz die religiöse Führung der IKG Wien

von Nicole Dreyfus  29.06.2026

Venezuela

Jüdische Gemeinde beklagt drei Tote, mehr als 100 Obdachlose

Das Erdbeben in Venezuela hat auch für die rund 5000 Mitglieder zählende jüdische Gemeinschaft des Landes schwere Folgen

 29.06.2026

Eva Erben

»Oft weiß man gar nicht, wie viel Kraft in einem steckt«

Die 95-jährige Holocaustüberlebende war aus Israel nach Prag gekommen, um bei der Verlegung der »Stolpersteine« für ihre in der Schoa ermordeten Eltern dabei zu sein

von Michael Thaidigsmann  26.06.2026

Frankreich

Gesinnung von der Stange

Antisemitismus und eine feindliche Haltung gegenüber Israel stehen in der Modewelt hoch im Kurs. Längst gehören sie zum ideologischen Accessoire so mancher Marke

von Ute Cohen  25.06.2026

Kolumbien

Knapper Wahlsieg, dramatischer Kurswechsel?

Der knapp zum kolumbianischen Präsidenten gewählte Abelardo de la Espriella will die Beziehungen zu Israel kitten - doch de la Espriella ist wie sein Vorgänger Gustavo Petro sehr umstritten

von Michael Thaidigsmann  24.06.2026

Nachruf

Erfinder des »Greenspeak«

Alan Greenspan prägte als Chef der US-Notenbank eine 19 Jahre währende Boom-Phase der Börsen und Konjunkturen

von Philip Fabian  23.06.2026

Nachruf

Clive Davis: Der Mann, der den Sound ganzer Generationen prägte, ist tot

Der jüdische Musikmanager entdeckte und förderte Bands und Künstler wie Earth, Wind & Fire, Chicago, Santana, Whitney Houston, Barry Manilow und Barbra Streisand

 23.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  22.06.2026