Antisemitismus

Südafrika boykottiert Miss-Universe-Wettbewerb in Israel

Sollte nach Überzeugung von Südafrika nicht in Israel stattfinden: der Miss-Universe-Wettbewerb Foto: imago images/ZUMA Wire

In Südafrika ist erneut Streit um die Beziehungen zum jüdischen Staat ausgebrochen. Auslöser ist die Entscheidung der südafrikanischen Regierung, ihre Kandidatin beim diesjährigen Miss-Universe-Wettbewerb zu boykottieren, weil dieser in Israel stattfindet.

Die Entscheidung, Miss Südafrika Lalela Mswane in Israel nicht zu unterstützen, nehme der Regierung in Pretoria eine weitere Chance, sich konstruktiv für »Frieden« in Israel einzusetzen, so das Jewish Board of Deputies in einer am Sonntagabend veröffentlichten Erklärung.

»Wir können eine Situation beeinflussen, indem wir uns engagieren, nicht in dem wir uns zurückziehen«, so die jüdischen Vertreter am Kap. Außerdem kritisieren sie Südafrikas Kunst- und Kulturminister, da dieser im Streit mit Israel plötzlich seine »Stimme wiederfinde«, während er zur Lage Kulturschaffender während der Pandemie geschwiegen habe.

In Südafrika gibt es eine zuletzt massiv erstarkte Anti-Israel-Lobby, zumeist unter dem Dach der juden- und israelfeindlichen BDS.Bewegung. Ihre Anhänger ziehen unter anderem regelmäßig Vergleiche zwischen Israels Menschenrechtspolitik und dem Apartheid-Regime. Zuletzt hatten sie von Miss Südafrika gefordert, aus Solidarität zu Palästinensern den Schönheitswettbewerb in Israel zu boykottieren. kna/ja

Nachruf

Zum »idealen arischen Baby« erklärt: Hessy Levinsons Taft gestorben

Der Fotograf sagte Tafts Familie damals, er habe bewusst das Foto eines jüdischen Kindes eingereicht, um die Rassenideologie der Nazis ad absurdum zu führen

von Imanuel Marcus  13.01.2026

Jackson

Brandanschlag auf Synagoge in Mississippi

Zwei Torarollen hat das Feuer vollständig zerstört. Der Verdächtige wurde vom FBI gefasst. Er bezeichnete das Gebäude während eines Verhörs als »Synagoge Satans«.

 12.01.2026 Aktualisiert

Fußball

Als Bayern gegen Prag verlor

Vor 125 Jahren traf der FC Bayern bei seinem ersten Auslandsspiel auf den legendären DFC Prag – und unterlag 0:8. Nach dessen Auflösung 1938 geriet der jüdische Verein fast in Vergessenheit, doch seit einigen Jahren wird er von Enthusiasten wiederbelebt

von Kilian Kirchgeßner  11.01.2026

Armenien

Offene Arme in Jerewan

Juden finden in einer der ältesten Städte der Welt Sicherheit und Gemeinschaft. Ein Ortsbesuch

von Stephan Pramme  11.01.2026

Sport

»Absoluter Holocaust«: Fußball-Kommentator sorgt für Eklat

Der Ex-Torwart Shay Given hat die Amtszeit des Trainers Wilfried Nancy bei Celtic Glasgow mit dem industriellen Massenmord der Nationalsozialisten verglichen

 11.01.2026

Belgien

Außerhalb des Völkerrechts

Die belgische Regierung verweigert einer Staatsangehörigen die konsularische Betreuung, weil sie in einer von Brüssel nicht anerkannten israelischen Siedlung lebt

 09.01.2026

Alija

Sprunghafter Anstieg: Mehr Juden sagen Frankreich Adieu

2025 hat sich die Zahl der jüdischen Auswanderer nach Israel fast verdoppelt. Experten machen dafür vor allem den wachsenden Antisemitismus verantwortlich

 08.01.2026

Los Angeles

Sega-Mitgründer David Rosen im Alter von 95 Jahren gestorben

Der Unternehmer aus New York ging in den 1950ern nach Japan und importierte Fotoautomaten. Später folgten Flipper-Automaten und Jukeboxen

 08.01.2026

Meinung

Instrumentalisiertes Leid kennt keine Moral

Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana braucht es Mitgefühl und Respekt. Wer eine lokale Tragödie von existenzieller persönlicher Wucht für politische Deutungen missbraucht, handelt zynisch – und entwürdigt die Betroffenen.

von Nicole Dreyfus  08.01.2026