Warschau

Sorge um Antisemitismus und Christenverfolgung

Kardinal Kurt Koch, Präsident der Päpstlichen Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum, leitete das Treffen der ILC. Foto: dpa

Vertreter des Vatikans und des Judentums haben bei einem dreitägigen Treffen, das am Donnerstag in Warschau endete, über aktuelle Fragen der Flüchtlingskrise gesprochen. Thema war auch die Zunahme von Antisemitismus und Christenverfolgung.

Antisemitismus komme wieder in verschiedenen Formen zum Vorschein, heißt es dazu in einer vom Presseamt des Vatikans verbreiteten Erklärung. »Das stellt eine Gefahr nicht nur für Juden, sondern genauso für die Ideale der Demokratie dar. Verbesserte und neu belebte Bildungsprogramme sind erforderlich, um Antisemitismus zu bekämpfen.«

Auch die Verfolgung von Christen habe ein Niveau erreicht, das man seit langer Zeit nicht mehr erlebt hat. Die Teilnehmer der Konferenz sprachen von der Verpflichtung, weltweit das Bewusstsein für dieses Problem zu stärken.

Schoa Bei einer Gedenkveranstaltung im NS-Vernichtungslager Treblinka betonten die Delegationsleiter die gemeinsame Verpflichtung, dass die Tragödie der Schoa niemals vergessen werden dürfe. Und es dürfe der Welt niemals wieder gestattet sein, eine solche Verneinung der Menschlichkeit oder der Würde irgendeines menschlichen Wesens unabhängig von Rasse, Religion oder Volkszugehörigkeit zuzulassen, heißt es in der Mitteilung des Vatikans.

An dem Treffen des Internationalen Katholisch-Jüdischen Liaison Komitees, das seit 1971 alle zwei Jahre zusammenkommt, nahmen diesmal Vertreter aus fünf Kontinenten teil.

Es fand unter Leitung von Kardinal Kurt Koch, dem Präsident der Päpstlichen Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum, und Martin Budd, dem Vorsitzender des International Jewish Committee on Interreligious Consultations (IJCIC), statt. ja

Großbritannien

Frauen haben Besseres verdient

Die Journalistin Marina Gerner beklagt in ihrem Buch fehlende Innovationen im Bereich Frauengesundheit – und eckt nicht nur mit dem Titel an

von Amie Liebowitz  28.11.2025

Kultur

André Heller fühlte sich jahrzehntelang fremd

Der Wiener André Heller ist bekannt für Projekte wie »Flic Flac«, »Begnadete Körper« und poetische Feuerwerke. Auch als Sänger feierte er Erfolge, trotzdem konnte er sich selbst lange nicht leiden

von Barbara Just  28.11.2025

Niederlande

Demonstranten stören Vorlesung in Gedenken an Nazi-Gegner

An der Universität Leiden erzwangen antiisraelische Studenten die Verlegung einer Gedächtnisvorlesung zum Andenken an einen Professor, der während der Nazi-Zeit gegen die Judenverfolgung protestiert hatte

von Michael Thaidigsmann  28.11.2025

Großbritannien

Verdächtiger nach Anschlag auf Synagoge in Manchester festgenommen

Der Angriff auf die Synagoge am Vorabend des höchsten jüdischen Feiertags Jom Kippur sorgte international für Bestürzung. Jetzt wurde ein weiterer Tatverdächtiger festgenommen

von Burkhard Jürgens  27.11.2025

Bereit fürs ICZ-Präsidium: Noëmi van Gelder, Arthur Braunschweig und Edi Rosenstein (v.l.n.r.)

Interview

»Meinungsvielfalt gilt es auszuhalten« 

Am 8. Dezember wählt die Gemeindeversammlung der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich ein neues Präsidium. Ein Gespräch mit den Kandidaten über Herausforderungen an die Gemeinde, Grabenkämpfe und Visionen

von Nicole Dreyfus  27.11.2025

Schweiz

Antisemitismus auch in der queeren Szene benennen

Viele Jüdinnen und Juden fühlen sich teils unsicher, wenn in der queeren Szene über Israel gesprochen wird. Der Verein Keschet will das ändern

von Nicole Dreyfus  27.11.2025

Das Ausmalbuch "From the river to the sea" in einer Buchhandlung in Zürich.

Meinung

Mit Kufiya und Waffen

Ein Kinderbuch mit Folgen

von Zsolt Balkanyi-Guery  27.11.2025

USA

Personifizierter Hass

Menschen wie Nick Fuentes waren lange ein Nischenphänomen. Nun drängen sie in den Mainstream - und sind gefährlicher denn je

von Sophie Albers Ben Chamo  26.11.2025

Meinung

Die polnische Krankheit

Der Streit um einen Tweet der israelischen Schoa-Gedenkstätte Yad Vashem zeigt, dass Polen noch immer unfähig ist, sich ehrlich mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen

von Jan Grabowski  26.11.2025