Tschechien

Schindler-Fabrik unter Denkmalschutz

Oskar Schindler, 1963 in Frankfurt/Main Foto: dpa

Das tschechische Kulturministerium hat die Gebäude des ehemaligen KZ-Außenlagers Brünnlitz in Brnenec (Brünnlitz) unter Denkmalschutz gestellt. Das ehemalige Außenlager des KZs Groß-Rosen ist verbunden mit der weltbekannten Geschichte der Rettung von 1200 Jüdinnen und Juden durch Oskar Schindler, der 1908 in dem nahe gelegenen Svitavy (Zwittau) geboren wurde.

»Inzwischen haben wir bei der tschechischen Regierung beantragt, dem ehemaligen KZ-Außenlager den Status eines nationalen Kulturdenkmals zu verleihen«, sagt Jaroslav Novák, der Vorsitzende des Oskar-Schindler-Stiftungsfonds. »Den Antrag begründen wir damit, dass es sich in Brnenec um das einzige erhaltene nationalsozialistische Konzentrationslager auf dem Gebiet der Tschechischen Republik handelt«, erklärt Novák.

Stiftungsfonds Außerdem, so Novák, sei das Areal dank des mit sieben Oscars prämierten Films Schindlers Liste von Steven Spielberg weltweit bekannt. »In diesem Sinne ist das ehemalige KZ-Außenlager in Brnenec schon jetzt eines der bekanntesten Gebäude in der Tschechischen Republik, noch vor der Prager Burg oder anderen nationalen Denkmälern«, sagt Novák.

Das Ehepaar Oskar und Emilie Schindler hatte 1944 in Brünnlitz im Bezirk Zwittau die 1839 von dem Zwittauer Industriellen Moses Löw-Beer gegründete ehemalige Textilfabrik als neue Produktionsstätte gekauft. Dort beschäftigte Schindler 1200 jüdische Zwangsarbeiter, die durch seinen Schutz die Schoa überlebten. Nach dem Krieg wurde der Betrieb wieder als Textilfabrik genutzt. 2009 wurde sie geschlossen.

Der Oskar-Schindler-Stiftungsfonds ist seit August dieses Jahres Eigentümer des ehemaligen KZ-Areals. Dort soll bis 2019 eine Holocaust-Gedenkstätte entstehen. ja

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