Frankreich

Schändung von Gedenkstätte in Oradour-sur-Glane

Schmierereien am Eingang des Gedenkzentrums in Oradour-sur-Glane im Département Haute-Vienne Foto: Stephane Lefèvre/MAXPPP/dpa

In Frankreich hat die Schändung einer Gedenkstätte für ein SS-Massaker Empörung ausgelöst. Unbekannte hatten am Eingang des Gedenkzentrums in Oradour-sur-Glane im Département Haute-Vienne unter anderem das Wort »Märtyrer« im Schriftzug mit weißer Farbe durchgestrichen und »Lügner« daneben geschrieben. 

Staatschef Emmanuel Macron verurteilte die Tat und versprach, dass alles getan werde, um die Verantwortlichen zu finden. Nichts könne die Erinnerungen an die 642 Märtyrer von Oradour-sur-Glane vergessen machen, schrieb Macron am Samstag auf Twitter. 

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Anzeige Die Schmierereien waren Medienberichten zufolge am Freitag entdeckt worden, Ermittlungen wurden eingeleitet. Das Gedenkzentrum reichte demnach auch eine Anzeige ein. Die Ermittler hofften nun auf Hinweise auf den oder die Täter, auch durch die Aufnahmen der Videoüberwachung der Gedenkstätte, berichtete der Sender Franceinfo. 

Das Mahnmal in dem Dorf nordwestlich von Limoges erinnert an ein Massaker deutscher Besatzer am 10. Juni 1944. Angehörige der SS-Panzerdivision-Einheit »Das Reich« hatten Frauen und Kinder in eine Kirche eingesperrt und diese dann angezündet. Die Männer des Ortes wurden erschossen. Das Dorf wurde zerstört, die Ruinen blieben erhalten und in das Zentrum mit eingegliedert. Das Gedenkzentrum wurde 1999 eröffnet und empfängt jährlich nach eigenen Angaben rund 300.000 Besucher. 

Der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees, Christoph Heubner, verurteilte die Tat und sprach von einer »rechtsextremen Attacke«. »Es ist höchste Zeit, dass die Regierungen in Europa diesen Tätern entschieden und konsequent gegenübertreten und die Demokratie und die Würde der Opfer verteidigen«, erklärte Heubner. dpa

Nachruf

Zum »idealen arischen Baby« erklärt: Hessy Levinsons Taft gestorben

Der Fotograf sagte Tafts Familie damals, er habe bewusst das Foto eines jüdischen Kindes eingereicht, um die Rassenideologie der Nazis ad absurdum zu führen

von Imanuel Marcus  19.01.2026

USA

Top-Cop im Dilemma

Jessica Tisch, New Yorks erste jüdische Polizeipräsidentin, bleibt auch unter dem antizionistischen Bürgermeister Zohran Mamdani im Amt – zumindest vorerst

von Katja Ridderbusch  18.01.2026

USA

Old Shul

Bundesrichter Alvin K. Hellerstein leitet das Verfahren gegen Venezuelas Ex-Präsidenten Nicolás Maduro. Er ist 92 Jahre alt und orthodoxer Jude

von Michael Thaidigsmann  18.01.2026

Italien

Licht der Erinnerung

Die Juden Lecces wurden 1541 aus dem Königreich Neapel vertrieben. Fast 500 Jahre später wird ihre Geschichte in dem kleinen »Museo Ebraico« zu neuem Leben erweckt – dank zweier engagierter Familien

von Lydia Bergida  17.01.2026

Der Eruv kann auch teilweise aus ergänzten bei der Sigi-Feigel-Terrasse

Schweiz

Ein Eruv für Zürich

Unsichtbar im Stadtbild, spürbar im religiösen Alltag. Die größte jüdische Gemeinschaft der Schweiz spannt einen symbolischen Faden – und macht jüdisches Leben sichtbarer

von Nicole Dreyfus  16.01.2026

England

Maccabi-Fan-Bann: Ministerin entzieht Polizeichef das Vertrauen

Ein Bericht zum Agieren der West Midlands Police beim Ausschluss von Fans des israelischen Vereins Maccabi Tel Aviv vom Spiel gegen Aston Villa hat schwere Fehler zutage gefördert

 15.01.2026

Irak

Humor als Waffe

Elizabeth Tsurkov berichtet über ihre 903 Tage als Geisel einer pro-iranischen Terrormiliz und was ihr beim Überleben half

von Michael Thaidigsmann  15.01.2026

Auszeichnung

Vier Deutsche mit Obermayer Awards ausgezeichnet

Seit dem Jahr 2000 verleiht die amerikanische Obermayer-Stiftung jährlich einen Geschichtspreis an Heimatforscher und Gedenk- und Aufarbeitungsprojekte in Deutschland. In diesem Jahr werden vier Personen und eine Initiative geehrt

 13.01.2026

Jackson

Brandanschlag auf Synagoge in Mississippi

Zwei Torarollen hat das Feuer vollständig zerstört. Der Verdächtige wurde vom FBI gefasst. Er bezeichnete das Gebäude während eines Verhörs als »Synagoge Satans«.

 12.01.2026 Aktualisiert