Weltraumtourismus

Rocket Man

Jared Isaacman will hoch hinaus. Das hat der 41-jährige Milliardär aus New Jersey in den USA schon häufiger unter Beweis gestellt. Und nach mehreren Verzögerungen - wegen schlechter Wetterbedingungen und technischer Schwierigkeiten - ist er nun mit drei weiteren Astronauten am Dienstagmorgen zu einer riskanten Mission gestartet. Beim privat finanzierten Projekt »Polaris Dawn« sollen sie sich bis zu 1.400 Kilometer weit von der Erde entfernen. Damit handelt es sich dem Raumfahrtunternehmen SpaceX zufolge um die größte Entfernung von Menschen zur Erde seit den letzten Apollo-Missionen zum Mond in den frühen 1970er-Jahren.

Die Astronauten hoben an Bord eines Crew-Dragon-Raumfahrzeugs mit einer Falcon-9-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral an der Westküste Floridas ab. Isaacman finanzierte und organisierte die bis zu fünf Tage dauernde Mission in Abstimmung mit SpaceX-Gründer Elon Musk und ist Kommandant. 

Er warb um Spenden für ein Kinderkrankenhaus - und spendete zusätzlich 100 Millionen Dollar

Für Jared Isaacman ist es die zweite Reise ins All. Bereits im September 2021 umkreist er mit der Mission »Inspiration4« drei Tage lang die Erde. Isaacman bezahlte diesen Raumflug, der ebenfalls mit einer Falcon-9-Trägerrakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX in Florida startete. Der Unternehmer finanzierte nicht nur seine eigene Teilnahme, sondern auch die der drei Mitreisenden. Er warb dabei um Spenden für das auf Krebserkrankungen spezialisierte Kinderkrankenhaus St. Jude in Memphis, dem er gleichzeitig noch zusätzlich einen Betrag von 100 Millionen Dollar zur Verfügung stellte.

Eine der Teilnehmerinnen am Raumflug, die Weltraumtouristin Hayley Arceneaux, war dort selbst als Kind von einem Knochentumor geheilt worden.

Jared Isaacman stammt aus einer jüdischen Familie. Der Nachrichtensender CNN zitierte ihn einmal mit den Worten: »Um ganz ehrlich zu sein, ich bin eigentlich kein religiöser Mensch.« Er ist verheiratet, mit seiner Frau Monica hat er zwei Töchter.

Eigentümer der größten privaten Sammlung von Militärflugzeugen

Mit dem von ihm im Alter von 16 Jahren in der elterlichen Wohnung in Far Hills, New Jersey, gegründeten Unternehmen »Shift4 Payments« verdiente er ein Vermögen. Zugleich absolvierte er eine Pilotenausbildung. Inzwischen hat er selbst ein Unternehmen, das Luftwaffenpiloten ausbildet. Zudem nennt er auch die größte private Sammlung von Militärflugzeugen sein Eigen. Im Rahmen einer Spendenaktion für Chabad Hunterdon County versteigerte er 2010 einen Mitflug in einer dieser Maschinen.

Übrigens hält Isaacman einen Weltrekord, den er 2009 im Zuge einer Spendenaktion für die Make-A-Wish-Foundation von New Jersey aufstellte, als er in knapp 62 Stunden in einem Geschäftsflugzeug die Welt umrundete.

Nun ist Isaacman mit »Polaris Dawn« unterwegs. Zur Crew gehören auch Scott Poteet, Sarah Gillis und Anna Menon. Während der Mission soll es in etwa 700 Kilometern Höhe einen Außeneinsatz der Astronauten geben, bei dem das private Raumfahrtunternehmen einen neuen Weltraumanzug für Außeneinsätze testen will. 

Beim »ersten kommerziellen Weltraumspaziergang« - wie es auf der Website des Projekts heißt - soll der Anzug größere Mobilität als bisher verwendete Modelle gewährleisten. SpaceX will die Anzüge für spätere Missionen zum Mond und zum Mars testen. Von den Astronauten sollen zudem Experimente etwa zu den Auswirkungen von Raumflug und Weltraumstrahlung auf die menschliche Gesundheit durchführt werden. (mit dpa) 



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