Madrid

Polizei fahndet nach Mann mit »Neonazi-Ästhetik«

Wagen der spanischen Nationalpolizei (Symbolbild) Foto: IMAGO/ZUMA Wire

Die spanische Polizei sucht im Zusammenhang mit dem vereitelten Brandanschlag auf ein koscheres Restaurant in Madrid einen äußerlich wie ein Neonazi aussehenden Mann. Die Nachrichtenagentur »Europa Press« am Donnerstag unter Berufung auf Polizeikreise, der Tatverdächtige habe eine »Neonazi-Ästhetik«. Genauere Angaben wurden zunächst nicht bekannt.

Am Dienstagabend gegen 22.40 Uhr hatte ein Mann den Eingangsbereich der Pizzeria Rimmon Kosher im Stadtteil Chamberí mit einer nach Benzin riechenden Flüssigkeit besprüht und wollte sie in Brand setzen. Mitglieder des Personals kamen ihm aber zuvor und schlugen ihn in die Flucht. Bislang ist unklar, wer für die Tat verantwortlich zeichnet.

Die Verantwortliche der jüdischen Gemeinde sprachen von einer antisemitischen Tat. Sie habe das Ziel gehabt, möglichst viele Opfer zu verursachen und jüdische Menschen zu terrorisieren. Das unweit der Madrider Hauptsynagoge gelegene koschere Restaurant war zum Zeitpunkt des versuchten Anschlags gut besucht.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung lobten die Jüdische Gemeinde Madrid und der Dachverband der jüdischen Gemeinschaften Spaniens (FCJE) das beherzte Eingreifen des Personals und das schnelle Kommen der Polizei. Die Tat sei »abscheulich und brutal« und untergrabe »das Zusammenleben, die Freiheit und die Toleranz, die die Bürger Madrids seit jeher auszeichnen, untergräbt«, betonten sie.

Laut dem TV-Sender »Telemadrid«, der sich wiederum auf Polizeikreise bezog, war es der schwerste antisemitische Vorfall in der spanischen Hauptstadt seit den Massakern der Hamas am 7. Oktober 2023 und dem Beginn des Gaza-Kriegs. mth

Bern

Akte Josef Mengele bleibt lückenhaft

Der Schweizer Nachrichtendienst gibt die Josef-Mengele-Akte frei, darin finden sich jedoch nach wie vor viele geschwärzte Stellen

von Nicole Dreyfus  16.09.2026

Judenhass

»Während er mir in den Kopf schneidet, sagt er: ›Die Juden erschießen Kinder‹«

Eine neue Dokumentation enthüllt ein erschreckendes Ausmaß an Antisemitismus im britischen Gesundheitssystem

 16.09.2026

Großbritannien

Burnham will Beschränkungen für katholische und jüdische Premiers abschaffen

Die Regierung in London legt einen Gesetzentwurf zur Aufhebung religiöser Beschränkungen vor, die aus dem 19. Jahrhundert stammen

 16.09.2026

Paris

Französische Rock-Ikone Catherine Ringer gestorben

Sie war die berühmte Stimme des legendären Duos Rita Mitsouko. Mit Hits wie »Marcia Baïla« wurde Catherine Ringer zur Ikone des französischen Rocks. Nun ist sie im Alter von 68 Jahren gestorben

 16.09.2026

Der jüdische Kardinal

Den einen zu jüdisch, den anderen zu katholisch: Aron Jean-Marie Kardinal Lustiger vereinte Welten in sich, die in der Geschichte schmerzhaft gegensätzlich waren

von Andrea Krogmann  15.09.2026

USA

Das süße Licht von Zusha

Seit 13 Jahren machen Shlomo Gaisin und Zack Goldschmiedt charedische Popmusik – mit Riesenerfolg

von Sophie Albers Ben Chamo  13.09.2026

Kino

Unter einem guten Stern

Jüdische Themen sind im französischen Kino immer wieder sehr gut aufgehoben. Auch »Nur ein kleines bisschen Glück« trifft mit Leichtigkeit mitten ins Herz

 11.09.2026

Kommentar

Ja, du bist gemeint!

Im Leben gibt es Menschen, die erkennen, was vor sich geht, und andere, die einfach blind den Trends folgen. Warum ich an der Seite meiner jüdischen Freunde stehe

von Boy George  11.09.2026

Rückkehr

Wiener Stadttempel nach Restaurierung wiedereröffnet

Nach mehr als zehn Monaten Bauzeit konnte die jüdische Gemeinde in Wien wieder in ihre Synagoge zurückkehren. Nun steht ein großes Fest an - auch zum runden Jubiläum des größten Gotteshauses seiner Art in Österreich

von Johannes Peter Senk  10.09.2026