Vatikan

Papst empfängt Jüdischen Weltkongress

»Wir verstehen die Situation der Migranten und finden uns in ihnen wieder«: WJC-Präsident Ronald S. Lauder (r.) bei seinem Besuch bei Papst Franziskus Foto: Francesco Sforza / WJC

Eine Delegation des Jüdischen Weltkongresses (WJC) ist am Montagabend von Papst Franziskus in Rom empfangen worden. Bei der Audienz sprach der Papst nach Angaben des WJC über die Flüchtlingskrise und die Herausforderung, den Frieden in der Welt zu fördern. Franziskus beklagte, Europa vergesse oft, dass es von Migranten bereichert worden ist. Der Kontinent schließe sich ab, »es fehlt Europa an Kreativität«.

WJC-Präsident Ronald S. Lauder entgegnete: »Wir Juden sind alle Migranten gewesen. Wir verstehen die Situation der Migranten und finden uns in ihnen wieder.«

Franziskus hob hervor, wie wichtig die Integration der Migranten sei. Denn: »Die Leute, die die Terroranschläge in Belgien begangen haben, wurden nicht richtig integriert.«

Neujahr Im Vorfeld von Rosch Haschana wünschte der Papst der jüdischen Welt ein süßes neues Jahr und wiederholte, was er bei einem früheren Treffen mit WJC-Präsident Ronald S. Lauder schon einmal gesagt hatte: Ein guter Christ könne kein Antisemit sein.

»Wir sollten auf einem gemeinsamen Weg gehen, um die Welt sicherer zu machen«, sagte Franziskus und mahnte, Christen und Juden dürften keine Angst davor haben, sich gegen die Brutalität in der Welt auszusprechen.

Die WJC-Delegation lobte den Papst ausdrücklich für seinen jüngsten Besuch in Auschwitz Ende Juli, bei dem er es vorgezogen hatte, zu schweigen.

Großbritannien

London ehrt Stefan Zweig

84 Jahre nach seinem Tod wird der berühmte österreichische Schriftsteller Stefan Zweig in London geehrt. Dorthin war er 1936 vor den Nazis geflohen

 02.07.2026

Kommentar

250 Gründe, die USA zu lieben

Am 4. Juli 1776 wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Eine etwas andere Liebeserklärung

von Imanuel Marcus  02.07.2026

Schweiz

Zürcher Attentäter schweigt vor Gericht

Der 17-jährige Angeklagte, der am 2. März 2024 in Zürich einen orthodoxen jüdischen Mann fast tötete, verweigert vor Gericht jede Aussage. Ihm droht wegen mehrfachen versuchten Mordes die höchstmögliche Jugendstrafe von einem Jahr Freiheitsentzug.

von Nicole Dreyfus  02.07.2026

USA

Es war einmal ein »Reich der Güte«

Vor 250 Jahren wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Aus jüdischer Perspektive war die Entstehung der Neuen Welt auch der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte

von Paul Bentin  02.07.2026

Großbritannien

Oberrabbiner Mirvis fordert, den Ruf »Tod der IDF« unter Strafe zu stellen

Oberrabbiner Mirvis hat die Politik seines Landes zu einem schärferen juristischen Vorgehen gegen anti-israelische und antisemitische Hassrede aufgefordert

 01.07.2026

Proteste gegen Kushner-Projekt

Ein Land sieht pink: Albaniens Flamingo-Revolution ist nicht zu stoppen

Flamingos überall - und kein Ende in Sicht: EU-Beitrittskandidat Albanien ist fest im Griff einer Protestwelle. Fällt die Regierung unter der pinken Revolution?

von Markus Schönherr  30.06.2026

Österreich

Rabbiner Yaron Nisenholz wird Wiens neuer Oberrabbiner

Nach einem internationalem Auswahlverfahren übernimmt Rabbiner Yaron Nisenholz die religiöse Führung der IKG Wien

von Nicole Dreyfus  29.06.2026

Venezuela

Jüdische Gemeinde beklagt drei Tote, mehr als 100 Obdachlose

Das Erdbeben in Venezuela hat auch für die rund 5000 Mitglieder zählende jüdische Gemeinschaft des Landes schwere Folgen

 29.06.2026

Eva Erben

»Oft weiß man gar nicht, wie viel Kraft in einem steckt«

Die 95-jährige Holocaustüberlebende war aus Israel nach Prag gekommen, um bei der Verlegung der »Stolpersteine« für ihre in der Schoa ermordeten Eltern dabei zu sein

von Michael Thaidigsmann  26.06.2026