Argentinien

Offenbar Anschlag auf Maccabi Games verhindert

Die Pan American Maccabi Games in Buenos Aires haben am 27. Dezember 2023 begonnen und enden am 5. Januar 2024. Foto: Sandy Slater

Das argentinische Verteidigungsministerium hat die Verhaftung dreier Männer bestätigt, die versucht haben sollen, bei den Maccabiah Games of America in Buenos Aires einen Terroranschlag zu verüben. Das berichtet Israels öffentlich-rechtlicher Sender »Kan 11«.

Einer der Verhafteten sei Libanese, der mit einem kolumbianischen Pass aus Kolumbien eingereist sei, ein anderer habe das Land mit einem venezolanischen Pass von Venezuela aus betreten. Die Nationalität des Dritten wurde bisher nicht bekannt gegeben.

Paket aus dem Jemen

Laut vorläufiger Ermittlungsergebnisse seien die Verdächtigen getrennt eingereist und planten offenbar, sich in Buenos Aires zu treffen, um den Terroranschlag zu planen. Die Information, die die Ermittlungsbehörden aufmerksam werden ließ, war ein Paket, das aus dem Jemen in Argentinien ankam, so der Bericht. Es war mit 35 Kilogramm besonders schwer und sei für die Adresse bestimmt gewesen, an der sich die Verdächtigen treffen wollten.

Die Verhaftung der Terroristengruppe habe noch vor der Eröffnung der Spiele stattgefunden, zitiert »Kann 11« den Vorsitzenden des Maccabi Global Movement Amir Peled. »Dieses Ereignis hat keine Auswirkungen auf die Panamerikanischen Spiele, die wie gewohnt fortgesetzt werden. Morgen, am Donnerstag, findet die Abschlusszeremonie der Spiele statt.«

Die Panamerikanischen Maccabi Games werden alle vier Jahre gefeiert. An dem Sportwettbewerb nehmen jüdische Athleten aus lateinamerikanischen Ländern teil, aber inzwischen sind auch Delegationen aus den USA, Kanada, Australien, Großbritannien und Israel mit dabei.

Immer wieder Angriffe auf Juden in Argentinien

Erst im Juni 2023 hatten argentinische Behörden internationale Haftbefehle für vier libanesische Terrorverdächtige ausgestellt. Die mutmaßlichen Agenten der Hisbollah sollen hinter dem Terrorangriff auf das Jüdische Center AMIA in Buenos Aires im Jahr 1994 stecken, bei dem 85 Menschen getötet und hunderte verletzt wurden. Ebenfalls im Juni vergangenen Jahres wurde in Buenos Aires ein Mann festgenommen, der sich vor der israelischen Botschaft verdächtig verhalten hatte. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass er einen gefälschten Pass bei sich trug und irakischer Staatsbürger ist.

Argentinien ist die Heimat der größten jüdischen Gemeinschaft in Südamerika. Das Dreiländereck Argentinien, Brasilien und Paraguay gilt schon lange als Zentrum iranischer und Hisbollah-Aktivitäten in Lateinamerika und findet Unterstützung in den großen libanesischen und schiitischen Diasporagemeinden. ja

Debatte

Zentralrat der Juden übt scharfe Kritik an Itamar Ben-Gvir

Israels rechtsextremer Minister Ben-Gvir wirbt unverhohlen für Tötungen im Gazastreifen. Das sorgt international für Entsetzen - auch beim jüdischen Dachverband in Deutschland

 18.08.2026 Aktualisiert

Portugal

Staatsanwaltschaft soll Antisemitismus-Vorwürfe an Universität Coimbra untersuchen

Auch auf dem Campus im Coimbra wird offenbar antisemitische Propaganda verbreitet. Ein jüdischer Student soll Todesdrohungen erhalten haben

 18.08.2026

USA

Die berühmteste Nähmaschine der Welt

Vor 175 Jahren ließ Isaac M. Singer seine »Sewing Machine« patentieren – und löste damit in der Textilindustrie und in Privathaushalten eine Revolution aus

von Sarah Thalia Pines  17.08.2026

Bern

Verantwortung lässt sich nicht neutralisieren

Die Schweiz debattiert anlässlich einer Volksabstimmung über ihre Neutralität. Ein Kommentar von JA-Schweiz-Korrespondentin Nicole Dreyfus

von Nicole Dreyfus  16.08.2026

Los Angeles

Rekord-Deal in der NBA: Iger und Kushner kaufen die LA Lakers

Die beiden jüdischen Geschäftsmänner Bob Iger und Joshua Kushner übernehmen das Basketball-Team für 12,5 Milliarden US-Dollar

 16.08.2026

Österreich

Vermisste Israelinnen in Wien: Polizei stellt Suche ein

Europol hat die Ermittlungen im Fall der in Wien vermissten Israelinnen übernommen. Auch der Mossad soll vor Ort sein. Es wird davon ausgegangen, dass Mutter und Tochter nicht mehr in der Stadt sind

 14.08.2026

Antisemitismus

»Schade, dass Hitler den Job nicht vollendet hat«

Ein Mann aus Irland äußerte sich bei einer Begegnung mit jüdischen Touristen in einem französischen Supermarkt antisemitisch und drohte dem Paar gar mit Erschießung.

 14.08.2026

Wien

Vermisste Israelinnen: Gerüchte sorgen für Aktiensturz

Im Fall der vermissten Mutter und Tochter in Österreich haben Gerüchte in den sozialen Medien zu einem Kurssturz bei der israelischen Bank geführt, bei der eine der Frauen arbeitet

 13.08.2026

Italien

Ein Tempel für alle

Über der Biennale in Venedig schwebt eine Synagoge. Was sich die ukrainische Künstlerin Anna Kamyshan dabei dachte und wie sie es geschafft hat

von Sophie Albers Ben Chamo  13.08.2026