In Deutschland wird 2026 erstmals ein Journalistenpreis für herausragende Berichterstattung über jüdisches Leben und die Bekämpfung des Antisemitismus vergeben. Organisatoren des Georg Stefan Troller Preises sind die Fazit-Stiftung, die Mehrheitseignerin der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« ist, und der Jüdische Journalistenverband (JJJ), wie beide am Freitag in Frankfurt mitteilten. Der Preis soll jährlich verliehen werden. Er ist mit 10.000 Euro dotiert.
Einsendeschluss für Beiträge, die zwischen Juli 2025 und Juni 2026 publiziert wurden, ist der 30. Juni. Der Preis ist nach dem Reporter und Dokumentarfilmer Georg Stefan Troller benannt, der im vergangenen September im Alter von 103 Jahren gestorben war. Troller stammte aus einer jüdischen Wiener Familie, überlebte die Schoa durch seine Flucht nach Paris und schließlich in die USA. Er kehrte als G.I. zurück und beschloss später, wieder in Europa zu leben. Er arbeitete als Filmemacher und Paris-Korrespondent, unter anderem für WDR und ZDF, und revolutionierte das Interview-Format.
Jüdisches Leben sichtbar machen
Der Preis zeichnet den Angaben zufolge »journalistische Arbeiten aus, die jüdisches Leben in der Gegenwart sichtbar machen, differenziert darstellen und zum Verständnis jüdischer Lebensrealitäten im deutschsprachigen Raum und weltweit beitragen - sei es durch Recherche, Analyse, Reportage, Kommentar oder dokumentarische Formen«. epd/ja