EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Washington

Nackter Hass auf stolzer Brust

Trump-Anhänger im Kapitol, dem Sitz des US-Kongresses Foto: imago images/Pacific Press Agency

In der Diskussion um den Kampf gegen Hass und Hetze im Internet haben führende jüdische Verbände in den USA jetzt auch die Betreiber von Verkaufsplattformen im Internet aufgefordert, stärker gegen rechtsextreme Propaganda durchzugreifen.

AUFSTACHELUNG Bei dem Angriff auf den US-Kongress am 6. Januar waren zahlreiche Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump auf Video aufgenommen worden, die Kleidungsstücke mit antisemitischen Aufschriften trugen, welche bei zahlreichen Internet-Händlern erhältlich waren und sind.

Die Anti-Defamation League (ADL) und der Jüdische Weltkongress (WJC) verlangen nun in einer gemeinsamen Pressemitteilung eine Verschärfung der Geschäftsbedingungen und den Verzicht auf den Verkauf von Produkten, welche zu Rassismus, Holocaust-Leugnung oder anderen Formen von Hass oder Gewalt aufstacheln.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Viele Online-Händler hätten »kläglich versagt«, wenn es darum ginge zu verhindern, dass ihre Plattformen von Extremisten ausgenutzt würden, um Gewalt zu verherrlichen, erklärte WJC-Präsident Ronald S. Lauder. »Es kann für niemanden eine Entschuldigung dafür geben, vom Verkauf von Waren zu profitieren, die die Tötung von Juden oder einer anderen Gruppe befürworten oder den Holocaust verhöhnen«, so Lauder weiter.

ADL-Geschäftsführer Jonathan Greenblatt äußert sich ähnlich. Die Unternehmen müssten mehr tun: »Online-Händler haben direkt vom Verkauf dieser Artikel profitiert und indirekt die Verbreitung von hasserfüllten Ideologien erleichtert, indem sie Extremisten erlaubt haben, stolz ihre rassistischen, sexistischen und antisemitischen Ansichten zu äußern.«

STRAFVERFAHREN Während der Stürmung und Belagerung des US-Kapitols vergangene Woche waren zahlreiche Anhänger der rechtsextremen QAnon-Verschwörungstheorie zu sehen. Ein Mann trug ein T-Shirt mit der Aufschrift »6MWE«, ein bei extremen Rechten verbreitetes Akronym, das für »6 Millionen waren nicht genug« steht.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Ein anderer Demonstrant trug ein Sweatshirt mit dem Slogan »Camp Auschwitz - Arbeit bringt Freiheit.« Der 56-Jährige wurde am Dienstag festgenommen; es droht ihm ein Strafverfahren wegen illegalem Eindringens in ein besonders gesichertes Gebäude und ungebührlichem Verhalten auf dem Gelände des Kapitols. Einige der Original-Kleidungsstücke würden auf Plattformen wie eBay und bei kleineren Händlern zum Kauf angeboten, so ADL und WJC in ihre Erklärung.

Der Betreiber des E-Commerce-Unternehmens Etsy intervenierte Anfang der Woche gegen einen Verkäufer auf seiner Plattform, der das »Camp Auschwitz«-T-Shirt im Angebot hatte. Zuvor hatte das Auschwitz-Museum in einem Tweet Etsy aufgefordert einzuschreiten.

»Wir bei Etsy wissen, dass die Demokratie das Fundament der Zivilgesellschaft ist und erkennen an, dass sie geschätzt und geschützt werden muss«, sagte Vorstandschef Josh Silverman in einem Internetblog. »In Zeiten von Unruhen ist es wichtiger denn je, dass wir wachsam sind und unseren Teil dazu beitragen, unseren Marktplatz und unsere Gemeinschaft sicher zu halten«, erklärte er. mth

Showbiz

Noah Wyle ist der »Sexiest Man Alive«, meint das »People«-Magazin

Der »The Pitt«-Star darf sich über den Titel freuen, der einst auch Harrison Ford schmückte. Seine Kinder sticheln schon, sagt Wyle

 28.10.2026

Medien

»Jüdin« auf der Stirn

Die entlassene Produzentin Lucie Kon erhält fast 500.000 Euro von der BBC nach Antisemitismus-Vorwürfen. Nach dem 7. Oktober 2023 wurde ihre Arbeit beim öffentlich-rechtlichen Sender unerträglich

von Jamie Shapiro  27.10.2026

San Francisco/New York

KI mit Elvis-Songs gefüttert: Millionenklage gegen Anthropic

»Return To Sender« und diverse weitere Lieder des King of Rock’n’ Roll sollen ohne Zustimmung ins KI-Training geflossen sein

 27.10.2026

Island

Wo die Mikwe eine heiße Quelle war

Seit diesem Jahr hat der Inselstaat erstmals ein jüdisches Gemeindezentrum. Juden spielten in der Geschichte des Landes allerdings eine wichtigere Rolle als bisher bekannt

von Elke Wittich  26.10.2026

Miami

Bei den koscheren Panthern

Seit 2015 gibt es an der Florida International University die jüdische Studierendenorganisation »Hillel«. Zu Besuch an einem Nachmittag im Oktober

von Katrin Richter  26.10.2026

USA

Schalom, Sydney?

Gossip-Alarm! Angeblich will Schauspielerin Sydney Sweeney Musik-Mogul Scooter Braun heiraten. Und dafür konvertieren

von Sophie Albers Ben Chamo  25.10.2026

Essay

Der Druck der Straße: Kann Frankreich seine Juden noch schützen?

Eine Republik, die ihre Rathäuser nicht schützen kann, wird auch ihre Juden nicht mehr lange beschützen können, meint unser Gastautor

von Rabbiner Pinchas Goldschmidt  23.10.2026

Rom

Papst vor AJC-Delegation: »Kirche duldet keinen Antisemitismus«  

Erstmals empfing Leo XIV. im Vatikan eine Delegation des American Jewish Committee - und betonte in seiner Ansprache, dass der interreligiöse Dialog zum Weltfrieden beitrage

 22.10.2026

New York

Magische Juden

Handleser, Geisterbeschwörer, Wahrsager und Wunderheiler: Eine neue Ausstellung beleuchtet die Lust am Okkulten

von Eva C. Schweitzer  21.10.2026