Columbia University

Nach judenfeindlichen Demos: Rabbiner warnt eindringlich

Israelhasser haben offensichtlich die Website von Ford gehackt Foto: picture alliance / Andrea Renault/STAR MAX/IPx

Nach israelfeindlichen Demonstrationen auf dem Campus der Columbia University in New York hat ein Rabbi seine jüdischen Studierenden gewarnt.

Wie mehrere US-Medien am Sonntag (Ortszeit) übereinstimmend berichteten, schrieb Rabbi Elie Buechler: »Es schmerzt mich zutiefst, Ihnen sagen zu müssen, dass ich Ihnen dringend empfehle, so schnell wie möglich nach Hause zurückzukehren und dort zu bleiben, bis sich die Lage auf dem Campus und in der Umgebung dramatisch verbessert hat.«

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In der Nacht auf Sonntag war es bei Demonstration zu schockierenden, antisemitischen Äußerungen gekommen, wie zahlreiche Videos auf der Plattform X (vormals Twitter) zeigen. In einem ist zu hören, wie Teilnehmer rufen: »We say justice, you say how? Burn Tel Aviv to the ground« (deutsch: »Wir sagen Gerechtigkeit, ihr sagt wie? Brennt Tel Aviv bis auf den Grund nieder«).

»Propalästinensisches« Zeltlager geräumt

In einer anderen Aufnahme werden die jüdischen Studierenden aufgefordert, »zurück nach Polen« zu gehen. Aus Sicht des Rabbis haben die Ereignisse deutlich gemacht, dass weder die Universität noch die Polizei für die Sicherheit jüdischer Studierender garantieren könnten.

Bereits am Donnerstag hatte die Polizei ein »propalästinensisches« Zeltlager auf dem Campus geräumt und gut 100 Teilnehmer festgenommen. Diese hatten sich trotz mehrfacher Aufforderung geweigert, das Lager aufzulösen, wie ein Polizeisprecher bei einer Pressekonferenz sagte. Berichten zufolge war unter den Festgenommenen auch die Tochter der prominenten demokratischen Abgeordneten Ilhan Omar, die ebenfalls für antiisraelische Positionen bekannt ist.

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»Außergewöhnliche Umstände«

Columbia-Präsidentin Nemat »Minouche« Shafik hatte die Polizei selbst um Hilfe gebeten. »Ich habe diesen außergewöhnlichen Schritt unternommen, weil dies außergewöhnliche Umstände sind«, schrieb sie in einer Mitteilung. »Die Personen, die das Lager errichtet haben, haben gegen eine lange Liste von Regeln und Richtlinien verstoßen.« Laut Berichten hat sich die Lage seitdem verschlimmert.

Auch US-Präsident Joe Biden bezog Stellung zu den Ereignissen, nannte die Columbia University aber nicht beim Namen. »Selbst in den vergangenen Tagen haben wir Schikanen und Aufrufe zur Gewalt gegen Juden erlebt«, hieß es in einer Mitteilung. »Dieser unverhohlene Antisemitismus ist verwerflich und gefährlich - und er hat auf dem Campus oder irgendwo in unserem Land absolut keinen Platz.«

Gegen Antisemitismus müsse man seine Stimme erheben, so Biden. »Schweigen ist Mittäterschaft.« dpa

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