Niederlande

Mit dem Kran zu Oma

Die Aktion macht Schule: Auch andere Menschen folgten dem Beispiel von Timo Haaker und besuchten ihre Angehörigen in Altersheimen. Foto: dpa

Um seine Großmutter trotz Corona-Sperre im Amsterdamer Altersheim »Beth Shalom« zu besuchen, ist ein junger Mann auf eine ungewöhnliche Idee gekommen. Wie das Nieuw Israëlietisch Weekblad (NIW) berichtete, bestellte der 26-jährige Timo Haaker einen Kran mit Hebebühne und ließ sich vors Zimmerfenster der Oma im dritten Stock heben.

Die 91-Jährige war außer sich vor Freude − hatte sie doch wegen des ansteckenden Virus sechs Wochen lang keinen Besuch bekommen. Da sie fast taub ist, half ihr auch das Angebot der Heimleitung nichts, per Videoanruf mit den Verwandten zu telefonieren.

Glück »Um ehrlich zu sein, sie konnte uns auf dem Kran nicht wirklich hören«, sagte Haaker, »aber es hat sie super glücklich gemacht und mit neuer Energie gefüllt.«

Nach der kostenlosen Aktion bot die Firma Riwal, bei der Haaker um den Kran gebeten hatte, auch allen anderen Familien an, ihre Angehörigen im »Beth Shalom« auf diese Weise zu besuchen.

BDS Riwal ist ein in den Niederlanden ansässiges internationales Unternehmen, das sich auf Kranmaschinen spezialisiert hat. Besitzer ist der israelisch-niederländische Geschäftsmann Doron Livnat. In den vergangenen Jahren wurde Riwal wiederholt von der antiisraelischen BDS-Bewegung ins Visier genommen.

»Beth Shalom« gilt als eines der vom Coronavirus am härtesten betroffenen Altersheime in den Niederlanden. In den vergangenen Wochen starben 26 Bewohner an Covid-19. Wie niederländische Medien berichteten, haben sich zahlreiche weitere Bewohner mit dem Coronavirus angesteckt.  ja

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