USA

Mann mit Menschenkenntnis

Star-Journalist und Buchautor: Walter Isaacson Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

USA

Mann mit Menschenkenntnis

Nach der Biografie von Steve Jobs erzählt der Journalist Walter Isaacson nun die Lebensgeschichte des Businessmoguls Elon Musk

von Dana Wüstemann  26.09.2023 18:28 Uhr

Innovation interessiert Walter Isaacson. Sie ist das Lieblingsmotiv in seinen Werken. Besonders bekannt ist der amerikanische Journalist, Autor und Geschichtsprofessor für seine Bücher über Steve Jobs, Albert Einstein und jetzt die neue Biografie von Tech-Genie Elon Musk.

»Ich sah Musks Dämonenmodus oft«, resümierte Isaacson kürzlich in einem Interview mit »The Atlantic«. Er sei Musk, während er die Biografie schrieb, rund zwei Jahre lang gefolgt.

unschön Derzeit ist das Buch, das schlicht Elon Musk heißt, in aller Munde. Der Autor beschreibt den Unternehmer und Milliardär als »einzigartigen Charakter«. Musk könne rücksichtslos und sogar gefährlich sein. »Und manchmal kann er auch ziemlich erstaunliche Dinge tun.« Daher sei Musks Tun oft kein schöner Anblick, im Vergleich zu Einstein oder Steve Jobs, resümiert Isaacson.

Elon Musk erzählt von der schwierigen Kindheit des Businessmoguls, seinen impulsiven Entscheidungen, seinem selbstzerstörerischen Charakter. Isaacson zeichnet das Bild eines komplizierten Menschen, der »nicht dazu veranlagt ist, Empathie zu zeigen – oder, um es weniger technisch auszudrücken: der ein Arschloch sein kann«. Auf der anderen Seite beschreibt Isaacson Musk als beispiellos erfolgreichen und engagierten Ingenieur.

Walter Isaacson wurde 1952 als einziges Kind des jüdischen Ehepaares Irwin und Betty Lee Isaacson in New Orleans im US-Bundesstaat Louisiana geboren. Er studierte Geschichte und Literatur an der Harvard University und später in Oxford. Seine Leidenschaft für den Journalismus entdeckte er auf dem College. Vier Jahre nach seinem Abschluss in Oxford wurde er politischer Korrespondent für das »Time Magazine«.

multitalent Sein Kollege Evan Thomas beschrieb ihn schon in den ersten Jahren seiner Karriere als »Multitalent, das jeden zu kennen schien, der wichtig war«. Daher wirkt es fast logisch, dass Isaacson 2001 Chef des Nachrichtensenders CNN wurde, kurz vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Er führte den Sender durch einen der bedeutendsten und schwierigsten Momente in der amerikanischen Geschichte.

Im März erhielt Isaacson die National Humanities Medal. Er habe in seinen Bestseller-Biografien die Geschichte und den Genius Amerikas beschrieben, begründete das Weiße Haus die Entscheidung.

Auf ganz unterschiedliche Weise widmete Isaacson seine Karriere dem Fortschritt der amerikanischen Gesellschaft. So verließ er als 51-Jähriger 2003 CNN und wurde Präsident des Aspen Institute, einer Nichtregierungsorganisation, die sich für »eine freie, gerechte und ausgewogene Gesellschaft« einsetzt. Zwei Jahre darauf wurde er von der Gouverneurin von Loui­siana nominiert, die Ausgaben für den Wiederaufbau in dem Bundesstaat nach dem Hurrikan Katrina zu überwachen. Außerdem übernahm er weitere kommunalpolitische Funktionen, hauptsächlich in seiner Heimatstadt New Orleans.

Steve Jobs Seit der Veröffentlichung seiner Musk-Biografie ist Isaacson in den Schlagzeilen der großen Medien. Er habe die besondere Fähigkeit, Gemeinsamkeiten mit den Protagonisten seiner Bücher zu finden, heißt es immer wieder. Besonders beispielhaft sei ihm dies bei der Biografie von Steve Jobs gelungen, der als eingefleischter Einzelgänger bekannt war.

Doch Isaacson habe gegenseitiges Vertrauen aufbauen können und ist Jobs dadurch nahegekommen. »Er interessiert sich für die menschliche Dimension«, loben die Rezensenten.

Block-Prozess

Verteidiger: Ermittlungen zum Fall Block waren zu einseitig

Die Chefermittlerin im Fall Block hat ihre Zeugenbefragung abgeschlossen. Nur einer, ein 37-Jähriger aus Israel, hat die Vorwürfe eingeräumt

 19.08.2026

Frankreich

Schrecken der Milliardäre

Der jüdische Ökonom Gabriel Zucman fordert eine stärkere Besteuerung der Superreichen. Beim Geldadel stoßen seine Ideen jedoch auf heftigen Widerstand

von Christine Longin  19.08.2026

Debatte

Zentralrat der Juden übt scharfe Kritik an Itamar Ben-Gvir

Israels rechtsextremer Minister Ben-Gvir wirbt unverhohlen für Tötungen im Gazastreifen. Das sorgt international für Entsetzen - auch beim jüdischen Dachverband in Deutschland

 18.08.2026 Aktualisiert

Portugal

Staatsanwaltschaft soll Antisemitismus-Vorwürfe an Universität Coimbra untersuchen

Auch auf dem Campus im Coimbra wird offenbar antisemitische Propaganda verbreitet. Ein jüdischer Student soll Todesdrohungen erhalten haben

 18.08.2026

USA

Die berühmteste Nähmaschine der Welt

Vor 175 Jahren ließ Isaac M. Singer seine »Sewing Machine« patentieren – und löste damit in der Textilindustrie und in Privathaushalten eine Revolution aus

von Sarah Thalia Pines  17.08.2026

Bern

Verantwortung lässt sich nicht neutralisieren

Die Schweiz debattiert anlässlich einer Volksabstimmung über ihre Neutralität. Ein Kommentar von JA-Schweiz-Korrespondentin Nicole Dreyfus

von Nicole Dreyfus  16.08.2026

Los Angeles

Rekord-Deal in der NBA: Iger und Kushner kaufen die LA Lakers

Die beiden jüdischen Geschäftsmänner Bob Iger und Joshua Kushner übernehmen das Basketball-Team für 12,5 Milliarden US-Dollar

 16.08.2026

Österreich

Vermisste Israelinnen in Wien: Polizei stellt Suche ein

Europol hat die Ermittlungen im Fall der in Wien vermissten Israelinnen übernommen. Auch der Mossad soll vor Ort sein. Es wird davon ausgegangen, dass Mutter und Tochter nicht mehr in der Stadt sind

 14.08.2026

Antisemitismus

»Schade, dass Hitler den Job nicht vollendet hat«

Ein Mann aus Irland äußerte sich bei einer Begegnung mit jüdischen Touristen in einem französischen Supermarkt antisemitisch und drohte dem Paar gar mit Erschießung.

 14.08.2026