Trauer

Lord Weidenfeld ist tot

Lord Weidenfeld (1919-2016) Foto: dpa

Lord George Weidenfeld ist tot. Der britische Verleger und Diplomat starb am Mittwochmorgen im Alter von 96 Jahren. Dies teilte der Axel-Springer-Konzern in Berlin mit. Weidenfeld war viele Jahre lang Autor der Zeitung »Die Welt«.

Der gebürtige Wiener flüchtete 1938 aus Österreich und ließ sich in London nieder. Dort arbeitete er als politischer Kommentator für die BBC und gründete 1945 mit Nigel Nicolson den Verlag Weidenfeld & Nicolson, für den er bis zu seinem Lebensende arbeitete.

Israels erster Staatspräsident Chaim Weizmann lud Weidenfeld 1948 ein, sein Amtschef zu werden. Ein Jahr lang blieb der junge Politiker in Jerusalem, dann kehrte er wieder nach London zurück. Ende der 60er-Jahre wurde Weidenfeld zum Sir geadelt, 1976 zog er als Lord ins britische Oberhaus und beriet den damaligen britischen Premier Harold Wilson.

Flüchtlinge
In seinen letzten Lebensjahren setzte sich Weidenfeld besonders für verfolgte Christen in Syrien und im Irak ein und versuchte, sie zu retten. Da er als junger Mann in England von einer frommen protestantischen Familie aufgenommen wurde, war ihm der jüdisch-christliche Dialog sehr wichtig. »George vergaß nie, was Christen getan hatten, um ihn zu retten«, erklärte der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder. Weidenfeld sei »ein wahrhaft herausragender Mann und eine der inspirierendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts« gewesen. Ihm sei es gelungen, »mehrere Leben in eines zu packen«, so Lauder weiter.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte: »Mit Lord Weidenfeld hat die Welt eine herausragende Persönlichkeit verloren. Mit seiner Vielseitigkeit, seinem Scharfsinn und seinem Intellekt hat er uns alle Zeit seines Lebens tief beeindruckt. Er wird uns fehlen.«

Israels Botschafter Yakov Hadas-Handelsman bezeichnete Weidenfeld als eine Ikone für die internationale Presse und das Judentum. »Seinen Beitrag als Intellektueller, Philanthrop, Autor und Verleger für Medien weltweit, für das Verhältnis zwischen Europa und Israel, sowie sein Einsatz für Juden aus allen Ländern, werden wir nie vergessen.«

New York

Zohran Mamdani nutzt St. Patrick’s Day für Anklage gegen Israel

Elisha Wiesel wirft dem Bürgermeister vor, an dem irischen Feiertag »eine bösartige Ritualmordlegende gegen Juden« verbreitet zu haben, indem er behauptete, sie hätten in Gaza einen »Genozid« begangen

 19.03.2026

Interview

»Die Toleranz gegenüber kontroversen Filmen ist seit dem 7. Oktober gesunken«

Die 11. Ausgabe des jüdischen Filmfestival Yesh! will das Judentum in seiner ganzen Vielfalt und Widersprüchlichkeit zeigen

von Nicole Dreyfus  18.03.2026

Irak

»Ich wurde von Idioten entführt«

903 Tage lang war die russisch-israelische Wissenschaftlerin Elizabeth Tsurkov als Geisel in der Gewalt pro-iranischer Terroristen. Dies ist ihre persönliche Feldstudie zur Brutalität autoritärer Regime

von Elizabeth Tsurkov  16.03.2026

Karin Prien

»Meine Großmutter war für die Nazis genau so eine Frau«

Die Bildungsministerin begegnet beim Besuch des Holocaust-Museums in Washington der Erinnerung an ihre eigene Familie. Und sie zieht Schlüsse für ihre heutige Aufgabe

 15.03.2026

Rotterdam

Brandanschlag auf Synagoge: Vier Personen festgenommen

Die niederländische Polizei hat am Freitag vier Personen im Zusammenhang mit dem Brandanschlag auf eine Synagoge festgenommen

 14.03.2026

Amsterdam

Explosion an jüdischer Schule

Nach einem nächtlichen Angriff auf eine jüdische Schule betonen Stadt und Regierung: Antisemitismus darf keinen Platz haben. Die Überwachung jüdischer Einrichtungen bleibt verstärkt

 14.03.2026

Rotterdam

Wieder Brandanschlag auf Synagoge - diesmal in Holland

Erneuter Terrorakt gegen die jüdische Gemeinschaft: Am Freitagmorgen wurde am Eingang des Gotteshauses der jüdischen Gemeinde Rotterdam ein Feuer gelegt

 13.03.2026

Michigan

Anschlag auf Synagoge: »Gezielter Gewaltakt gegen die jüdische Gemeinschaft«

Der Täter fährt mit einem Fahrzeug in die Synagoge »Temple Israel«. Dort wird er erschossen, bevor er Gemeindemitglieder ermorden kann

 13.03.2026

Trondheim

Vorfall vor Synagoge in Norwegen

Im norwegischen Trondheim drang ein bewaffneter Mann in die Synagoge ein. Die Polizei konnte ihn festnehmen

 13.03.2026 Aktualisiert