Schweiz

Libanese ersteigert Hitler-Gegenstände und schenkt sie Israel

Teil der Auktion bei »Hermann Historica«: Emailleschild Foto: dpa

Der libanesische Geschäftsmann Abdallah Chatila hat vergangene Woche bei einer Versteigerung Gegenstände aus dem Besitz von Adolf Hitler im Wert von 600.000 Euro gekauft. Das bestätigte das Auktionshaus »Hermann Historica« in Grasbrunn bei München. Er wolle die Gegenstände an Israel übergeben, sagte Chatila dem israelischen Armeesender.

Die Versteigerung von Gegenständen aus dem Besitz ranghoher Nazis hatte Kritik auch vonseiten jüdischer Organisationen ausgelöst. Der in der Schweiz lebende Geschäftsmann sagte dem Armeesender, er habe schon vor der Versteigerung die israelische Organisation Keren Hayesod darüber informiert, dass er »so viele Gegenstände von Adolf Hitler wie möglich kaufen und spenden werde«.

Zylinder Chatila habe insgesamt zehn Gegenstände gekauft, darunter Hitlers Faltzylinder, eine Ausgabe von Mein Kampf, eine Zigarrenkiste, Briefe sowie eine Schreibmaschine. »Alle stehen in direkter Verbindung mit Hitler«, sagte Chatila dem Sender.

Zunächst habe er gedacht, es sei am besten, die Gegenstände aus der Nazizeit zu verbrennen, sagte Chatila. »Aber ich denke, es ist sehr wichtig, sie aufzubewahren, weil es die Erinnerung am Leben erhalten wird, damit künftige Generationen sehen, dass Hitler wirklich existiert hat.«

Eine Sprecherin von Keren Hayesod bestätigte am Montag, man werde die Gegenstände entgegennehmen. »Wir werden sie mit großer Sorgfalt behandeln und mit den relevanten Einrichtungen entscheiden, was damit zu tun ist.«  dpa

Berlin

Daniel Libeskind warnt vor Judenhass und AfD-Erfolgen

In einem Interview kritisiert der Architekt die israelische Regierung und äußert Sorgen in Zusammenhang mit dem Erstarken der AfD in der Bundesrepublik. Auch spricht er über jüdische Identität

 08.05.2026

Comedy-Legende

Don Rickles: Meister der Beleidigungen

Heute wäre der große Stand-Up-Comedian 100 Jahre alt geworden. Seine Spezialität: Er zog sein Publikum durch den Kakao

von Imanuel Marcus  08.05.2026

Prag

Jüdischer Protest gegen Kanye-West-Konzert

Der US-Rapper Kanye West ist wegen wiederholter Äußerungen zu Hitler und der NS-Zeit höchst umstritten. In Prag formiert sich nun Widerstand gegen ein geplantes Konzert - insbesondere von jüdischer Seite

 07.05.2026

Redaktion

Die Menschen hinter der Jüdischen Allgemeinen

Wer textet und redigiert, gestaltet, illustriert und organisiert heute die Jüdische Allgemeine? 18 Menschen, neun Ressorts – wir stellen uns vor

 07.05.2026

80 Jahre

Was unsere Leser sagen

Die Jüdische Allgemeine hat auch im Ausland Fans. Um unsere Leser besser kennenzulernen, haben wir unter anderem in Finnland, Malta, der Schweiz, Spanien, Israel und in den USA nachgefragt

 07.05.2026

Kanada

Festnahme nach Schüssen auf Synagogen im Raum Toronto

Eine Aufklärung der Anschläge auf die Synagogen Beth Avraham Yoseph und Shaarei-Shomayim-Synagoge könnte damit näher gerückt sein

 07.05.2026

Jubiläum

Starke Stimme

Vor 80 Jahren erschien die erste Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen. Mehr denn je braucht es eine präsente und selbstbewusste jüdische Zeitung in Deutschland

von Philipp Peyman Engel  07.05.2026

Brit Mila

»Belgien wird nun in der ganzen Welt als antisemitisch gelten«

Die geplante Anklage von zwei jüdischen Beschneidern führt wieder zu schweren politischen Verwerfungen: Israels Außenminister Gideon Sa’ar und US-Botschafter Bill White sprechen von einem »Schandfleck«

von Michael Thaidigsmann  06.05.2026

Großbritannien

Geschworene sprechen »Palestine Action«-Aktivisten schuldig

Die Mitglieder der mittlerweile als terroristisch eingestuften Organisation hatten eine Niederlassung des israelischen Konzerns Elbit Systems in Bristol verwüstet und eine Polizistin schwer verletzt

 06.05.2026