Schweiz

Libanese ersteigert Hitler-Gegenstände und schenkt sie Israel

Teil der Auktion bei »Hermann Historica«: Emailleschild Foto: dpa

Der libanesische Geschäftsmann Abdallah Chatila hat vergangene Woche bei einer Versteigerung Gegenstände aus dem Besitz von Adolf Hitler im Wert von 600.000 Euro gekauft. Das bestätigte das Auktionshaus »Hermann Historica« in Grasbrunn bei München. Er wolle die Gegenstände an Israel übergeben, sagte Chatila dem israelischen Armeesender.

Die Versteigerung von Gegenständen aus dem Besitz ranghoher Nazis hatte Kritik auch vonseiten jüdischer Organisationen ausgelöst. Der in der Schweiz lebende Geschäftsmann sagte dem Armeesender, er habe schon vor der Versteigerung die israelische Organisation Keren Hayesod darüber informiert, dass er »so viele Gegenstände von Adolf Hitler wie möglich kaufen und spenden werde«.

Zylinder Chatila habe insgesamt zehn Gegenstände gekauft, darunter Hitlers Faltzylinder, eine Ausgabe von Mein Kampf, eine Zigarrenkiste, Briefe sowie eine Schreibmaschine. »Alle stehen in direkter Verbindung mit Hitler«, sagte Chatila dem Sender.

Zunächst habe er gedacht, es sei am besten, die Gegenstände aus der Nazizeit zu verbrennen, sagte Chatila. »Aber ich denke, es ist sehr wichtig, sie aufzubewahren, weil es die Erinnerung am Leben erhalten wird, damit künftige Generationen sehen, dass Hitler wirklich existiert hat.«

Eine Sprecherin von Keren Hayesod bestätigte am Montag, man werde die Gegenstände entgegennehmen. »Wir werden sie mit großer Sorgfalt behandeln und mit den relevanten Einrichtungen entscheiden, was damit zu tun ist.«  dpa

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  02.10.2026

Gespräch

Jüdische Stimme am Vatikan

Viktor Eichner vom Jüdischen Weltkongresses hat ein großes Ziel: sich für die jüdische Gemeinschaft einzusetzen – vor allem beim Heiligen Stuhl

von Sabine Kleyboldt  02.10.2026

Sacramento

Kalifornien führt »jüdisch« als ethnische Kategorie ein

Gouverneur Gavin Newsom unterschrieb mehrere Gesetze, die für Juden in dem Bundesstaat relevant sind

 02.10.2026

Madrid

Kritik an Zara wegen Halloween-Kostüm mit Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung

Die Hintergründe

 01.10.2026

USA

Jüdischer Stolz auf der New York Fashion Week

Zum ersten Mal war eine exklusiv jüdische Modenschau Teil des berühmten Events. Mit Modest Fashion, Abendkleidern und Bikinis

von Sophie Albers Ben Chamo  01.10.2026

Nachruf

Esther Rantzen mit 86 Jahren gestorben

Die Journalistin setzte sich für Kinder, Senioren und eine Legalisierung der Sterbehilfe in Großbritannien ein

 01.10.2026

New York

Mamdani legt Antisemitismus-Plan vor, jüdische Organisationen üben scharfe Kritik

Das Konzept des Bürgermeisters blende den Zusammenhang zwischen der Gewalt gegen Juden in New York und antiisraelischer Propaganda bewusst aus, sagt einer der Kritiker

 30.09.2026

Kiew

85. Jahrestag: Selenskyj gedenkt ermordeter Kyjiwer Juden

Vor 85 Jahren besetzten deutsche Truppen die heutige ukrainische Hauptstadt. Sie ermordeten zehntausende Menschen. Präsident Selenskyj stellt bei einer Gedenkfeier den Bezug zur Gegenwart her

 30.09.2026

Fußball

Im Kreuzfeuer: Irischer Nationalspieler mit israelischer Mutter

Finn Azaz wurde für Irlands Nationalkader für die Länderspiele gegen Israel nominiert. Weil er eine israelische Mutter hat, soll seine Zukunft im irischen Team aber infrage stehen

von Michael Thaidigsmann  29.09.2026