Tessin

Kommunalpolitikerin wegen Schoa-Leugnung verurteilt

Schon zuvor war die Frau als Sympathisantin der italienischen Faschisten aufgefallen. Foto: imago images/Shotshop

Im Kanton Tessin hat eine ehemalige Kommunalpolitikerin der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei (SVP) wegen Verharmlosung der Schoa einen Strafbefehl über 1500 Franken erhalten.

ANZEIGE Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) hatte die Frau angezeigt. Sie hatte behauptet, die Zahl der von den Nationalsozialisten ermordeten Juden sei stark übertrieben. Außerdem hatte sie den Schulunterricht als »durchdrungen von antinationalsozialistischen und antifaschistischen Idealen« kritisiert, weswegen man »zwangsläufig nur die Siegerstimme« zu hören bekomme.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»Hitler ist die Judenfrage sehr am Herzen gelegen«, sagte Jessica T. am 3. März diesen Jahres in einem Interview mit dem Regionalsender »Teleticino«. Laut »CH Media« hat sie damit gegen das Verbot der Diskriminierung und des Aufrufs zu Hass verstoßen, der auch die Verharmlosung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und des Völkermords unter Strafe stellt.

ERLEICHTERUNG Die Frau war bereits in der Vergangenheit mit rechtsextremen Aussagen und Symbolen aufgefallen. So nahm sie 2016 in Mailand an einem Gedenken für italienische Faschisten und SS-Kämpfer teil, hob dort die Hand zum »faschistischen Gruß« des Diktators Benito Mussolini und rief »Sieg Heil«.

SIG-Generalsekretär Jonathan Kreutner erklärte, der Gemeindebund sei »erleichtert, dass die Tessiner Staatsanwaltschaft ein ebenso unmissverständliches Verdikt gefällt hat«. Die Verharmlosung des Holocaust dürfe nicht unbestraft bleiben. Der Strafbefehl ist aber noch nicht rechtskräftig. mth

Internetbetrug

Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau warnt vor Fake-Webseite

Wer die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besuchen will, muss bei der Buchung aufpassen. Denn aktuell gibt es eine gefakte Webseite, teilte die Gedenkstätte mit

von Christiane Laudage  03.11.2026

USA

Die innere Sicherheit

Wie jüdische Gemeinden ihren Alltag gegen wachsenden Antisemitismus verteidigen – und sich zunehmend selbst schützen müssen. Ein Ortsbesuch in Washington, D.C. und Miami

von Katrin Richter  02.11.2026

Sprachen

Neues Spanisch-Wörterbuch: »Jüdisch« bleibt ein Synonym für »geizig«

Die Real Academia Española weigert sich, einen argentinischen Richterspruch umzusetzen - auch in der Neuausgabe ihres Kompendiums der spanischen Sprache findet sich ein Beispiel für Alltagsantisemitismus

von Michael Thaidigsmann  02.11.2026

Polizisten und Demonstranten vor der US-Botschaft in London

Proteste

Erneut Hunderte Festnahmen bei Gaza-Demo in London

Seit dem Verbot von Palestine Action sind in Großbritannien Tausende Menschen festgenommen worden. Auch bei einer Kundgebung in London griff die Polizei ein

 01.11.2026

Italien

Mann in Mailand wegen Anschlagsplänen auf Synagoge festgenommen

Im Großraum Mailand stellt die Polizei einen 22 Jahre alten Mann, der Anschläge auf eine Synagoge und eine islamische Einrichtung geplant haben soll. Die Hintergründe sind noch unklar

 29.10.2026

»A young woman in a dress and a man in a plaid shirt sit at a small outdoor restaurant table at night, smiling and talking, with food and drinks on the table and city lights in the background.«

Hollywood

Nach dem Happy End ist davor

In der dritten Staffel der Erfolgsserie »Nobody Wants This« machen Joanne und ihr »Hot Rabbi« den Neben-Romanzen Platz. Und dann wird auch noch konvertiert. Spoiler Alert

von Sophie Albers Ben Chamo  29.10.2026

Frankreich

»Freiheit ist leicht zu verteidigen«

Der Philosoph und Fernsehmoderator Raphaël Enthoven über Verantwortung, Spinozas Erbe und das Einzige, was uns wahrhaft zu erfüllen vermag

von Ute Cohen  28.10.2026

USA

Mike Tyson will seine Flagge zurück

Der Ex-Boxweltmeister legt sich mit einer Streetwear-Marke an, die ein altes Design in seinem Namen politisiert hat. Dabei geht es auch um Israel

von Hanna Persson  28.10.2026

Showbiz

Noah Wyle ist der »Sexiest Man Alive«, meint das »People«-Magazin

Der »The Pitt«-Star darf sich über den Titel freuen, der einst auch Harrison Ford schmückte. Seine Kinder sticheln schon, sagt Wyle

 28.10.2026