Russland

Justiz bestätigt U-Haft für US-Reporter Gershkovich

Evan Gershkovich wurde im Gerichtsaal erneut in einem Glaskasten gefangen gehalten. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Russlands Justiz hat die verlängerte Untersuchungshaft für den wegen angeblicher Spionage festgenommenen US-Reporter Evan Gershkovich bestätigt. Ein Gericht in Moskau lehnte am Donnerstag eine Beschwerde von Gershkovichs Anwälten ab, wie die Agentur Interfax meldete. Der 31-Jährige arbeitet für die US-Zeitung »Wall Street Journal«.

Das Blatt berichtete, Gershkovich habe kurz gelächelt, als er in dunklem T-Shirt und Jeans den Gerichtssaal betreten habe. Auch die US-Botschafterin in Moskau, Lynne Tracy, war bei dem Termin dabei. Russlands Vize-Außenminister Sergej Rjabkow bestätigte, dass die USA erneut beantragt haben, konsularischen Zugang zu Gershkovich zu bekommen. »Das wird jetzt geprüft«, sagte er.

Sofortige Freilassung Der Reporter war im März in der Millionenstadt Jekaterinburg im Ural vom Geheimdienst FSB festgenommen worden. Ihm wird zur Last gelegt, geheime Informationen über Russlands militär-industriellen Komplex für US-Stellen gesammelt zu haben. Das »Wall Street Journal« weist das zurück. Gershkovich sei mit einer offiziellen Akkreditierung seiner Arbeit nachgegangen. Auch die US-Regierung fordert die sofortige Freilassung des Korrespondenten.

Russlands Justiz hatte die Untersuchungshaft ursprünglich bis zum 29. Mai angesetzt, dann aber bis Ende August verlängert. Bei einer Verurteilung drohen dem US-Amerikaner mit russischen Wurzeln bis zu 20 Jahre Haft. Der Fall belastet die ohnehin gespannten Beziehungen zwischen Washington und Moskau weiter. dpa

Tunesien

Resilientes Pilgern

Teilnehmer der alljährlichen Fahrt zur La-Ghriba-Synagoge auf Djerba lassen sich von Sicherheitswarnungen kaum einschüchtern

von Mark Feldon  30.04.2026

Glosse

Tipps und Tricks für Judenhasser

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Eine Handreichung

von Daniel Neumann  30.04.2026

Düsseldorf

Auschwitz-Museum: Rüttgers erhält Auszeichnung »Light of Remembrance«

»Mein Antrieb wurzelt in der tiefen Überzeugung, dass wir Deutsche uns der Verantwortung, die aus unserer Geschichte als ›Land der Täter‹ erwächst, niemals entziehen können«, sagt der Preisträger

 30.04.2026 Aktualisiert

Medien

Springer-Chef Döpfner nimmt »Politico«-Redaktion in die Pflicht

Niemand sollte für Axel Springer arbeiten, wenn er Israels Existenzrecht anzweifelt, stellt Mathias Döpfner nach Kritik aus der »Politico«-Redaktion klar

 29.04.2026 Aktualisiert

London

Messerangriff auf Juden: Steckt erneut der Iran hinter der Tat?

Wieder ist es in der britischen Hauptstadt zu einem schweren antisemitischen Vorfall gekommen

von Michael Thaidigsmann  29.04.2026 Aktualisiert

Sydney

Benefizkonzert abgesagt: Griechischer Chor verweigert Auftritt mit jüdischem Ensemble

Sowohl der Leiter des Chors als auch jüdische Organisationen sind entsetzt

 29.04.2026

Italien

Nächstes Jahr in Palermo

Über Jahrhunderte war das Judentum fester Bestandteil Siziliens. Dann wurde es mehr als 500 Jahre lang dem Vergessen preisgegeben. Die Geschichte einer Wiederentdeckung

von Mark Feldon  28.04.2026

Vereinte Nationen

Welche Chancen hat diese Frau?

Erstmals könnte eine Frau neue UN-Generalsekretärin werden. Mit im Rennen ist Rebeca Grynspan aus Costa Rica. Sollte sie gewählt werden, wäre sie auch die erste jüdische Person im Amt

von Michael Thaidigsmann  28.04.2026

Universität Gent

»So weit ist es also gekommen«

Israelfeindliche Aktivisten haben erneut ein Fakultätsgebäude besetzt - obwohl die belgische Uni bereits vor zwei Jahren die Kooperation mit drei israelischen Hochschulen beendet hatte

von Michael Thaidigsmann  27.04.2026