USA

JPMorgan zahlt Millionen wegen Epstein-Vorwürfen

Jeffrey Epstein 2019 in New York Foto: imago images / ZUMA Press

Die Bank JPMorgan Chase hat sich im Rechtsstreit mit den Amerikanischen Jungferninseln zur Zahlung von 75 Millionen Dollar bereit erklärt. Der Vergleich verhindert die gerichtliche Klärung der Anschuldigung, die Bank habe Sexualstraftaten des Finanziers Jeffrey Epstein ermöglicht.

Die Bank teilte am Dienstag (Ortszeit) mit, von dem Geld flössen 55 Millionen Dollar an lokale Wohltätigkeitsorganisationen, die Verbrechensopfern helfen, sowie in Maßnahmen zur Verbesserung der Möglichkeiten der lokalen Strafverfolgungsbehörden. Zehn Millionen Dollar dieses Betrags sollten nach Angaben des Justizministeriums der Jungferninseln zudem in einen Fonds fließen, der für die psychologische Betreuung der Opfer Epsteins aufkomme.

Prozess abgewendet Die Amerikanischen Jungferninseln, ein US-Außengebiet, hatten JPMorgan Chase im vergangenen Jahr verklagt. Sie begründeten das mit dem Ergebnis von Ermittlungen, wonach JPMorgan Chase Helfern von Epstein ermöglicht habe, Opfer des Finanziers zu bezahlen. Die Bank sei bei der Verschleierung von Epsteins Vergehen »unverzichtbar« gewesen. Durch den Vergleich wird ein Prozess abgewendet, der im Oktober beginnen sollte.

Die Bank teilte ferner mit, sie habe mit dem ehemaligen Accountmanager, der für Epsteins Konto zuständig war, bevor er JPMorgan Chase verließ, eine vertrauliche rechtliche Einigung erzielt. Die Bank hatte den Mann in diesem Jahr verklagt und ihm vorgeworfen, er habe Epsteins Verhalten vertuscht oder verharmlost, um das lukrative Konto beizubehalten.

JPMorgan Chase hatte bereits im Juni einen Rechtsstreit unter anderen mit Opfern Epsteins mit einer Zahlung von 290 Millionen Dollar beigelegt.
Epstein hatte auf den Amerikanischen Jungferninseln ein Anwesen. Er nahm sich 2019 im Gefängnis das Leben. ap

Jerusalem

Großeltern umgebettet: Theodor Herzls letzter Wille ist erfüllt

Die Überreste von Schimon und Rikva Herzl, Vorfahren väterlicherseits des Zionismus-Begründers und prägende Gestalten in Theodor Herzls Jugend, wurden von Serbien nach Israel überführt und auf dem Herzlberg beigesetzt

 06.08.2026

Palma

Michael Douglas ist Ehrenbotschafter Mallorcas

Der Hollywood-Star mit jüdischem Familienhintergrund wird für seine enge Verbindung zu der spanischen Insel und sein Engagement für deren kulturelles Erbe geehrt

 06.08.2026

Frankreich

Eine Abrechnung mit dem Judenhass der neuen Linken

Nach 41 Jahren verlässt der anerkannte Journalist Jean Quatremer die beliebte Tageszeitung »Libération«. Er wirft Kollegen einen »entfesselten Antisemitismus« und eine ideologische Schreckensherrschaft vor

 06.08.2026

USA

Seitenwechsel

In Stanford hetzte Taryn Thomas auf Studentenprotesten gegen Israel. Dann sah sie die Nova-Ausstellung – und wurde zur »Verräterin«

von Daniel Zylbersztajn-Lewandowski  06.08.2026

Großbritannien

Tories wegen Nominierung von Ex-Neonazi in der Kritik

Die Chefin der Konservativen Partei hält ihn für resozialisiert, doch die jüdische Labour-Politikerin Luciana Berger ist skeptisch, was eine Kandidatur des früheren Rechtsextremisten Joshua Bonehill-Paine bei der Kommunalwahl 2027 anging

von Michael Thaidigsmann  06.08.2026

Litauen

Bima der Großen Synagoge von Vilnius endlich freigelegt

Während die Ausgrabungen voranschreiten, geht die Debatte über die Zukunft des Ortes weiter. Soll dort ein Gemeindezentrum entstehen, ein religiöses Zentrum oder eine Erinnerungs- und Bildungsstätte?

 05.08.2026

Nachruf

Holocaust-Überlebender und Historiker Marģers Vestermanis mit 100 Jahren gestorben

Seine Eltern und Brüder und weitere Angehörige werden 1941 beim Massaker von Rumbula ermordet. Er selbst überlebte als einziges Familienmitglied. Nach dem Krieg wurde er Historiker

 03.08.2026

Frankreich

Rückkehr nach Rennes

Unweit vom Dreyfus-Museum führen Schüler am Originalort den Prozess auf. Neben beeindruckenden Landschaften bietet die Bretagne auch eine Lektion in jüdischer Geschichte

von Mark Feldon  02.08.2026

Russland

Der schweigende Oligarch

Roman Abramowitsch ist immer wieder Ziel antisemitischer Propaganda. Doch er ist auch regelmäßig zu Gast im Kreml. Eine Annäherung

von Alexander Friedman  02.08.2026