USA

Jeder dritte US-Jude verbirgt sein Judentum aus Angst

Foto: dpa

Nach den tödlichen Anschlägen auf zwei US-Synagogen in den letzten zwölf Monaten vermeiden immer mehr Juden das öffentliche  Tragen von sichtbaren jüdischen Zeichen wie Kippa oder Davidstern. In einer Studie des American Jewish Committee (AJC), die am Mittwoch vorgestellt wurde, geben rund ein Drittel der mehr als 1200 Befragten an, Angst vor antisemitischen Übergriffen zu haben.

84 Prozent der Teilnehmer erklärten, der Antisemitismus in den USA habe in den letzten fünf Jahren zugenommen. Einer von fünf Juden gab an, im gleichen Zeitraum Ziel antisemitischer Äußerungen im Internet gewesen zu sein. Ein Viertel der Befragten sagt, sie würden bestimmte Orte oder Ereignisse aus Angst vor judenfeindlichen Reaktionen meiden.

Laut der Studie haben weit mehr als die Hälfte aller US-Synagogengemeinden Sicherheitskräfte eingestellt und nehmen Polizeischutz vor dem Gebäude in Anspruch. Allein im laufenden Jahr sind demnach mehr als 2000 Sicherheitsanfragen eingegangen.

Bei dem Anschlag auf die »Tree of Life«-Synagoge in Pittsburgh (Pennsylvania) am 27. Oktober 2018 waren elf Gemeindemitglieder ermordet worden. Am 28. April 2019 erschoss ein Attentäter eine Person in der Chabad-Synagoge der kalifornischen Kleinstadt Poway.  kna/ja

USA

Ein Stadtneurotiker wird 90

Woody Allen steht als Autor, Regisseur und Schauspieler für einzigartige Filme. Doch bis heute überschatten Missbrauchsvorwürfe sein Lebenswerk

von Barbara Schweizerhof, Sophie Albers Ben Chamo  29.11.2025

Meinung

Wenn ein Botschafter Schoa-Überlebende zu Lügnern erklärt

Tom Rose, neuer US-Botschafter in Warschau, hat in einer Rede die Komplizenschaft Tausender Polen während des Holocaust bestritten. Das ist fatal für das Ansehen der USA

von Menachem Z. Rosensaft  29.11.2025

Großbritannien

Frauen haben Besseres verdient

Die Journalistin Marina Gerner beklagt in ihrem Buch fehlende Innovationen im Bereich Frauengesundheit – und eckt nicht nur mit dem Titel an

von Amie Liebowitz  28.11.2025

Kultur

André Heller fühlte sich jahrzehntelang fremd

Der Wiener André Heller ist bekannt für Projekte wie »Flic Flac«, »Begnadete Körper« und poetische Feuerwerke. Auch als Sänger feierte er Erfolge, trotzdem konnte er sich selbst lange nicht leiden

von Barbara Just  28.11.2025

Niederlande

Demonstranten stören Vorlesung in Gedenken an Nazi-Gegner

An der Universität Leiden erzwangen antiisraelische Studenten die Verlegung einer Gedächtnisvorlesung zum Andenken an einen Professor, der während der Nazi-Zeit gegen die Judenverfolgung protestiert hatte

von Michael Thaidigsmann  28.11.2025

Großbritannien

Verdächtiger nach Anschlag auf Synagoge in Manchester festgenommen

Der Angriff auf die Synagoge am Vorabend des höchsten jüdischen Feiertags Jom Kippur sorgte international für Bestürzung. Jetzt wurde ein weiterer Tatverdächtiger festgenommen

von Burkhard Jürgens  27.11.2025

Bereit fürs ICZ-Präsidium: Noëmi van Gelder, Arthur Braunschweig und Edi Rosenstein (v.l.n.r.)

Interview

»Meinungsvielfalt gilt es auszuhalten« 

Am 8. Dezember wählt die Gemeindeversammlung der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich ein neues Präsidium. Ein Gespräch mit den Kandidaten über Herausforderungen an die Gemeinde, Grabenkämpfe und Visionen

von Nicole Dreyfus  27.11.2025

Schweiz

Antisemitismus auch in der queeren Szene benennen

Viele Jüdinnen und Juden fühlen sich teils unsicher, wenn in der queeren Szene über Israel gesprochen wird. Der Verein Keschet will das ändern

von Nicole Dreyfus  27.11.2025

Das Ausmalbuch "From the river to the sea" in einer Buchhandlung in Zürich.

Meinung

Mit Kufiya und Waffen

Ein Kinderbuch mit Folgen

von Zsolt Balkanyi-Guery  27.11.2025