Spanien

»Hügel der Juden«

Wappen des Dorfes Castrillo Matajudios Foto: dpa

Das nordspanische Dorf Castrillo Matajudios (»Tötet die Juden«) will seinen Namen ändern. In einem Votum parallel zur Europawahl am Sonntag entschieden sich 29 von 56 Abstimmungsberechtigten für einen neuen Namen und 19 dagegen, wie Bürgermeister Lorenzo Rodriguez laut spanischen Medienberichten sagte.

Wie das winzige Dorf in der Nähe von Burgos in Zukunft heißen soll, ist noch offen: Laut dem Bürgermeister favorisieren die meisten Bewohner »Hügel der Juden« – ein Name, der dabei helfen könnte, den Ort für Touristen attraktiv zu machen. Rodriguez sagte weiter, viele Bewohner der Stadt hätten jüdische Wurzeln.

Geschichte Der Ortsname »Castrillo Matajudios«, den das Dorf seit 1627 trägt, und die Abstimmung darüber hatten internationales Aufsehen erregt.

Der Bürgermeister nimmt an, dass der Name durch ein Versehen entstand: Im Jahr 1035 hätten Mörder aus dem Nachbardorf Castrojeriz bei einem Pogrom etwa 60 Juden umgebracht und die übrigen vertrieben, die sich schließlich in der Nähe von Castrillo niederließen. Wenig später habe sich Castrillo den Beinamen Mota de Judios (»Judenfleck«) gegeben.

Der Gemeinderat wiederum nimmt an, dass ein Beamter aus Versehen statt Castrillo Mota de Judios einfach Matajudios geschrieben habe. Dieser Name sei dann nicht mehr rückgängig zu machen gewesen. ja

Pilot Adam Edelman (links) und Bremser Menachem Chen auch Israel, was noch keinem israelischem Bob-Team vor ihnen gelang: eine Olympia-Qualifikation ohne Trainer

Winterspiele

RTS entschuldigt sich für Olympia-Kommentar

Ein Live-Kommentar über den israelischen Bobfahrer Adam Edelman sorgte für Empörung – nun entschuldigt sich RTS und spricht von einem »unangemessenen Format«

von Nicole Dreyfus  19.02.2026

Belarus

Die Kushner-Karte

Alexander Lukaschenko sucht die Nähe zu den USA und gibt sich philosemitisch

von Alexander Friedman  18.02.2026

Antisemitismus

In Andorra wird zum Karneval eine Israel-Puppe hingerichtet

In dem kleinen Fürstentum in den Pyrenäen wurde beim Karneval einer Puppe mit Davidstern der Prozess gemacht - die jüdische Gemeinschaft ist empört

 18.02.2026

Meinung

Eklat im Schweizer öffentlich-rechtlichen: Das RTS und der Israelhass

Der eigentliche Skandal ist die Rechtfertigung des öffentlich-rechtlichen Senders. Eine Rundfunkanstalt sollte ihre publizistischen Leitlinien immer einhalten und auch bei Israel keine Ausnahme machen.

von Nicole Dreyfus  17.02.2026

Der israelische Bobfahrer Adam Edelman nimmt die Hasstiraden gegen seine Person gelassen und will sich auf den Wettkampf konzentieren.

Olympische Winterspiele

Sender verteidigt »Genozid«-Kommentar, nimmt ihn aber offline

Die politischen Einordnungen eines Schweizer TV-Kommentators bei der Abfahrt des israelischen Bobfahrers Adam Edelman sorgen für Debatten. Der Sender verteidigt sich, der Sportler sieht es gelassen

 17.02.2026

Brüssel

Streit um Beschneider: US-Botschafter nennt Belgien »antisemitisch«

In mehreren X-Posts griff Bill White die belgische Regierung scharf an, die wiederum sich die Einmischung verbat. Hintergrund ist ein Strafverfahren gegen drei Mohelim in Antwerpen

von Michael Thaidigsmann  17.02.2026

Boston

Dokumentarfilm-Pionier Frederick Wiseman gestorben

»Dokumentarfilme sind wie Theaterstücke, Romane oder Gedichte – sie haben keine messbare soziale Nützlichkeit«, sagte der Verstorbene einst. Er wurde 96 Jahre alt

 17.02.2026

Österreich

Wiens Oberrabbiner wandert nach Israel aus

Sechs Jahre leitete der gebürtige Schweizer Engelmayer mit einer internationalen Berufsbiografie die jüdische Gemeinde in Wien. Jetzt siedelt er mit seiner Familie nach Israel über

von Burkhard Jürgens  16.02.2026 Aktualisiert

Trauer

»Teheran«-Produzentin Dana Eden stirbt mit 52 Jahren

Sie wurde tot in ihrem Hotelzimmer in Athen aufgefunden

 16.02.2026