Al-Quds-Tag

Hisbollah-Flaggen am Oxford Circus

Beim Al-Quds-Tag im vergangenen Jahr in London Foto: dpa

Mit einer Sitzblockade haben Unterstützer Palästinas und der Hisbollah am Sonntagnachmittag einen Teil der Londoner Innenstadt lahmgelegt.

Wie britische Zeitungen berichteten, marschierten einige Hundert Demonstranten anlässlich des sogenannten Al-Quds-Tages die Regent Street hinab und setzten sich dann am Oxford Circus nieder. Sie trugen Palästina- und Hisbollah-Flaggen, riefen »Free Palestine« und trugen Banner, auf denen »Boykott Israel« oder »Zionismus = Rassismus« stand.

Grenfell Über einen Lautsprecher skandierte ein Sprecher, hinter der Brandkatastrophe im Grenfell Tower, bei der vergangene Woche 59 Menschen ums Leben kamen, stünden »zionistische Anhänger der Tory-Partei«. Sie seien verantwortlich für den »Mord in Grenfell«.

Nur wenige Hundert Meter entfernt, am Grosvenor Square, versammelten sich zahlreiche Demonstranten zu Gegenprotesten unter dem Motto »Gegen den Hass«. Sie schwenkten israelische Fahnen und riefen »Terroristen, raus aus unseren Straßen!«.

Veranstalter der Gegendemonstration waren jüdische Gruppen wie das Board of Jewish Deputies und die Zionist Federation in Partnerschaft mit dem Jüdischen Weltkongress.

Londons jüdische Gemeinde und ihre Unterstützer hatten zu der Gegendemonstration aufgerufen, nachdem Bürgermeister Sadiq Khan erklärt hatte, er glaube nicht, dass er die Befugnis habe, den Al-Quds-Marsch zu verbieten. Zuvor hatten mehr als 6000 Menschen eine Petition gegen die Veranstaltung unterzeichnet, weil dabei regelmäßig Flaggen der libanesischen Terrororganisation Hisbollah gezeigt werden. ja

Nachruf

Dirigent Michael Tilson Thomas mit 81 Jahren gestorben

Als Chefdirigent der San Francisco Symphony wurde er berühmt. Doch er arbeitete mit Orchestern in aller Welt. Nun ist der Musiker mit 81 Jahren gestorben

 24.04.2026

Österreich

Der geneigte Antisemit

In Wien soll das Denkmal des einstigen Bürgermeisters Karl Lueger um 3,5 Grad gekippt werden. Die jüdische Gemeinde sähe die Bronzestatue lieber im Museum. Ein Ortsbesuch

von Tobias Kühn  24.04.2026

Tschernobyl

Damals in Tschernobyl

Im März 1987 arbeitete unser Autor zwei Wochen lang im havarierten Atomkraftwerk Tschernobyl. Eine persönlicher Bericht über die Zeit in der Sperrzone und wie es danach weitergeht

von Vitalii Miasnikov  24.04.2026

Sowjetunion

Der Schatten von Tschernobyl

Auch 40 Jahre nach der Katastrophe beschäftigt das Reaktorunglück die Menschen. Unseren Autor begleitet sie seit der Kindheit. Persönliche Erinnerungen und ein politischer Blick zurück

von Alexander Friedman  24.04.2026

USA

Recht auf Restitution

Ende April sollte der Anspruch auf Rückerlangung von in der Nazizeit gestohlener Kunst auslaufen. Per Gesetz wurde er nun entfristet

von Sophie Albers Ben Chamo  23.04.2026

Vereinte Nationen

Welche Chancen hat Rebeca Grynspan?

Erstmals könnte eine Frau neue UN-Generalsekretärin werden. Mit im Rennen ist Rebeca Grynspan aus Costa Rica. Sollte sie gewählt werden, wäre sie auch die erste jüdische Person im Amt

von Michael Thaidigsmann  22.04.2026

London

Weitere Festnahmen nach Anschlägen auf jüdische Gemeinde

Binnen weniger Wochen werden mehrere jüdische Einrichtungen in London zum Ziel von Brandanschlägen. Nun meldet die Anti-Terror-Einheit der Polizei erneut Festnahmen

 21.04.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Kamele an der Limmat oder wie Zürich mit Tradition umgeht

von Nicole Dreyfus  20.04.2026

Besuch

Milei ist in Israel, um die Botschaft in Jerusalem zu eröffnen

Der argentinische Präsident gilt als enger Verbündeter des jüdischen Staates, es ist sein dritter Besuch binnen zwei Jahren

 19.04.2026